Tradition und Trends: Welche Bäume Vorarlbergs Stuben an Weihnachten zieren

VN / 10.12.2024 • 17:16 Uhr
Wir besuchen die Christbaum-Züchter-Familie Kaufmann (wiChristbaumtrends, Pflege, Besonderheiten usw. Martin Kaufmann
Martin Kaufmann gehört zur zweiten Generation des Christbaumhofs in Watzenegg – hier sind Christbäume Familiensache. VN/PAULITSCH

Auf dem Christbaumhof Kaufmann in Watzenegg wächst seit über 50 Jahren Weihnachtsstimmung. Die VN waren vor Ort, um herauszufinden, welcher Christbaum in den heimischen Wohnzimmern am beliebtesten ist – und wie er möglichst lange frisch bleibt.

Dornbirn Vorweihnachtliche Stimmung herrscht auf dem Christbaumhof Kaufmann. Auch ohne Schnee kündigen sich hier die Feiertage an. Seit über 50 Jahren wachsen auf den steilen Hängen rund um Watzenegg und andere Dornbirner Ortsteile Christbäume – eine Tradition, die Seniorchef Erwin Kaufmann 1972 begründete und die mittlerweile in der dritten Generation fortgeführt wird.

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Erwin Kaufmann (l.) begann vor über 50 Jahren mit der Christbaumzucht. Mittlerweile umfasst der Bestand 10.000 Bäume. VN/PAULITSCH

Rund 10.000 Bäume stehen auf den vier Anbauflächen der Familie. „Unser Christbaumhof ist der zweitgrößte in Vorarlberg. Wir verkaufen jedes Jahr rund 1.000 Bäume“, erzählt Juniorchef Martin Kaufmann während eines Rundgangs über den Hof.

Die beliebtesten Bäume

Ob Nordmanntanne, Fichte oder Weißtanne – die Kunden haben auf dem Christbaumhof Kaufmann die Qual der Wahl. „Gefragt ist natürlich immer die Nordmanntanne. Das ist in den Vorarlberger Stuben der klassische Christbaum“, erklärt Martin Kaufmann. Doch auch die traditionsreiche Fichte und die robuste Weißtanne finden Liebhaber.

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Die buschige, dunkelgrüne Nordmanntanne ist der gefragteste Baum bei Herrn und Frau Vorarlberger, berichtet Martin Kaufmann. VN/PAULITSCH

Die Christbäume der Familie Kaufmann stehen nicht nur für die Weihnachtszeit, sondern auch für nachhaltige, regionale Qualität. Das Ländle-Christbaumsiegel garantiert, dass jeder Baum in Vorarlberg gepflanzt, aufgezogen und geerntet wurde.

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Das Ländle-Christbaumsiegel steht für Regionalität. Bei der Familie Kaufmann kommt übrigens keine Chemie zum Einsatz – als natürliche „Rasenmäher“ dienen Shropshire-Schafe. VN/PAULITSCH

Das Größenangebot reicht von einem halben Meter bis zu fünf Metern Höhe. „Gekauft wird wirklich jedes Format und auch die Drei-Meter-Bäume finden Platz in den heimischen Wohnzimmern“, so Kaufmann. Bis ein Christbaum eine „durchschnittliche“ Höhe von knapp zwei Metern erreicht, vergehen acht bis zehn Jahre.

Selbst schneiden

Für viele Kunden gehört der Christbaumkauf zur vorweihnachtlichen Tradition. „Familien kommen gerne mit ihren Kindern, um ihren Christbaum selbst zu schneiden. Auch Firmen nutzen diese Möglichkeit“, berichtet der Juniorchef. Schon vor dem 1. Dezember können die Bäume ausgesucht und später mit einer Handsäge geschnitten werden. „Der Bezug zum Christbaum ist dadurch ein ganz anderer.“

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Auch Fichten und Weißtannen werden gekauft, wenn auch seltener als die Nordmanntanne. VN/PAULITSCH

Trends rund um den Christbaum

Auch beim Christbaum geht der Trend hin zur einfachen Handhabung. Ein Beispiel dafür ist der Easyfix-Ständer. „Mit einem vorgebohrten Loch im Stamm lässt sich der Baum in Nullkommanichts kerzengerade aufstellen“, erklärt Martin Kaufmann und demonstriert die Funktionsweise. Immer mehr Kunden entscheiden sich außerdem für einen Christbaum im Topf, der bei guter Pflege mehrere Jahre überdauern kann.

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Der Easyfix-Ständer bietet eine schnelle und einfache Lösung, um den Baum aufzustellen. VN/PAULITSCH

Damit der Baum in der warmen Stube möglichst lange frisch bleibt, gibt es einfache Tipps: „Gerade am Anfang trinkt ein Christbaum viel Wasser. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass das Wasser im Ständer nicht ausgeht“, betont Kaufmann. Zwar sei Wasser nicht zwingend notwendig, „aber der Baum wirkt damit vitaler.“ Wer seinen Baum vorübergehend draußen lagert, sollte ihn vor dem Aufstellen im Haus „auftauen“ lassen, rät der Experte.

Tradition und Trends: Welche Bäume Vorarlbergs Stuben an Weihnachten zieren

Zunehmend beliebter, vor allem bei jungen Menschen, ist es, den Baum bereits früh in der Adventzeit aufzustellen. „Wer den Baum schon zwei Wochen vor Weihnachten aufstellt, hat in der Regel keine Probleme mit der Optik. Nach vier Wochen wird der Baum jedoch nicht mehr so frisch aussehen“, erklärt Kaufmann abschließend. VN-JMA