Nach Hangrutsch in Hörbranz: So wird nun ein erster Rettungsanker geworfen

VN / 15.10.2024 • 15:55 Uhr
1 Jahr Hangrutsch Hörbranz Drohne Bild von oben Luftbild Luftaufnahme Drohnenfoto Drohnenbild
Ein Jahr nach dem zerstörerischen Niedergang von Erdmassen und Geröll: Drohnenaufnahme von der Parzelle Hochreute. vn/paulitsch

Vorarlberger Landesregierung beschloss die Unterstützung der geschädigten Grundstücksbesitzer. Und auf welche Weise das geschieht.

Bregenz, Hörbranz Dort, wo in der Parzelle Hochreute in Hörbranz Ende April 2023 ein Hangrutsch eine Spur der Verwüstung zog und fünf Häuser zerstörte, liegt heute Brachland. Und so wird es auch bleiben. Denn die Fläche ist nicht mehr bebaubar. Vier Familien sind betroffen. Diese sind laut dem Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser derzeit unter anderem in Mietshäusern in Hohenweiler und einem älteren Haus in Lochau untergebracht.

Das Land sagte den Geschädigten bereits von Beginn an Unterstützung bei den Ersatzbeschaffungen von Grundstücken zu. Mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds, der Wohnbauförderung und weiteren Härtefalltöpfen. Doch das Prozedere ließ auf sich warten.

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Gutachten vorgelegt

Im vergangenen Juni wurde den betroffenen Grundstückseigentümern schließlich ein endgültiges Gutachten vorgelegt, das ihnen Klarheit über den Wert der betroffenen Flächen und den Rahmen der finanziellen Unterstützung verschaffte. Die Rede war dabei von bis zu 50 Prozent je nach Wert ihrer Grundstücke für die Ersatzbeschaffung, in besonderen Härtefällen bis zu 75 Prozent.

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Bebauung in sicherer Lage

In der Regierungssitzung der vergangenen Woche beschloss die Vorarlberger Landesregierung nun die Unterstützung von Grundstücksbeschaffungen von mehreren Geschädigten als Ersatz für jene durch die Hangrutschung verwüsteten und nicht mehr bebaubaren Flächen. Um darauf wieder Wohngebäude in sicherer Lage zu errichten.

Hangrutsch Hörbranz, Fotos mit/von dem Baggerfahrer Edie Arbeiter Unwetter Rutsch Steinschlag
Insgesamt fünf Häuser wurden zerstört und mussten abgerissen werden. vn/paulitsch

Wie Walter Vögel, stellvertretender Leiter der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum der Landesregierung, den VN am Dienstag mitteilte, betrifft dies aktuell zwei betroffene Familien. Diese haben beschlossen, Grundstücke in Hörbranz zu erwerben. „Die Kosten der Wiedererrichtung der Wohngebäude werden in diesen Fällen von den Versicherungen getragen. Nicht jedoch die Kosten von Grund und Boden.“

Walter Vögel
Walter Vögel, stellvertretender Leiter der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum. vlk

“Hohes Investment”

Hier greift jetzt das Land ein. Doch in welcher Höhe bei den Kosten der Ersatzbeschaffung von Grundstücken unterstützt wird, will und kann Vögel hier auch nicht sagen. „Die Bemessungsgrundlage richtet sich unter anderem nach den finanziellen Verhältnissen der betroffenen Familien, die unterschiedlich sind.“

Erst wenn die Kaufverträge unterschrieben und alle Angaben dargelegt seien, werde die Höhe der Unterstützung festgelegt. Nur so viel: „Es ist ein hohes Investment“, lässt Vögel durchblicken. Die Sicherungsarbeiten nach dem Hangrutsch in Hörbranz in Vorarlberg haben bisher rund dreieinhalb Millionen Euro gekostet.

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