Müllsammeln mit Spaß: Wie Planet Matters die Generation Z für Umweltschutz begeistern will

VN / 23.04.2024 • 11:51 Uhr
Planet Matters, HAK Bludenz, Müllsammelaktion, Earth Day, Cleanup-Day
Philip, Benjamin, Jonas und Pascal haben Rohre am Ill-Ufer gefunden. Bilder: VN/JUN

Felix Krainer, Gründer der weltweit größten Müllsammel-TikTok-Community „Planet Matters“, Holger Holland, Gründer der World Cleanup Days in Deutschland, und die Schüler der HAK Bludenz sagten dem Müll entlang der Ill den Kampf an.

Bludenz Müllsammeln und Umweltschutz sollen Spaß machen. Das will Felix Krainer von Planet Matters der Generation Z vermitteln. Elf Stopps legt er dafür rund um den World Earth Day am 22. April in verschiedenen Städten Österreichs ein, um zusammen mit Schulklassen Müll sammeln zu gehen. Das Ziel: Umweltbildung und Sensibilisierung. Am Montag besuchte er die Klasse 4CK der HAK Bludenz.

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Schulsprecher Felix (links), Felix Krainer (Planet Matters) und Holger Holland (World Cleanup Day) sind die Verantwortlichen für die Müllsammelaktion in Bludenz.

„Jeder kann etwas tun“, ist Felix Krainer der Ansicht. Das Credo der von dem 23-Jährigen gegründeten Community lautet: Nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern selbst aktiv werden. Über die Kraft von Social Media wird die junge Generation inspiriert, motiviert und ermutigt, mit Spaß an der Sache für die Umwelt aktiv zu werden. Drei Millionen Follower und über 200 Millionen Videoaufrufe verzeichnet die TikTok-Community „Planet Matters“. Seit der Gründung vor zwei Jahren hat der Österreicher eine beachtliche Followerzahl aufgebaut: „Ich wollte mein Social Media-Talent für etwas Gutes nutzen.“ Aus der ganzen Welt schicken ihm Menschen Videos zu, wie sie Müll sammeln.

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Die Klasse 4CK der HAK Bludenz war erfolgreich.

Mit gutem Gefühl spazieren gehen

„Es fühlt sich an wie eine Schatzsuche“, sagt Felix Krainer, denn man weiß nie, was man beim Müllsammeln alles findet. „Wenn wir den Umweltschutz positiv behaften, dann verschwindet die Hemmung und Zurückhaltung gegenüber dem Müllsammeln“, ist er überzeugt. „Man geht spazieren und hat dabei ein gutes Gefühl.“ Wo aktiv gegen das Littering etwas getan wird, sieht man auch schon eine Verbesserung, sind sich Felix Krainer und Holger Holland einig. „Die Aktivitäten lohnen sich“, sagt Holger Holland, Initiator des World Cleanup Day in Deutschland.

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An der Ill liegt mehr Müll, als die Schüler gedacht haben.

Die Schülerinnen Rasha, Lisa, Nadine und Jana füllten einen ganzen Müllsack. Vor allem viel Plastik kam dabei zusammen, aber auch Bierdeckel, Zigarettenstummeln und Dosen. Rasha findet so eine Aktion gut. „Es hat Spaß gemacht und war schon lustig.“ Die Freundinnen werden in Zukunft mehr auf den Müll achten, der herumliegt, wenn sie im Stadtgebiet unterwegs sind.  

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Felix Krainer erklärt den Schülern den weiteren Ablauf. Wichtig sei, dass man Spaß an der Aktion hat.

„So viel Müll wie heute haben wir noch nie gesammelt“, sagte Felix Krainer zu den Schülern der HAK Bludenz. Am Ende der Müllsammelaktion an der Ill leerten die Schüler die Müllsäcke auf der ausgebreiteten Plane aus und sortierten ihn nach den Kategorien „Gelber Sack“, „Papier“, „Restmüll“ und „Sperrmüll“. Davor wurden aber noch die Sieger der beiden Challenges gekürt. Denn die Gruppe mit dem meisten Müll und die Gruppe mit dem lustigsten Fund wurden mit je einem 20-Euro-Spargutschein belohnt. Die Jungs Philip, Benjamin, Jonas und Pascal haben mit ihrem schwarzen „Anakonda“-Rohr den Preis für das lustigste Müllstück gewonnen.

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Elena war schon bei der Flurreinigung in Bludenz mit am Start.

Elena hielt den Müllsack für den Restmüll auf. Sie findet es gut, dass ihre Schule so etwas unterstützt. Sie war überrascht, wie viel Müll herumliegt, vor allem, wenn man bedenkt, dass erst vor Kurzem die Flurreinigung in Bludenz stattgefunden hat, an der sie auch teilgenommen hatte. HAK-Schulsprecher Felix findet die Müllsammelaktion sehr cool und richtig. „Das Verständnis verbessert sich. Man wirft nicht mehr so leichtsinnig etwas in die Umwelt. So eine Aktion ist wichtig, um die Umwelt zu schützen. Man denkt, Vorarlberg sei sauber, aber wenn man am Fluss entlanggeht, ist trotzdem viel Müll da.“

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Nadine zeigt den gesammelten Müll.

Neue Initiative “GreenByte”

Warum kooperieren nicht zwei Initiativen, Planet Matters und World Cleanup Day, wenn sie doch das gleiche Ziel verfolgen? Das dachten sich Felix Krainer von Planet Matters und Holger Holland vom World Cleanup Day und taten sich zusammen. Der Earth Day war der Kick-off der beiden global agierenden Organisationen, zusammen mit einer Dritten im Bunde, Anabel Ternès von Hattburg, eine der führenden Köpfe für Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die neu gegründete Initiative „GreenBytes“ basiert auf den sich ergänzenden Kompetenzen der drei Partner. Ziel ist es, der Generation Z (14 bis 24 Jahre alt) im deutschsprachigen Raum Umweltschutz auf unterhaltsame und positive Weise über Social Media näherzubringen. Dabei liegt der Fokus darauf, der Zielgruppe Wissen zu den Themen Littering und Digital Waste über Kurzvideos primär auf TikTok und Instagram zu vermitteln.

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Rasha, Lisa, Nadine und Jana haben vor allem Plastikmüll gefunden.

Den Initiatoren ist es wichtig, dass man nicht einfach nur Müll sammelt, sondern dass die Aktion auf einer wissenschaftlichen Basis beruht, also die Schüler Hintergrundwissen an die Hand bekommen. Vor jeder Müllsammelaktion hält Felix Krainer deshalb einen Vortrag in der Klasse und stellt das Projekt Planet Matters vor. „Umweltbildung ist der Schlüssel, um das Problem zu lösen“, ist Holger Holland überzeugt.

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Am Ende kam einiges an Müll zusammen.
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Sogar altes Metall kam zum Vorschein.