So lernen Kinder im Lerncafé im Lustenau

Caritas Lerncafés bieten Kindern kostenlose Nachhilfe und Unterstützung.
Lustenau „Ich komme gerne ins Lerncafé. Hier erklärt man mir den Stoff noch einmal und unterstützt mich bei den Hausaufgaben“, sagt ein 13-jähriger Junge, der vor acht Jahren von Syrien nach Österreich gekommen ist. So wie ihm geht es den rund 30 Kindern, die das Caritas Lerncafé im Theresienheim jede Woche in Lustenau besuchen. Das Lerncafé ist ein kostenloses Angebot für Familien, denen das Geld für Nachhilfe fehlt, deren Wohnsituation ungeeignet zum Lernen ist oder deren Kinder noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse für den Schulerfolg verfügen.

„Die Kinder kommen gerne. Uns ist es wichtig, dass sie längerfristig mit uns lernen. So können wir sie optimal unterstützen“, erklärt Tabea Prestel, Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin sowie Leiterin des Lustenauer Lerncafés. Für eine gute Planung müssen sich die Kinder deshalb anmelden. Das kostenlose Angebot ist beliebt. „Wir haben eine Warteliste an Kindern, die aufgenommen werden möchten”, sagt sie.

Hilfe bei Hausaufgaben
Eltern wollen ihren Kindern eine gute Schulbildung bieten und sie beim Lernen unterstützen. Doch nicht allen ist dies möglich, sei es aus finanziellen oder sprachlichen Gründen. „Mein Vater hat mich hier angemeldet und ich komme schon seit vier Jahren jede Woche zum Lernen“, erklärt der syrische Junge in hervorragendem Deutsch. „Wir machen mit den Kindern gemeinsam die Hausaufgaben, bereiten sie auf anstehende Schularbeiten vor und schließen Lernlücken“, erläutert Prestel. Pro Nachmittag können zehn Kinder im Lerncafé von den ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. Dreimal in der Woche öffnet das Café von 13.30 bis 17 Uhr seine Türen. Schüler im Alter zwischen acht und 14 Jahren dürfen von dem kostenlosen Angebot Gebrauch machen.

Ehrenamtliche greifen unter die Arme
Ob pensionierte Lehrer, Erwachsene, Praktikanten oder Zivildiener – in Lustenau helfen elf Ehrenamtliche den Kindern bei den Schulaufgaben. So wie Edith Härle, die seit zehn Jahren einmal wöchentlich ehrenamtlich im Lerncafé tätig ist. „Für mich ist es ein schöner Ausgleich zu meiner Arbeit in der Krankenpflege“, erzählt sie. Früher habe sie immer mit ihren eigenen Kindern gelernt. Da diese mittlerweile erwachsen sind, wollte sie auch anderen Kindern etwas Gutes tun. Die Kinder im Lerncafé sind dankbar für die Unterstützung und schätzen es, dass sie mit den Schulaufgaben nicht allein gelassen werden. Das Lustenauer Lerncafé war das erste vieler weiterer Cafés, die im ganzen Land öffneten. 15 sind es mittlerweile im ganzen Land.

Wichtige Zeit zum Spielen
Kinder aus verschiedenen Teilen Lustenaus kommen ins Lerncafé und schließen untereinander Freundschaften. Nach getaner Arbeit nehmen sie zusammen eine Jause ein und haben noch Zeit, in der sie spielen, sich kreativ ausleben oder sich einfach nur auf der Grünfläche beim Theresienheim austoben können. „Heute schöpfen wir gemeinsam Papier“, freut sich die Leiterin Tabea Prestel. Gemeinsam mit den Kindern beratschlagt sie immer, was sie nach dem gemeinsamen Lernen machen wollen. „Die Freizeitstunde ist beliebt unter den Kindern”, sagt sie.

Um alle Kinder, auch jene von der Warteliste, gut betreuen zu können, benötigt das Lerncafé jedoch zusätzlich ehrenamtliche Helfer, die ihre Zeit den Kindern schenken und sie bei den Hausaufgaben unterstützen möchten . „Wir freuen uns, über jeden Interessenten, der uns bei unserer wertvollen Arbeit unterstützt”, sagt sie. Interessierte sollen sich unter tabea.prestel@caritas.at melden. BVS
