Deswegen fordert “Bündnis 2.0” tiefgreifende Bildungsreform

VN / 04.06.2024 • 13:44 Uhr
Deswegen fordert "Bündnis 2.0" tiefgreifende Bildungsreform
Eine Gruppe mit klaren Zielen. Vertreter von Bildungseinrichtungen, Eltern und Familien fordern tiefgreifende Bildungsreformen. VN/Hartinger

Lehrer- und Elternvertreter fordern Umdenken. Und vor allem die Einführung einer Gemeinsamen Schule.

Bregenz Am kommenden Donnerstag findet ein österreichweiter Aktionstag Bildung statt. In Vorarlberg wird das Landhaus Schauplatz einer Kundgebung. Anliegen: Österreichs Bildungssystem soll fundamental umgekrempelt werden. Im Vorfeld des Aktionstages haben sich Lehrervertreter, Repräsentanten des Bürgerrats und Verantwortungsträger des Landeselternverbands sowie des Familienverbandes zu einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammengefunden.

Peter Fischer
Peter Fischer, pensionierter Professor an der PH Vorarlberg, kritisiert schon seit Jahren die Bildungspolitik der ÖVP.

Elementarpädagogik

Peter Fischer, ehemaliger Professor an der PH Vorarlberg und langjähriger AHS-Lehrer, steht an der Spitze der Reformbewegung. “Die derzeitigen Bildungsverantwortlichen erinnern mich an die Verfechter des Verbrennermotors. Sie greifen auf alte Konzepte zurück, statt dringend notwendige Reformen einzuleiten.” Einmal mehr spricht Fischer, Mitglied des bundesweiten Bündnisses “Gemeinsame Bildung 2.0”, in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit, eine Gemeinsame Schule einzurichten. Gleichzeitig bricht der erfahrene Pädagoge eine Lanze für die Elementarpädagogik. “Sie ist wichtiger als die Tätigkeit von Hochschulprofessoren. Weil sich in den ersten Jahren eines Kindes entscheidende Entwicklungen vollziehen.”

Beste Qualität

Das bestätigt Elementarpädagogin Brigitte Rodriguez Lopez. “Gerade im Kleinkindalter sind Betreuung und Bildung untrennbar miteinander verbunden. Wir brauchen dort beste Qualität, auch mit dem Anspruch auf ein ganzheitliches, inklusives Modell.” Elementarbildung dürfe keinen vorgegebenen Rahmen haben, es brauche Fachpersonal, welches Entwicklungsprozesse erkenne. “Natürlich müssen die Gemeinden dabei finanziell unterstützt werden, sieht Rodriguez-Lopez Land und Bund gefordert.

Brigitte Rodriguez
Fordert Qualität in der Elementarpädagogik: Brigitte Rodriguez.

Keine Ziffernnote

Einen neuen pädagogischen Zugang fordert auch Volksschullehrerin Simone Flatz. Dabei sei etwa die Ziffernnote eine Barriere. “Wir brauchen gelingende Geschichten und Mut, denn die Kinder haben große Herausforderungen zu meistern”, ist die erfahrene Reformpädagogin überzeugt. Überzogenes Leistungsdenken habe dabei auch keinen Platz. Diese Meinung vertritt auch BürgerInnenrätin Jasmin Dreher. Sie zeichnet ein Bild von Schule, das dem Auswendiglernen ein Ende setzt und stattdessen Kompetenzen vermittelt. “Wir müssen freudvolles Lernen fördern, ebenso Feedbackkultur und Schulautonomie.”

Simone Platz
Simone Flatz hat sich als “Rebellin” gegen die Ziffernnote einen Namen gemacht. Die Volksschullehrerin bleibt ihrer Linie treu.

Ins selbe Horn stößt auch Stefan Reiner, Obmann des Lehrerelternverbandes. Er ist überzeugt: “Wir können es uns nicht leisten, durch falsche Bildungskonzepte Kinder zu verlieren.”

Stefan Rainer
Stefan Reiner vertritt die Meinung, dass es sich die Gesellschaft nicht leisten kann, auch nur ein Kind wegen einer falschen Bildungspolitik zu verlieren.