Mit Volldampf ins Bähnle-Jubiläumsjahr

Das Museumsbähnle wird zum zweiten Mal mit dem Bahnkulturpreis ausgezeichnet
Bezau Nach einer erfolgreichen Saison habe er allen Grund, Zehntausenden Fahrgästen sowie besonders den unterstützenden Mitgliedern – allen voran dem engagierten Team der aktiven Ehrenamtlichen für ihren Einsatz zu danken, verbindet Vereinsobmann Oskar Müller die Weihnachts- und Neujahrswünsche an die Vereinsmitglieder und Freunde und Gönner der Bregenzerwälder Museumsbahn mit einem großen Dankeschön.

Und Müller darf auch berichten, dass der Verein erneut ein tolles Weihnachtsgeschenk erhalten hat: Der Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen zeichnete die Wälder Museumsbahn mit dem österreichischen Bahnkulturpreis aus. Das Besondere an dieser Auszeichnung: Die Wälder haben sich nach 2020 bereits zum zweiten Mal gegen die Konkurrenz von 40 Nostalgiebahnen, die zwischen Neusiedler- und Bodensee unterwegs sind, durchgesetzt.

Gefeiert wird diese Auszeichnung bei einem erfreulichen Anlass: „Überreicht wird der Bahnkulturpreis beim Jubiläumsfest 40 Jahre Bregenzerwald Museumsbahn“, kündigt Müller ein Highlight für die Saison 2025 an.

Viel Motivation und Rückenwind nehmen die Bähnleaktivisten von den Nikolausfahrten mit ins doppelte Jubiläumsjahr, denn neben 40 Jahre Museumsbahnverein gilt es 2025 auch noch das 30-JahrJubiläum der Kult-Veranstaltung Nikolaus-Fahrten zu feiern. Was 1995 mit zwei Zügen begann, hat sich heuer auf 38 Züge gesteigert – und das Interesse dafür geht längst weit über Vorarlbergs Grenzen hinaus, wie Oskar Müller stolz berichtet: „Unsere Nikolausfahrten haben im Advent wieder bei über 7000 Fahrgästen strahlende Gesichter bewirkt. Familien sind für diese besonderen Fahrten im Bregenzerwald zusammengetroffen, Kinder haben gesungen und Gedichte aufgesagt und wurden vom Nikolaus und Knecht Ruprecht beschenkt. Hunderte Erinnerungsfotos wurden in der Nikolokutsche geschossen. Sogar Fahrgäste aus Indien, Venezuela, Nicaragua, Florida, Holland oder Großbritannien haben sich extra an den ,Wälder Nikolaus‘ gewendet, um ihrer Begeisterung Ausdruck zu geben.“

Das erfolgreiche Jahr 2024 wurde durch den Tod des Gründungsmitglieds Hans Meusburger, der von 1993 bis 2013 dem Museumsbahnverein als Obmann vorstand und für seine Verdienste zum Ehrenobmann ernannt wurde, getrübt.

Gemeinsam mit dem früheren Bezauer Bürgermeister Erich Schäffler legte Meusburger mit dem legendären „Hanserich“ Anfang April 1985 den Grundstein für den Verein. In seinem Betrieb adaptierte er einen ausgemusterten Lkw als „Lokomotive“. Nach der Loktaufe fuhr diese Lok mit einem Waggon ein kurzes Stück vom Bahnhof Bezau in Richtung Reuthe – die „Museumsbahn“ war geboren. Rund ein halbes Jahr später wurde der Verein offiziell gegründet und Meusburger war maßgeblich daran beteiligt, dass in den folgenden Jahren „richtige“ Lokomotiven und Waggons in den Bregenzerwald zurückkamen, denn nach der offiziellen Einstellung der Wälderbahn per 29. Jänner 1985 war das gesamte Rollmaterial aus dem Bregenzerwald abgezogen worden und nach der Vereinsgründung am 29. November 1985 dauerte es fast zwei Jahre, bis am 26. September 1987 der erste “richtige” Zug fahren konnte.

Hans Meusburger „lebte“ für die Idee der Museumsbahn – so wurden z. B. in seinem Betrieb Waggons restauriert oder neu aufgebaut, Hans war nicht nur Obmann, sondern u. a. viele Jahre auch Lokführer, Hunderte Züge hat er im Führerstand der Dieselloks eigenhändig gefahren – auch noch, als er sein Lebenswerk 2013 in jüngere Hände legte und das Obmannamt an Oskar Müller übergab. STP