Revitalisierung des Armatin-Höhenwegs: Ein historischer Pfad kehrt zurück

VN / 15.10.2024 • 11:35 Uhr
Revitalisierung des Armatin-Höhenwegs: Ein historischer Pfad kehrt zurück
Karl-Heinz Dobler hat den Armatin-Höhenweg wieder begehbar gemacht. Bilder: VN/JUN

Nach langer Sperrung wurde der Armatin-Höhenweg oberhalb von Bludenz von Karl-Heinz Dobler und dem Alpenverein wieder reaktiviert: Mit frischen Markierungen, Sicherheitsseilen und interaktiven QR-Codes ist der historische Weg wieder begehbar.

Bludenz Der obere Armatin-Höhenweg, einst von Arbeitern der WLV (Wildbach- und Lawinenverbauung) errichtet, wurde von Karl-Heinz Dobler zusammen mit Norbert und Valentina Steiner revitalisiert, nachdem dieser lange Zeit gesperrt war.

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Zunächst geht es von der Muttersberg-Bergstation auf einem breiten Güterweg bis zur Abzweigung Doblerweg.
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Immer im Blick: Die Elsspitze
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Karl-Heinz Dobler hat hier ein Haus am Muttersberg. Daher kennt er jeden Weg.

„Die Wegerhaltung hat Geld gekostet“, sagt Karl-Heinz Dobler. Und die Stadt Bludenz, genauer gesagt der Verkehrsverein Bludenz als Wegerhalter, hat sich deshalb dazu entschlossen, den Weg bis zur Quellfassung zu sperren. Denn die Stadt wollte nicht die Sicherheit und Pflege des Weges garantieren und dafür auch nicht haften in Falle eines Unfalls. Das fand Karl-Heinz Dobler schade, weshalb „wir uns dazu entschieden haben, den Weg neu zu beleben“.

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Über ein Stück auf dem Doblerweg geht es auf den Armatin-Höhenweg.
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Gerade im Herbst ist die Wanderung schön.
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Durch den Wald verläuft der Armatin-Höhenweg.

Der Bludenzer Alpenverein war von der Idee ebenfalls angetan, weshalb dieser den Armatin-Höhenweg in sein Wegenetz mit aufnahm. Somit ist der Alpenverein nun Betreiber und Erhalter des rot-weiß markierten Weges, der dennoch Trittsicherheit, Erfahrung und Schwindelfreiheit voraussetzt, da einige Passagen bei den Tobeln abschüssig und ausgesetzt sind.

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Lauf- und Nadelbäume wechseln sich ab.
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Die alte Tafel des Verkehrsvereins Bludenz, wo auf die Trittsicherheit hingewiesen wird, wurde belassen.
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Der Armatin-Höhenweg verläuft viel im Wald und eignet sich daher besonders gut an heißen Sommertagen.

Um den Wanderern einen Mehrwert zu bieten, hat Karl-Heinz Dobler vier kleine Tafeln mit jeweils einem QR-Code in Auftrag gegeben, die an den Wanderschildern montiert wurden. Die Kosten für die Tafeln übernahm das Land.

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Da der Abstieg vom Muttersberg über den Armatin-Höhenweg drei Stunden dauert, ist er nicht so oft begangen wie der direkte Abstiegsweg. Hier hat man noch seine Ruhe und kann die Stille und Einsamkeit genießen.
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Hier links sieht man die erste von insgesamt vier Tafeln mit QR-Code.
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Auf dem Weg hinunter muss man mehrere Tobel durchqueren.

Der Alpenverein übernahm die Kosten der Stahlseile, die an heiklen Passagen angebracht worden sind, hat den Weg instandgesetzt sowie Markierungen aufgefrischt. Die meiste Arbeit davon übernahmen Karl-Heinz Dobler sowie Norbert und Valentina Steiner. Dobler ist jetzt auch Wegewart des Armatin-Höhenwegs. Fünf- bis sechsmal im Jahr sieht er nach dem Rechten.

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Herbstliche Farben erwarten den Wanderer auf dem Weg, den man in beiden Richtungen begehen kann.
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Da der Weg durch mehrere Tobel führt, ist dieser sehr wartungsintentiv.
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Hier teilt sich der Armatin-Höhenweg in den unteren und oberen Höhenweg. Wir gehen den oberen Höhenweg, da man dort am Aussichtspunkt Grüneck vorbeikommt.

2020 haben Karl-Heinz Dobler, Norbert und Valentina Steiner damit begonnen, den Armatin-Höhenweg zu reaktivieren. Allein die Tafeln zu bestellen und die Genehmigung durch die Bezirkshauptmannschaft einzuholen, hat eineinhalb Jahre gedauert. Silvia Plangg von der Alpenregion Bludenz hat die Hintergrundinformationen, die man mittels QR-Codes mit dem Handy abrufen kann, zusammengestellt.

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Die Pfade sind zum Teil schmal und abschüssig. Deswegen ist gutes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.
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So schauen die Tafeln aus.
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Auch die Markierungen wurden neu gemalt.

Vier Zusatztafeln wurden entlang des Weges angebracht, alle mit gleichem Layout und gleichem Inhalt, da man an verschiedenen Stellen in den Weg einsteigen kann. Wenn man den QR-Code scannt, dann erfährt man nicht nur Geschichtliches zum Armatin-Höhenweg, sondern erhält auch ein Höhenprofil und eine Wegbeschreibung.

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Alle Markierungen wurden neu gemacht. Der Weg ist bewusst rot-weiß markiert, um nicht die Touristen abzuschrecken.
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Auf die Gefahren wird mit diesem Schild hingewiesen.
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Hier beginnt das neue Stahlseil.

Die Geschichte dahinter

Zur Geschichte erzählt Karl-Heinz Dobler: „1919 hat die WLV damit begonnen, den Muttersbergtobel zu sichern, damit so ein Murenabgang wie 1918 nicht noch einmal passieren kann.“ Die Mure, die am 18. Dezember 1918 abging, stieß bis an den Bahnhof vor. Damit die Arbeiter der WLV zu ihrer Einsatzstelle gelangen und mit der Verbauung der Tobel beginnen konnten, wurde der Armatin-Höhenweg errichtet, der durch den Rosstobel, Mitterbergtobel, Armatintobel und Muttersbergtobel führt. Aufgrund der Tobel ist der Weg sehr wartungsintensiv. Das Trinkwasser für die Stadt Bludenz kommt zu 90 Prozent aus diesem Gebiet. Auch das erfährt man beim Scannen des QR-Codes.

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Der Weg ist technisch nicht schwierig, aber hier und da ausgesetzt. Deswegen kann man das Stahlseil zur Hilfe nehmen.
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Der Weg wurde zum Teil auch neu angelegt.
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Auf in den nächsten Tobel.

Wer am Muttersberg noch einen einsamen Wanderweg sucht, der ist beim Armatin-Höhenweg richtig, da dieser, anders als der direkte Weg auf den Muttersberg, länger und schwieriger ist. Drei Stunden muss man für den acht Kilometer langen Weg einplanen. Steigt man diesen ab, dann muss man trotzdem insgesamt 200 Höhenmeter im Aufstieg bewältigen.

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Ein weiterer Tobel, den man queren muss.
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Neu angelegter Weg, neue Markierung, neues Stahlseil: der Alpenverein hat den Weg revitalisiert.
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Am Aussichtspunkt Grüneck gibt es sogar eine Bank.
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Die Aussicht vom Grüneck reicht bis zum Alpstein.
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Ein weiteres Stahlseil, das angebracht wurde.
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Auch hier ist der Weg abschüssig.
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Ein weiteres Hinweisschild am Baum. Der Weg hinunter hat trotzdem 200 Höhenmeter Aufstieg.
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Blick auf die Elsspitze.
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Hier ist auch das Quellschutzgebiet von Bludenz.
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Hier wird der Weg wieder breiter.
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Karl-Heinz Dobler kennt das Gebiet sehr gut.
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Aussicht ins Brandnertal.