Luxusleben dank Kokain: Familienvater wegen Drogenhandel vor Gericht

Während er Arbeitslosengeld bezog, finanzierte ein Familienvater seinen luxuriösen Lebensstil durch den Handel mit Kokain. Dafür saß er nun auf der Anklagebank.
Feldkirch Ein 41-jähriger Südländer, der im Oberland lebt, musste sich vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Der Vorwurf: Schmuggel von Kokain von Mailand nach Vorarlberg. Bei einer Verkehrskontrolle im Mai fanden Beamte fast 400 Gramm des Rauschgifts im Kofferraum seines Mercedes. Neben dem Schmuggel wurde der Familienvater auch wegen Handels mit rund 570 Gramm Kokain, Eigenkonsum und Besitz eines illegalen Schlagrings angeklagt.
Anonyme Hinweise
Anfang des Jahres hatten zwei unabhängige, anonyme Tippgeber die Ermittler auf die Spur des Angeklagten gebracht. Nachdem er mit dem Rauschgift im Kofferraum inflagranti erwischt worden war, klickten die Handschellen. Während der Oberländer bei der Polizeibefragung noch von zwei Schmuggelfahrten berichtet hatte, zeigte er sich vor Gericht überraschend vergesslich. Die von einem Dolmetscher ins Italienische übersetzten Fragen von Richterin Verena Wackerle beantwortete er ausweichend oder gar nicht.
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Einige Vorwürfe gestand der Angeklagte jedoch ein, wie auch sein Verteidiger German Bertsch eingangs bereits mitteilte: „Ich habe in Vorarlberg etwa 250 bis maximal 300 Gramm Kokain verkauft“, räumte er ein, stritt jedoch eine zweite Schmuggelfahrt ab. Seine Gründe für die Reisen nach Mailand waren widersprüchlich und ungenau. Mal war er beruflich, mal aus medizinischen Gründen in der italienischen Modemetropole, einmal im März, einmal im April.
Zweifel an Glaubwürdigkeit
Staatsanwalt Markus Fussenegger hinterfragte die Glaubwürdigkeit des Angeklagten. „Er hat niemals langfristig gearbeitet“, betonte er in seinem Schlusswort. Dies passe nicht zu seinem luxuriösen Lebensstil. Der Familienvater, dessen Frau ebenfalls schon längere Zeit arbeitslos ist, fuhr einen Mercedes GLA, besaß drei teure Mobiltelefone und Luxustrainingsanzüge, die jeweils mehrere hundert Euro kosteten.
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Fussenegger bezweifelte in seinem Schlussplädoyer auch die Angaben des Angeklagten über seinen Drogenkonsum: „Bei einem angegebenen Eigenkonsum von bis zu 8 Gramm Kokain am Tag wäre er heute nicht hier, sondern läge auf dem Friedhof.“ Er beschrieb den Auftritt des Angeklagten während der Verhandlung als eine „Schmierenkomödie“, wie man sie aus einer schlechten Gerichtsshow im Fernsehen kennen würde.
Haft und Geldstrafe
So sahen es auch Richterin Wackerle und die beiden Schöffinnen. Sie verurteilten den Familienvater zu 18 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 17.500 Euro. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat.