Ausgebildeter Skilehrer in Lech von Lawine mitgerissen

VN / 26.12.2024 • 14:58 Uhr
Lawinenabgang
Auch die Alpinpolizei mit dem Hubschrauber “Libelle” kam zum Einsatz. Polizei

Airbag wurde nicht ausgelöst: 40-Jähriger überlebte dramatische Augenblicke beim Madlochjoch.

Lech Unverletzt und mit dem Schrecken davongekommen: Für einen ausgebildeten Skilehrer dürfte sich der Christtag am vergangenen Mittwoch wohl als „Weihnachtswunder“ in seine Memoiren einprägen.

Der 40-Jährige war gegen 14.20 Uhr mit seiner Partnerin auf den Skiern vom Madlochjoch in Richtung unterwegs gewesen. Dort beabsichtigten die beiden anschließend, im Tiefschnee abzufahren und dann über das Stierlochjoch wieder zurück ins Skigebiet zu fahren.

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Plötzliches Setzungsgeräusch

Die Frau entschloss sich, zunächst an der Einfahrtstelle zu warten und ihren Freund beim Einfahren in den Hang zu beobachten. Doch dann kam es zum unverhofften Verhängnis: Plötzlich war ein lautes Setzungsgeräusch im Schnee zu vernehmen. Unmittelbar darauf setzte sich der gesamte Bereich rund um den Skiführer in Bewegung und erfasste ihn. Der 40-Jährige konnte sich am Anfang noch auf den Skiern halten, kam dann jedoch zu Sturz und wurde rund 500 Meter von den Schneemassen mitgerissen.

Hand ragte aus dem Schnee

Als die Lawine zum Stillstand kam, war der Skiführer komplett verschüttet. Lediglich seine linke Hand ragte noch aus der Lawine. Dies ermöglichte dem Mann, Kopf und Gesicht selbstständig frei zu graben. Seine Partnerin beobachtete den Vorfall von einer sicheren Position aus, startete sofort mit der Signalsuche und setzte einen Notruf ab. In der Zwischenzeit gelang es ihrem Freund, sich selbstständig komplett aus den Schneemassen zu befreien. Das Paar war mit der gesamten Notfallausrüstung ausgestattet gewesen, weder Lawinenpiepser, Schaufel, Sonde noch der Lawinenairbag fehlten. Allerdings wurde der Airbag beim Abgang nicht ausgelöst.

Die alarmierten Einsatzkräfte brachten den Skiführer mit dem Notarzthubschrauber C8 ins LKH Bludenz zur Untersuchung. Dort wurde er unverletzt entlassen. Im Einsatz standen die Bergrettung Lech, der Notarzthubschrauber C8, die Polizei mit ihrem Hubschrauber „Libelle“ sowie zwei weitere Polizei- bzw. Alpinstreifen.

Weißer Tod im Zillertal

Ein weiterer Lawinenabgang in den Zillertaler Alpen in Tirol hat am Donnerstag zwei Todesopfer gefordert. Die beiden Wintersportler wurden kurz vor Mittag ein Stück unterhalb des Gipfels des Rosskopf im Gemeindegebiet von Hippach (Bezirk Schwaz) von den Schneemassen verschüttet und anschließend von den Einsatzkräften ausgegraben. Eine Person wurde nach dem Auffinden noch reanimiert, hieß es von der Leitstelle.

Identität noch unklar

Nähere Details zum Unfallhergang bzw. zur Identität der Verunglückten waren noch nicht bekannt. Am Donnerstag herrschte im betroffenen Gebiet Lawinenwarnstufe drei auf der fünfteiligen Skala, damit war die Lawinengefahr “erheblich”.