Ein Traditionslokal auf der Suche nach frischem Wind

Elmar Greber sucht einen Herzblut-Gastronomen für die Frastanzer Weinstube.
Frastanz Seit Herbst des letzten Jahres ist die Weinstube in Frastanz geschlossen, doch Besitzer Elmar Greber möchte das Gasthaussterben nicht tatenlos hinnehmen. Der 76-jährige Gastronom aus Dornbirn ist auf der Suche nach einem neuen Pächter für das Traditionslokal. “Mir geht es nicht ums Geld. Ich bin auf der Suche nach einem Herzblut-Gastronomen, der ein vollausgestattetes Lokal samt Bierstadl übernehmen möchte”, erklärt er.

Für Greber steht fest, dass das Haus seiner Tradition treu bleiben und gutbürgerlich weitergeführt werden soll. “Wenn ich sehe, wie viele Lokale und Gaststätten in den letzten Monaten geschlossen haben oder bereits abgerissen wurden, blutet mir das Herz”, gibt Greber zu verstehen. Die Frastanzer Weinstube blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück und bietet neben ihrer charakteristischen Architektur auch einen überdachten Bierstadl mit über 150 Sitzplätzen.

“Die Weinstube hat eine lange Geschichte, etwa 120 bis 140 Jahre”, unterstreicht Greber. Er ist stolz auf die Tradition des Hauses und betont, dass alle notwendigen Bewilligungen vorliegen, vom Brandschutz bis zur Kühlung. “Ich will einen fairen Pachtvertrag und einen Wirt, mit dem das Dorf und die Menschen zufrieden sind”, fügt er hinzu.

Für motivierte Gastronomen bietet sich also eine die Gelegenheit: eine voll ausgestattete Gaststätte samt Stammpublikum in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebiets zu übernehmen, und das zu günstigsten Konditionen. “Mir ist einfach wichtig, dieses Frastanzer Gasthaus wiederzubeleben”, betont das Gastronomie-Urgestein.
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Trotz vieler Interessenten, die sich bereits gemeldet haben, betont Greber, dass es schwierig ist, den richtigen Kandidaten zu finden. “Ich möchte jemanden, der das mit Leib und Seele macht und nicht nur auf das Geld schaut. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass die Weinstube ihrer Tradition treu bleibt”, sagt er. Einer der Kandidaten habe das Gasthaus zu einer Pizzeria machen wollen, “das möchte ich allerdings nicht. Frastanz braucht keine weitere Pizzeria.”

Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Erhaltung der österreichischen Gastronomiekultur. “Ich möchte die Kultur erhalten. Mir tut das im Herzen weh, wenn ich sehe, wie die alten Gasthäuser verschwinden”, erklärt Greber. Ein weiterer Aspekt, der Greber am Herzen liegt, ist die Unterstützung und Förderung der Gastronomiekultur. Er verweist auf die Schweiz. “Dort werden die alten, traditionsreichen Gasthäuser gefördert.” Für Österreich wünscht er sich Ähnliches.


Die Weinstube bietet neben der historischen Gaststätte auch moderne Annehmlichkeiten wie einen großen Parkplatz mit über 50 Stellplätzen sowie einem kleinen Biotop. “Früher waren hier Ratten, jetzt sind es Fische. Wir haben viel investiert, um das Biotop zu einem schönen Ort zu machen, wo sich die Leute wohlfühlen”, sagt Greber stolz. “Und wenn der Bierstadl wiederbelebt wird, könnten wir Oktoberfeste mit bis zu 400 Leuten feiern. Eine Verlängerung der Sperrfristen für solche Veranstaltungen ist ebenfalls kein Problem.”

Elmar Greber hofft, dass sich bald ein geeigneter Pächter findet, der das Traditionslokal wieder mit Leben füllt und die gutbürgerliche Küche aufrechterhält. “Ich bin 76 Jahre alt und möchte, dass dieses Haus weiterhin ein Ort der Begegnung bleibt. Ein Ort, an dem die Frastanzerinnen und Frastanzer gerne zusammenkommen”, sagt er abschließend.
