Maroder Bregenzer Bahnhof: Ritsch in der Kritik, Opposition schäumt, ÖBB handeln

Die Zustände am Bregenzer Bahnhof sorgen für heftige Diskussionen in der Bregenzer Stadtpolitik. Die Opposition fordert sofortige Maßnahmen und wirft Bürgermeister Ritsch vor, die Verantwortung auf die ÖBB abzuschieben. Die ÖBB haben derweil angekündigt, die Rolltreppen zu erneuern.
Bregenz Die Opposition in Bregenz kritisiert Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) scharf wegen der maroden Zustände am Bregenzer Bahnhof. Roland Frühstück von der ÖVP wirft Ritsch vor, die Verantwortung auf die ÖBB abzuschieben. “Ich bin durch die Berichterstattung und die aktuellen Zustände mehr als aufgerührt”, so Frühstück zu den VN. “Michael Ritsch kann als Bürgermeister der Stadt Bregenz nicht einfach sagen, dass nur die ÖBB schuld ist.”

Sofortiges Handeln gefordert
Frühstück fordert, dass der alte Bahnhof nicht vernachlässigt werden dürfe, bis der neue gebaut sei. “Wir haben den neuen Bahnhof noch lange nicht”, kritisiert er. Er weist darauf hin, dass am Wochenende neben den Rolltreppen auch die Aufzüge ausgefallen seien. “Für eingeschränkte Personen ist das eine Zumutung. Ebenso die Aussage des Bürgermeisters, dass Reisende mit viel Gepäck die neue Hypo-Unterführung nutzen sollen.”

Der ÖVP-Politiker fordert ein aktiveres Eingreifen von Ritsch: “Als Bürgermeister der Landeshauptstadt muss man in dieser Situation eingreifen und das Nichtstun der ÖBB beenden.” Er bot sogar an, gemeinsam mit Ritsch die Verantwortlichen der ÖBB aufzusuchen: “Ich bin gerne bereit, zusammen mit Michael Ritsch zu den Verantwortlichen der ÖBB zu gehen und eine schnelle Behebung der technischen Mängel zu fordern.”
Grüne sehen Baustelle
Heribert Hehle von den Grünen äußerte sich ebenfalls kritisch. “Wir haben hier in Bregenz eine Ruine. Es gab ein fertiges und beschlossenes Projekt für einen neuen Bahnhof, an uns Grünen lag es nicht, dass er nicht gebaut wurde.” Hehle betont, dass der Bürgermeister nicht für die Rolltreppen verantwortlich sei, wohl aber für die Verzögerungen beim Bau des neuen Bahnhofs. “Es hindert ihn niemand daran, eine schnelle Reparatur zu fordern. Es müssen gemeinsam mit der ÖBB Lösungen gefunden werden.”

NEOS fordern Intervention
Michael Sagmeister von den Neos bezeichnete den Hauptbahnhof Bregenz als “monumentalen Schandfleck”. Er berichtet, wie er zwei Pensionisten half, ihre Koffer über die enge Treppe zu tragen und fragt sich, warum die ÖBB nicht handle. “Das ist ein Versagen der ÖBB. Frau Schoch hat gute Kontakte nach Wien. Sie soll bei Verkehrsministerin Gewessler anrufen und darum bitten, bei der ÖBB zu intervenieren.”

FPÖ fordert Abriss
Philipp Kuner von der FPÖ fand deutliche Worte für den Zustand des Bahnhofs: “Der aktuelle Zustand ist für die Landeshauptstadt peinlich.” Er meint, dass man schon lange hätte handeln sollen. “Das Einfachste wäre, den Ausweichbahnhof bei der Hypo zu eröffnen und den alten Bahnhof abzureißen. Die Züge könnten bei der Hypo halten. Das sollte kein Hexenwerk sein.”

Ritsch verteidigt Vorgehen
Bürgermeister Michael Ritsch verteidigte sein Vorgehen und betont, dass er sich in den letzten Stunden in Gesprächen mit der ÖBB befunden habe. “Die Rolltreppen werden so schnell wie möglich erneuert. Bis dahin werden für die Reisenden zusätzliche Maßnahmen wie ein neues Wegeleitsystem, zusätzliches Personal und eine Ombudsstelle bereitgestellt.” Er betonte, dass die barrierefreie Zugänglichkeit durch die bestehenden Liftanlagen und die neu umgebaute Hypo-Unterführung gewährleistet bleibe. “Wir bleiben konsequent an unserem Weg zum neuen Bregenzer Bahnhof dran”, so das Stadtoberhaupt.

ÖBB kündigen Maßnahmen an
Nach einer technischen Überprüfung des TÜV mussten die Rolltreppen am Bahnhof in Bregenz außer Betrieb genommen werden. Die ÖBB haben sich nach Prüfung mehrerer Varianten entschieden, die Rolltreppen zu erneuern, hieß es in einer Aussendung. “Die Erneuerung der Rolltreppen ist die komfortabelste Lösung für unsere Kunden bis zur Errichtung des neuen Bahnhofs”, erklärten die Verantwortlichen. Der Einbau werde so bald wie möglich erfolgen. Bis dahin sollen kurzfristige Maßnahmen den Komfort der Reisenden verbessern.
