Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee

VN / 08.04.2025 • 16:30 Uhr
Ganz in Weiß und ohne jeden braunen Fleck: der „Klassiker des Frühjahrsskilaufs“, der Salober am ersten April-Wochenende.
Ganz in Weiß und ohne jeden braunen Fleck: der „Klassiker des Frühjahrsskilaufs“, der Salober am ersten April-Wochenende.peter strauss

Und am Sonntag sticht auch die Weiße Flotte auf dem Schwabenmeer in See

Bregenz Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten – daran hat auch ein Aufbäumen des Winters nichts geändert. Kürzlich kam in hochalpinen Lagen noch einmal etwas weiße Pracht dazu, die auf Südhängen rasch weggeschmolzen war, auf Nordhang-Skipisten aber noch einmal blütenweiße Schnee-Auffrischung brachte.

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: Wie die Einladung zum Saisonstart wirkte die vorgezogene Öffnung der Verbindung Lech – Warth auf zahlreiche Motorradfreaks. Diese „internationale Bikergruppe“ aus dem Ländle, Deutschland und der Schweiz traf sich auf ihrer Rast im Imbiss der Warther Wälder Metzge.
Wie die Einladung zum Saisonstart wirkte die vorgezogene Öffnung der Verbindung Lech – Warth auf zahlreiche Motorradfreaks. Diese „internationale Bikergruppe“ aus dem Ländle, Deutschland und der Schweiz traf sich auf ihrer Rast im Imbiss der Warther Wälder Metzge.

Früher als geplant

Dessen ungeachtet änderten sich die Planungen in den ersten April-Tagen total: die offiziell für 30. April avisierte Aufhebung der Sperre zwischen Warth und Lech war angesichts der Wetter- und Schneesituation schon Anfang April möglich und lud Biker zum Saisonstart ein. Diese sind in Scharen zur ersten Frühjahrstour ausgerückt, wie auf den bekannten Raststationen – etwa der beliebten Einkehrstation in der Wälder Metzge in Warth – am Wochenende unübersehbar war. Sogar ein einsamer Radler mühte sich – heuer wohl als einer der ersten – über den Hochtannberg: Florian aus Augsburg machte einen Ausflug in den Winter.

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: Schnittstelle zwischen Winter und Frühling: wenige Fahrminuten „hinter Mellau“ öffnet sich den Autofahrern diese weiße Winterkulisse.
Schnittstelle zwischen Winter und Frühling: wenige Fahrminuten „hinter Mellau“ öffnet sich den Autofahrern diese weiße Winterkulisse.

Auch das Kinderland bei der Talstation der Mellau Bahn Anfang April ausgeapert und wird den Osterurlaubern nicht mehr zur Verfügung stehen, statt Schneemann bauen ist dort Blümchenpflücken angesagt, Schnee wartet nur noch “weiter oben”.

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: Das Paradies der Ski-Kids, das beliebte Kinderland bei der Talstation der Mellau Bahn ist ausgeapert und lädt Osterurlauber wohl eher noch zum Blümchenpflücken ein. Schneemann-Bauen geht nur noch „weiter oben“ im Skigebiet.
Das Paradies der Ski-Kids, das beliebte Kinderland bei der Talstation der Mellau Bahn ist ausgeapert und lädt Osterurlauber wohl eher noch zum Blümchenpflücken ein. Schneemann-Bauen geht nur noch „weiter oben“ im Skigebiet.

Als Kontrast zu nach wie vor besten Pistenverhältnissen in hochalpinen Regionen wird es „am Land“ mehr und mehr grün – in schneeweißer Blütenpracht zeigen sich da nur erste frühblühende Obstbäume. Weiß ist – immer noch oder schon – die Modefarbe: In den Bergen wird die weiße Pracht von der wärmenden Sonne bedroht, im Tal von frostiger Kälte, die sich in den vergangenen Tagen sogar am sonst temperaturbegünstigten Bodensee bemerkbar machte.

Eisüberzug als Frostschutz

Jens Blum, Vorarlbergs größter Obstbauer, hat jedenfalls vorsichtshalber Bäume seiner Plantagen „vereist“, das heißt: mit Wasser besprüht, damit Knospen und Blüten gegen Kälte geschützt werden. Eisüberzug als Frostschutz? Was sich paradox anhört, ist ein probates Mittel, um zu verhindern, dass Frost die Blüte zerstört.

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: „Florian on tour“: der Augsburger Biker kam am Samstag per Bahn nach Lindau, fuhr die erste Etappe durch den Bregenzerwald und das Lechtal über rund 150 km nach Reuthe und nach dortiger Übernachtung am Sonntag über Chiemsee wieder Richtung Heimat. STP
„Florian on tour“: der Augsburger Biker kam am Samstag per Bahn nach Lindau, fuhr die erste Etappe durch den Bregenzerwald und das Lechtal über rund 150 km nach Reuthe und nach dortiger Übernachtung am Sonntag über Chiemsee wieder Richtung Heimat. STP

Durch „Frostschutzberegnung“ Blüten schützen funktioniert nach einfachem Prinzip: Gefriert das Wasser auf den Blüten, wird sogenannte Kristallisationswärme freigesetzt. Diese entsteht, wenn das Wasser seinen Aggregatzustand von flüssig zu fest ändert. Das Eis legt sich dann wie ein Schutzpanzer über die Blüten und hält die Temperatur bei null Grad. Jens Blum ist zuversichtlich, dass er seine Blüten unbeschadet durch den Frost gebracht hat und kann entspannt sein: zumindest in den nächsten Nächten sollten die Temperaturen nicht mehr unter Null sinken.

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: Auch „am Land“ ist weiß die Modefarbe: Vor allem Steinobst steht in voller Blüte und musste zum Teil schon den ersten Frost überstehen.
Auch „am Land“ ist weiß die Modefarbe: Vor allem Steinobst steht in voller Blüte und musste zum Teil schon den ersten Frost überstehen.

Leinen Los für Weiße Flotte

Aller guten Dinge sind drei – schneeweiße Blütenpracht im Tal, blütenweißer Schnee in den Bergen und auf dem Bodensee heißt es für die Weiße Flotte wieder Leinen los!

Schneeweiße Blüten, blütenweißer Schnee: Für „30. April, 17 Uhr“ war die Freigabe der Straße von Warth nach Lech avisiert – in Wirklichkeit war die Öffnung schon rund einen Monat früher möglich.
Für „30. April, 17 Uhr“ war die Freigabe der Straße von Warth nach Lech avisiert – in Wirklichkeit war die Öffnung schon rund einen Monat früher möglich.

Flottensternfahrt nach Bregenz

Am Sonntag, 13. April, wird die Kursschifffahrt den noch eingeschränkten Betrieb aufnehmen, zwei Wochen später – am 26. April – steht dann der erste Saisonhöhepunkt an: Die 52. Flottensternfahrt nimmt Kurs auf Bregenz, wo der traditionelle Stern gebildet wird.

Ein durchwachsenes Jahr 2024

Bei der Saisonstart-Pressekonferenz hielten die Vereinigten Schifffahrts-Unternehmen Bodensee und Unterrhein (VSU) auch Rückschau auf eine reichlich durchwachsene Vorjahrssaison. Vor allem Wetterkapriolen drückten das Passagieraufkommen. Mit einem Rückgang von 5,7 Prozent (von 402.000 auf 379.000 Passagiere minus etwa 23.000 Fahrgäste) schlugen sich die Vorarlberg Lines noch am besten. STP