Deshalb könnte es bald eine Matura ohne VWA geben

Wegen KI: Minister Polaschek initiiert einen Diskussionsprozess “mit offenem Ausgang”.
Lustenau Den Kindergarten Weiler in Lustenau besuchte Bildungsminister Martin Polaschek (58, ÖVP) am Dienstag im Rahmen einer Kurzvisite in Vorarlberg. Dabei sprach der Minister nicht nur über die ambitionierten Pläne in der Elementarpädagogik für die kommenden Jahre. Polaschek nahm auch zu anderen Themen Stellung.

Mehrere Optionen
Bemerkenswert: Die Vorwissenschaftlichen Arbeiten an den Gymnasien sowie die Diplomarbeiten an den berufsbildenden höheren Schulen könnten laut Minister womöglich abgeschafft werden. “Die Frage, wie wir mit künstlicher Intelligenz umgehen, beschäftigt natürlich auch die Schulen. Dafür gibt es eine extra Arbeitsgruppe. Dabei spielen die Vorwissenschaftlichen Arbeiten eine Rolle. Wir müssen erörtern, wie wir angesichts von KI künftig damit umgehen. Die Optionen reichen von einer Reform der VWAs über eine Wahlmöglichkeit bis hin zu deren Abschaffung. Das Ergebnis des Diskussionsprozesses ist offen.”

Persönliche Nähe
Stellung bezog Martin Polaschek auch über das jetzt laufende Bewerbungsverfahren für den Posten des Rektors der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, die ja dem Bildungsministerium untersteht. Der Minister betonte, er wisse nichts über den Stand des Verfahrens, oder wie viele Kandidaten sich dafür beworben haben. Um dies dann mit einer überraschenden Aussage zu begründen: “Ich kenne den jetzigen Funktionsträger Gernot Brauchle noch aus Graz persönlich. Und deswegen will ich mich aus diesem Verfahren komplett raushalten. ” Er wünsche sich eine Klärung dieser Postenbesetzung noch vor dem Sommer. Laut Aussage von Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink haben die Hearings mit den Bewerbern noch nicht begonnen.

22 Millionen Euro jährlich
Viel vor hat das Ministerium für den Bereich Elementarpädagogik, wo bis 2030 rund 20.000 neue Elementarpädaginnen und Elementarpädagogen benötigt werden. “Wir werden bis dahin 4,5 Milliarden Euro in verschiedenste Strategien stecken”, kündigt Polaschek an. “22 Millionen Euro pro Jahr fließen nach Vorarlberg. Dieses Geld geht umgehend an die Gemeinden”, freut sich Schöbi-Fink.
Polaschek betont seine Affinität zur Elementarpädagogik. “In meiner Zeit als Vizerektor an der Universität Graz wurde eine Professur für Elementarpädagogik eingerichtet. Mit der Professorin pflegte ich als Rektor engen Kontakt. Sie erzählte mir sehr viel über ihre Arbeit.”
Konkret sollen Gelder neben der Möglichkeit zum Masterstudium an der Uni Graz vor allem in verschiedene berufsbegleitende Ausbildungsmodelle gehen. Quereinsteiger und Spätberufene gelten als besondere Zielgruppe, die auch durch verbesserte Einstiegsgehälter gewonnen werden sollen. Höchst willkommen sind auch mehr Männer für eine einschlägige Ausbildung. “Dazu gehören natürlich die Attraktivierung dieses Berufs und entsprechende Entlohnung”, ist dem Minister klar.
Für die Einrichtung der Ausbildungsstätten sind die Länder gemeinsam mit den Gemeinden zuständig. Klar ist allen: Der Bedarf an elementarpädagogischen Einrichtungen wird steigen. Dazu braucht es viel Personal.