Deswegen muss der Wald gerade jetzt genau beobachtet werden

Windwürfe nach Föhnstürmen bedeuten besondere Gefahren für die Gesundheit der Forste.
Eichenberg Ein Waldstück oberhalb von Eichenberg. Frische Waldluft und mehrere prächtige Fichten, die in den Himmel ragen. Zwei geknickte Stämme liegen in dem Areal, das dem Kloster Mehrerau gehört. An einem dieser Stämme macht sich Thomas Ölz, Fachbereichsleiter Forst der Landwirtschaftskammer, zu schaffen. Mit einem Messer ritzt er die Oberfläche auf. “Siehst du das schwarze Tier? Das ist ein Borkenkäfer. Er befällt Fangbäume. Und irgendwann würde er sich auch gesunde Bäume vorknöpfen.”
Bäume schnell entfernen
Was Ölz damit vermitteln möchte? “Solche Bäume gehören schnellst möglichst entfernt. Spätestens nach sechs Wochen müssen sie weg sein. Danach sucht sich der Borkenkäfer gesunde Bäume und vermehrt sich exponentiell”, erklärt der Experte. Ölz will keine Situation wie in Osttirol. “Dort sind große Flächen komplett vom Borkenkäfer befallen. Das können wir noch verhindern, wenn wir früh genug handeln.”

Gemeinsam mit Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger richtet er einen Appell an die Waldbesitzer im ganzen Land. “Bitte überprüfen Sie Ihren Wald. Und benachrichtigen Sie die zuständigen Stellen, wenn sie Hinweise auf den Borkenkäfer haben.”
Waldfinder-App
Diese Aufgabe erleichtern könnte eine neue “Waldfinder App”. Mithilfe dieser können Waldbenützer schnell ihre Bäume finden und danach sofort wichtige Kontakte abrufen. “Man kann Fotos machen, diese verschicken und Informationen über die richtige Vorgangsweise im Umgang mit den befallenen Bäumen erhalten”, erklärt Thomas Ölz die App, die von Florian Böhler entwickelt wurde. Richtiges und schnelles Handeln sei der Schlüssel zur wirksamen Bekämpfung des Borkenkäfers.

Entwaldungsverordnung
Was den Forstverantwortlichen im Land zudem Sorgen macht: “Die von der EU bereits beschlossene Entwaldungsverordnung. Ein für unsere Verhältnisse völlig sinnloses Bürokratiemonster, das gegen die Abholzung des Regenwaldes nützlich ist. Aber doch nicht bei uns in Österreich, wo der Wald mehr wird und die detaillierte Dokumentation jedes gefällten Baumes einen derartigen Aufwand erfordert, dass man viele davon abschreckt, den Wald zu bewirtschaften”, schimpft LK-Präsident Josef Moosbrugger. “Und wenn das passiert”, so Moosbrugger, “dann fördern wir den Borkenkäferbefall und richten Schaden an, statt für den Wald etwas Gutes zu tun.”
