Generalprobe für die WM 2027: „Wir hoffen, dass der Winter in zwei Jahren nicht so schneearm wird wie heuer“

Am Wochenende wird im Skigebiet von Gargellen der Europa-Cup im Snowboard-Parallel ausgetragen, ein Testlauf für die FIS Freestyle-, Freeski- und Snowboard-WM 2027 im Montafon. Organisiert und durchgeführt wird der Bewerb vom Skiclub Montafon mit viel ehrenamtlicher Leistung.
Gargellen Am Wochenende (8. und 9. März) findet der Europa-Cup im Snowboard-Parallel im Skigebiet von Gargellen statt. Auch dieser Bewerb ist ein Testlauf für die FIS Freestyle-, Freeski- und Snowboard-WM 2027 im Montafon. Die FIS gibt nämlich vor, dass alle Events mindestens einmal auf Europa-Cup-Niveau ausgerichtet worden sein sollten, bevor man die WM austrägt. Vor zwei Wochen wurde mit dem Buckelpisten-Bewerb am Golm gestartet, nun ist Gargellen mit dem Snowboard-Parallel-Bewerb an der Reihe.

Verantwortlich für die Bewerbe ist der Skiclub Montafon mit seinen neun Ortsvereinen im Tal, Veranstalter ist jedoch der Dachverband ÖSV. Der Skiclub Montafon richtet die Bewerbe aus und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Obmann Thomas Amann hat dabei alle Hände voll zu tun. „Wenn du nicht selbstständig bist, kannst du das nicht stemmen“, sagt Amann, der das Haus Matschwitz am Golm führt. „Den ganzen Winter sind wir dran. Dafür, dass wir es im Ehrenamt machen, ist das viel Arbeit.“


Die Strecke in Gargellen wurde in den letzten Tagen aufwendig präpariert. Damit der Schnee kompakt und fest bleibt, haben Düsen Wasser mit hohem Druck in die Schneedecke injiziert. Dafür fuhr ein Pistenbully mit einem speziellen Düsen-Aufsatz die Piste entlang.

Zwei Kurse müssen für den Parallel-Bewerb gebaut werden. Dabei ist es wichtig, dass die Hangneigung rechts und links identisch ist. Während am Samstag der Riesenslalom stattfindet, messen sich die Snowboarder am Sonntag im Slalom. Bei beiden Rennen geht es nur um die Geschwindigkeit; der Schnellste kommt eine Runde weiter.

40 Vereinsmitglieder seien beim Bewerb allein auf der Strecke im Einsatz, da jedes Tor von einer Person einzeln betreut werden muss, erklärt Amann. Nur der Big-Air-Bewerb bei der Skischanze in Tschagguns wird nicht vorher getestet, da der Aufwand zu groß ist.

“Ohne Ehrenamt geht das nicht”
Der Skiclub Montafon mit seinen neun Ortsvereinen ist mit über 1.500 Mitgliedern der größte Verein im Tal. Doch auch hier schwindet das Ehrenamt. „Das Ehrenamt ist nicht mehr so wie früher. Niemand hat mehr Zeit, doch ohne Ehrenamt geht es nicht“, sagt Amann. „Bei jeder Veranstaltung, die wir machen, brauchen wir eine Förderung“, sagt Amann. 20.000 Euro kostet die Ausrichtung eines Europa-Cups, ein Weltcup mindestens das Doppelte. Finanziert werden die Testbewerbe vom ÖSV, dem Land Vorarlberg und dem Stand Montafon. Besonders teuer sind die Pistenbauer, wie Amann weiß: „Die Pistenbauer kosten richtig Geld. Es gibt zum Beispiel nur fünf Pistenbauer weltweit, die eine Buckelpiste bauen können.“
Die größte Herausforderung dieses Jahr ist jedoch der Schneemangel: „In guten Wintern haben wir zwölf Meter Schnee, in schlechten sechs Meter. Heuer haben wir nur drei Meter Naturschnee“, sagt Amann, der seit zehn Jahren Obmann des Skiclubs Montafon ist.

Bereits letzten Sommer hat man mit dem Pistenbau indirekt begonnen, erklärt Thomas Lerch, Geschäftsführer der Gargellner Bergbahnen. Dort wurde ein Grundmodell des Geländes mittels GPS erstellt, damit die Pistenbullyfahrer im Schneehöhenprofil nachschauen können, wie viel Schnee für eine ebene Piste noch fehlt. Betriebsleiter Manuel Stross zeigt die Strecke. Da die Piste für Skifahrer gesperrt ist, wurde für sie extra eine neue Piste präpariert, damit sie weiterhin auf direktem Wege zum Restaurant Schafberg Hüsli gelangen können.

Anfang Jänner begannen die Pistenbullyfahrer mit den Verschubarbeiten. „Wir haben 100.000 Kubikmeter Schnee verschieben müssen, um das Gelände auszugleichen und auf beiden Seiten exakt gleiche Bedingungen zu schaffen“, erklärt Stross. Der Slalom ist 300 Meter lang, der Riesenslalom mit 475 Metern deutlich länger. 110 Läufer gehen an den Start.

Für Thomas Lerch ist der Europa-Cup eine wichtige Generalprobe für den Weltcup in zwei Jahren. „Wir hoffen, dass 2027 nicht so ein schneearmer Winter wird wie heuer“, sagt Manuel Stross.

