In Egg gilt jetzt Tempo 30 – auf der Landesstraße

Egg drosselt das Tempolimit auf der L 200 im Zentrum auf 30 Stundenkilometer.
Egg Die Planungen für eine Egger Zentrumsumfahrung stocken und Bürgermeister Paul Sutterlüty hat es Anfang des Jahres gegenüber den VN realistisch eingeschätzt: „Bis zur Umsetzung könnten noch zehn Jahre vergehen.“ Dessen ungeachtet halten er und die Egger Entscheidungsträger nichts von der Devise „Abwarten und Tee trinken“, und sind seit Jahren aktiv, um das leidige Problem der wachsenden Verkehrsbelastungen mit kleinen Maßnahmen zu lindern.

Ortsumfahrung verpasst
Die jetzt geplante und diskutierte Ortsumfahrung hat Egg vor Jahrzehnten verpasst. Als in den 1960-er und 1970-er Jahren der Auf- und Ausbau der Skigebiete im Hinterwald einen massiven Zuwachs des Straßenverkehrs auslöste, haben die Wälder Gemeinden entlang der L 200 reagiert: Bezau sowie Reuthe Hof und Baien, Mellau und Schnepfau wurden durch Umfahrungen nachhaltig entlastet. Nach den Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger von Alberschwende, Egg, Andelsbuch oder Schoppernau hätte es so weitergehen können – doch die Wünsche dieser Gemeinden blieben bis dato unerfüllt.

Andelsbuch erreichte in jüngster Vergangenheit wenigstens kleinräumige Lösungen für die Umfahrung von Bersbuch (eröffnet 2006) und Bühel (eröffnet 2016), die Schoppernauer Pläne – dort war angedacht, die Trasse der L 200 nach dem Vorbild der Umfahrung Schnepfau entlang der Ach zu führen – verschwanden in der Schublade und in Alberschwende und Egg steckt die Verkehrsentlastung im Stadium von „Planung, Diskussion und Prüfung“. Alberschwende hat eine Variantenprüfung auf den Weg gebracht, nachdem Planungen aus dem Jahre 1984 nicht weiter verfolgt wurden. Für Egg sind die Planungen ähnlich weit.

Tempolimit und Kreisverkehre
Weil bis zu einer Realisierung solcher Pläne noch viel Wasser die Ach hinunterrinnen wird, trachtet Egg danach, die Bevölkerung – speziell die direkt betroffenen Straßenanrainer – bestmöglich zu entlasten. Mit solchen Maßnahmen hat schon der 2020 verstorbene Bürgermeister Anton Sutterlüty begonnen: Vor rund 40 Jahren war er ein Pionier, als er auf der L 200 (damals B 200) im Egger Zentrum ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern erwirken konnte. Dem Beispiel folgten inzwischen andere Vorarlberger Kommunen.

Jetzt hat die Gemeindevertretung noch ein Schäufelchen nachgelegt und nach dem Motto „darf’s ein bisschen langsamer sein?“ eine weitere Geschwindigkeitsverringerung auf 30 Stundenkilometer im Zentrum erwirkt.

Hinzu kommen als wirksame Tempobremsen der „richtige“ Kreisverkehr beim Kaufhaus der Wälder und der „improvisierte Kreisel“ auf der Kreuzung im Dorfzentrum. Nach überzeugendem Probebetrieb wurde diese innovative und extrem kostengünstige Lösung von der BH als dauerhafte Variante genehmigt.
Flankierende Maßnahmen
Die behördliche Genehmigung des Kreisverkehrs war für Egg der Startschuss für weitere flankierende Maßnahmen: Im Vorfeld des Kreisels wurden Fahrbahnteiler installiert, die das Queren der Fahrbahn für Fußgänger noch sicherer machen. So wurde der Verkehr zwischen dem neuen Dorfplatz vor Posthus und Gemeindeamt einerseits und den Gasthöfen auf der anderen Seite der L 200 spürbar verlangsamt.
Im Posthus zieht „Leben“ ein
Stichwort Posthus: Termingemäß zieht im neuen Wahrzeichen der Gemeinde jetzt „Leben“ ein: am 3. Dezember werden im Erdgeschoss das Restaurant von Sarah kocht und Suzis Eis Café eröffnet. Anfang 2025 werden auch die oberen Etagen nach und nach bezogen. Eine offizielle Eröffnung ist im Frühjahr geplant, wenn auch die Dorfplatzgestaltung im wahrsten Sinne des Wortes „aufgeblüht“ ist. STP