Revitalisierung des Armatin-Höhenwegs: Ein historischer Pfad kehrt zurück

Nach langer Sperrung wurde der Armatin-Höhenweg oberhalb von Bludenz von Karl-Heinz Dobler und dem Alpenverein wieder reaktiviert: Mit frischen Markierungen, Sicherheitsseilen und interaktiven QR-Codes ist der historische Weg wieder begehbar.
Bludenz Der obere Armatin-Höhenweg, einst von Arbeitern der WLV (Wildbach- und Lawinenverbauung) errichtet, wurde von Karl-Heinz Dobler zusammen mit Norbert und Valentina Steiner revitalisiert, nachdem dieser lange Zeit gesperrt war.



„Die Wegerhaltung hat Geld gekostet“, sagt Karl-Heinz Dobler. Und die Stadt Bludenz, genauer gesagt der Verkehrsverein Bludenz als Wegerhalter, hat sich deshalb dazu entschlossen, den Weg bis zur Quellfassung zu sperren. Denn die Stadt wollte nicht die Sicherheit und Pflege des Weges garantieren und dafür auch nicht haften in Falle eines Unfalls. Das fand Karl-Heinz Dobler schade, weshalb „wir uns dazu entschieden haben, den Weg neu zu beleben“.



Der Bludenzer Alpenverein war von der Idee ebenfalls angetan, weshalb dieser den Armatin-Höhenweg in sein Wegenetz mit aufnahm. Somit ist der Alpenverein nun Betreiber und Erhalter des rot-weiß markierten Weges, der dennoch Trittsicherheit, Erfahrung und Schwindelfreiheit voraussetzt, da einige Passagen bei den Tobeln abschüssig und ausgesetzt sind.



Um den Wanderern einen Mehrwert zu bieten, hat Karl-Heinz Dobler vier kleine Tafeln mit jeweils einem QR-Code in Auftrag gegeben, die an den Wanderschildern montiert wurden. Die Kosten für die Tafeln übernahm das Land.



Der Alpenverein übernahm die Kosten der Stahlseile, die an heiklen Passagen angebracht worden sind, hat den Weg instandgesetzt sowie Markierungen aufgefrischt. Die meiste Arbeit davon übernahmen Karl-Heinz Dobler sowie Norbert und Valentina Steiner. Dobler ist jetzt auch Wegewart des Armatin-Höhenwegs. Fünf- bis sechsmal im Jahr sieht er nach dem Rechten.



2020 haben Karl-Heinz Dobler, Norbert und Valentina Steiner damit begonnen, den Armatin-Höhenweg zu reaktivieren. Allein die Tafeln zu bestellen und die Genehmigung durch die Bezirkshauptmannschaft einzuholen, hat eineinhalb Jahre gedauert. Silvia Plangg von der Alpenregion Bludenz hat die Hintergrundinformationen, die man mittels QR-Codes mit dem Handy abrufen kann, zusammengestellt.



Vier Zusatztafeln wurden entlang des Weges angebracht, alle mit gleichem Layout und gleichem Inhalt, da man an verschiedenen Stellen in den Weg einsteigen kann. Wenn man den QR-Code scannt, dann erfährt man nicht nur Geschichtliches zum Armatin-Höhenweg, sondern erhält auch ein Höhenprofil und eine Wegbeschreibung.



Die Geschichte dahinter
Zur Geschichte erzählt Karl-Heinz Dobler: „1919 hat die WLV damit begonnen, den Muttersbergtobel zu sichern, damit so ein Murenabgang wie 1918 nicht noch einmal passieren kann.“ Die Mure, die am 18. Dezember 1918 abging, stieß bis an den Bahnhof vor. Damit die Arbeiter der WLV zu ihrer Einsatzstelle gelangen und mit der Verbauung der Tobel beginnen konnten, wurde der Armatin-Höhenweg errichtet, der durch den Rosstobel, Mitterbergtobel, Armatintobel und Muttersbergtobel führt. Aufgrund der Tobel ist der Weg sehr wartungsintensiv. Das Trinkwasser für die Stadt Bludenz kommt zu 90 Prozent aus diesem Gebiet. Auch das erfährt man beim Scannen des QR-Codes.



Wer am Muttersberg noch einen einsamen Wanderweg sucht, der ist beim Armatin-Höhenweg richtig, da dieser, anders als der direkte Weg auf den Muttersberg, länger und schwieriger ist. Drei Stunden muss man für den acht Kilometer langen Weg einplanen. Steigt man diesen ab, dann muss man trotzdem insgesamt 200 Höhenmeter im Aufstieg bewältigen.












