Mobbing hat keine Chance, wenn die Klasse dagegenhält

VN / 27.11.2024 • 15:50 Uhr
Mobbing hat keine Chance, wenn die Klasse dagegenhält: Die Zweitklässler des BG Lustenau lernen Mobbing zu erkennen und sich dagegen zu wehren.
Die Zweitklässler des BG Lustenau lernen Mobbing zu erkennen und sich dagegen zu wehren.BVS

Die Offene Jugendarbeit im Culture Factor Y klärt Schüler über Mobbing auf und arbeitet präventiv mit den Kindern.

Lustenau „Ist das Petzen, wenn ich nach Hilfe bitte?“, fragte Jugendarbeiterin Regine Riedler die Zweitklässler des BG Lustenau. Die Schülerinnen und Schüler sind am Donnerstagvormittag zum Mobbing-Präventionsworkshop ins Culture Factor Y gekommen, wo sie viele Tipps erhielten und lernten, Mobbing zu erkennen und dementsprechend darauf zu reagieren. Die beiden Jugendarbeiter Regine Riedler und Michael Hollenstein verdeutlichten, was Mobbing ist und wie sich Opfer dabei fühlen. „Wir arbeiten präventiv mit den Schulklassen, klären auf und arbeiten darauf hin, dass Mobbing erst gar nicht aufkommt“, erklärte Riedler. Für jede Schulstufe gibt es passende Beispiele, denn auch die Themen der Jugendlichen verändern sich.

Die beiden Jugendarbeiter Michael Hollenstein und Regine Riedler vom Culture Factor Y arbeiten mit Lustenaus Schülern präventiv, damit Mobbing erst gar nicht aufkommt.
Die beiden Jugendarbeiter Michael Hollenstein und Regine Riedler vom Culture Factor Y arbeiten mit Lustenaus Schülern präventiv, damit Mobbing erst gar nicht aufkommt.

Klassengemeinschaft ist wichtig

„Wenn ich als Klasse diese Form der Gewalt nicht zulasse, hat Mobbing keine Chance“, sagte Regine Riedler. Umso wichtiger ist es, die Gemeinschaft in der Klasse zu stärken. In den Workshops, die von den Erst-, Zweit- und Drittklässler des Gymnasium Lustenau, der Mittelschule Rheindorf und Kirchdorf besucht werden, erklären die beiden Jugendarbeiter, dass Gewalt auch verbal sein kann. Denn auch böse oder beleidigende Worte können verletzen. Die Workshops sind aufbauend und an das Alter der Kinder angepasst. Für die Workshops sammelten die Verantwortlichen eine breite Palette an Übungen, die auf die jeweilige Altersgruppe und Klassensituation abgestimmt ist. Der Fokus in der Arbeit der Offenen Jugendarbeit liegt auf dem Verstehen durch aktives Erleben.

Betroffenheit schaffen

Spielerisch lernen die Jugendlichen den Mobbingprozess zu erkennen und zu benennen. „Anhand der vielen Beispiele beginnt ein Veränderungsprozess“, erklärte Roman Zöhrer vom Culture Factor Y. Eine wichtige Botschaft geben die Jugendarbeiter den Schülern mit: „Alleine gegen einen Täter zu gehen und sich für ein Opfer einzusetzen ist schwierig. Sucht euch Verstärkung und zeigt, dass Mobbing in der Klasse nicht willkommen ist“, betonte Riedler. Das Feedback der Schüler zeigt, dass Bedarf vorhanden ist. Für das kommende Schuljahr plant die Offene Jugendarbeit Lustenau einen Ausbau der bereits geführten Schulworkshops. BVS