So sieht der Masterplan für den Kindercampus Schruns aus

Kostenexplosion führt zu drastischen Maßnahmen: Das Projekt “neue Volksschule Schruns” wurde bereits dreimal überarbeitet, optimiert und reduziert, um Kosten einzusparen. Nun wurde den Gemeindevertretern ein ultimativer Masterplan vorgestellt, der morgen zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung steht.
Schruns Bei der Marktgemeinde Schruns ist Sparen angesagt. Das betrifft auch den geplanten Neubau der Volksschule Schruns auf dem Sternenparkplatz, weshalb das Projekt überarbeitet werden musste. Die Gemeindevertretung wurde zu einer Sondersitzung einberufen, um über die Änderungen zu entscheiden, doch ein Beschluss wurde am Ende nicht gefasst. Der Masterplan für den Kindercampus Schruns steht daher am Mittwoch wieder auf der Tagesordnung.

2017 fiel der Startschuss für die Erweiterung der Volksschule Schruns. Erstgespräche wurden geführt, Ideen gesammelt. 2020 hat die Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss für den Neubau der Volksschule und die Verlegung des Kindergartens in die alte Volksschule beschlossen. Im Anschluss daran wurde das pädagogische Konzept ausgearbeitet. Der Siegerentwurf vom Architekturbüro “architektur.terminal hackl und klammer” wurde schon dreimal überarbeitet, um Kosten einzusparen. So wurde die Raumhöhe auf die gesetzlichen Vorgaben reduziert und die Raumaufteilung angepasst. Ob die Tiefgarage und Turnhalle, wie ursprünglich angedacht, integriert werden oder nicht, ist noch offen. Die Tendenz bei den Gemeindevertretern ging dahin, dass man eher auf eine Tiefgarage statt auf einen Turnsaal verzichten könne.

Würde man den Turnsaal streichen, könnte sich die Gemeinde 1,9 Millionen Euro einsparen. Der Turnsaal wäre nicht unbedingt notwendig, da es einen bestehenden bei der Mittelschule gegenüber gibt. Die Tiefgarage kostet 1,3 Millionen Euro. Auch darauf könnte man verzichten, um so die Gesamtkosten in Grenzen zu halten. Außerdem sei der Bau eines oberirdischen Parkplatzes mit 50 Stellplätzen um einiges günstiger als der Bau einer Tiefgarage.
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Oberirdische Parkplätze sind unverzichtbar
Die Gemeindevertreter haben sich im Oktober 2022 eigentlich darauf geeinigt, dass die Volksschule autofrei werden soll. Vor Baubeginn sollte eine Alternative für die wegfallenden Parkplätze des Sternenparkplatzes gefunden werden. Mit der Silvretta Montafon gibt es zwar eine Absichtserklärung, dass die Gemeinde Parkplätze auf dem Hochjochparkplatz mitbenutzen kann, doch auch diese fallen künftig einem Hotel zum Opfer. „Wir haben das ein wenig unterschätzt“, räumte Bürgermeister Jürgen Kuster ein. Die oberirdischen Parkplätze wegzulassen und diese nicht zu ersetzen, sei für die heimische Wirtschaft nicht akzeptabel. „Wir brauchen oberirdische Parkplätze.“
Eine Lösung, wo diese entstehen sollen, ist auch schon gefunden worden. Aufgrund einer erhöhten Radonbelastung in den Kellerräumen kann die alte Volksschule nicht vom Kindergarten genutzt werden. Die Kellerräume sind unbenutzbar, heißt, es gäbe kein WC, keinen Putz- und Abstellraum. Die Adaption der alten Volksschule würde zwei Millionen Euro kosten, doch mit der Radonbelastung wird der Umbau aufwendiger. 430 Quadratmeter könnten nur noch genutzt werden, 988 Quadratmeter braucht aber ein Kindergarten laut Verordnung.

Abriss und Neubau
Da also der Kindergarten nicht wie geplant in die alte Volksschule umsiedeln kann, muss das jetzige Kindergartengebäude neu gebaut werden. Architekt Heinz Fleisch wird den Neubau des Kindergartens begleiten und hat dazu auch schon einen Entwurf angefertigt. Die alte Volksschule wird abgerissen. Auf der so freigewordenen Fläche werden oberirdische Parkplätze entstehen, die den Sternenparkplatz ersetzen sollen. Auch eine bessere Durchwegung kann durch den Abriss der Volksschule erzielt werden, sodass die Schüler nicht mehr durch das Nadelöhr zwischen Gemeindeamt und Hypobank müssen.

„Schön ist es nicht“, wenn man direkt neben der Schule wieder einen Parkplatz baut, ist Jürgen Kuster der Meinung. „Wir haben aber festgestellt, dass Parkplätze wichtig sind und die Leute nicht darauf verzichten wollen.“ Immerhin werden die Parkplätze von jetzt 61 auf dann 50 reduziert.
2021 hat die Gemeinde mit Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro kalkuliert, doch aktuell liegen die Kosten bei 17,7 Millionen Euro – ohne Kindergarten. Ein Plus von 35 Prozent beim Baukostenindex, eine Zinserhöhung auf 4,5 Prozent und der Wegfall von (Struktur-)Förderungen machen eine Finanzierung fast unmöglich. Daher gibt es jetzt einen neuen Masterplan, der „städtebaulich spannend werden kann“, so Jürgen Kuster.

Der Masterplan
Die geplante Volksschule in Holz-Hybridbauweise wird von ihrer Kubatur her kleiner und kostet dann „nur noch“ 13,7 Millionen Euro. Der Neubau des Kindergartens mit zwei Gruppenräumen mehr ist mit zwei Millionen Euro veranschlagt. Der neue Parkplatz auf dem Grundstück der jetzigen Volksschule mit ca. 50 Stellplätzen kostet 500.000 Euro. Wird ein adäquater Ersatz für die Parkplätze gefunden, könnte der Parkplatz in eine Parkanlage umgewandelt werden.
Für das überarbeitete Projekt muss nicht ein neuer Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden, sondern es kann mit dem Siegerprojekt weitergearbeitet werden. Durch einen Grundstückstausch mit der Pfarre kann der Kindergarten in direkter Nachbarschaft zum Probenlokal der Harmoniemusik Schruns angedockt werden. Das Grundstück, auf dem der Kindergarten steht, hat die Gemeinde nur im Baurecht von der Pfarre erhalten. Die Kosten belaufen sich auf 16,2 Millionen Euro, ohne Förderung. Dies entspricht der Prognose von 2022 (zwölf Millionen Euro plus 30 bis 35 Prozent Baukostenindex). Zu finanzieren sind dann abzüglich Förderungen zehn bis elf Millionen Euro. „So sind wir auf dem Kostenpfad, auf dem wir gewesen sind“, klärte Jürgen Kuster auf.

Martin Hackl und Dieter Klammer vom Architekturbüro “architektur.terminal hackl und klammer” mussten die Kubatur auf ein Maß zu bringen, die noch der Auslobung entspricht und das pädagogische Konzept berücksichtigt. So wurde die Kubatur optimiert und von ursprünglich 46 auf 37 Meter Länge reduziert. Tiefgarage und Turnhalle wurden bei der Überarbeitung der Pläne weggelassen. Zudem wurde eine Zentralgarderobe geplant und die Klassengrößen von 65 auf 60 Quadratmeter reduziert. „Wir bewegen uns immer noch im Rahmen des Wettbewerbs, aber das Projekt wurde überarbeitet und weiterentwickelt“, betonte Dieter Klammer. „Die Grundidee ist geblieben.“