Nach Schussattentat beim Sender: Was die Polizei nun plant

VN / 29.01.2024 • 12:49 Uhr
Nach Schussattentat beim Sender: Was die Polizei nun plant
Die SIG (Schnelle Interventionsgruppe) der Polizei kurz nach dem Schussattentat am Tatort. VOL/PLETSCH

Kriminalisten stehen vor schwierigen Erhebungen, dennoch gibt es neue Hinweise und Ermittlungsansätze.

Darum geht’s:

  • Die Polizei fahndet nach einem unbekannten Schützen nach einem Schussattentat in Lustenau.
  • Die Erhebungen stellen sich als herausfordernd dar.
  • Die Polizei hat Hinweise und Ermittlungsansätze, aber keine genaue Täterbeschreibung.

Lustenau Am Samstag gegen 23.45 Uhr wurden beim Haupteingang des Clublokals Sender in Lustenau zwei Männer mit Migrationshintergrund durch Schüsse eines noch unbekannten Schützen niedergestreckt (die VN berichteten).

Der Täter ist nach wie vor flüchtig, die Fahndung läuft auf Hochtouren. Im In- sowie auch im Ausland. Gefahndet wird auch nach dem Fluchtfahrzeug, bei dem es sich dem Vernehmen nach um einen schwarzen SUV handelt.

Wie berichtet, versuchten drei Männer im Alter von 31, 32 und 42 Jahren gegen 23.30 Uhr das Nachtlokal in Lustenau zu betreten. Der Zutritt wurde ihnen jedoch von den Security-Mitarbeitern verwehrt. Daraufhin begaben sie sich zurück zum auf der gegenüberliegenden Seite gelegenen Parkplatz.

Der Schütze hatte sich seinen Opfern genähert, als sie die Straße überquerten. <span class="copyright">VOL/Pletsch</span>
Der Schütze hatte sich seinen Opfern genähert, als sie die Straße überquerten. VOL/Pletsch

Mindestens sechs Schüsse

In dem Moment, als die drei die Straße überquerten, näherte sich ein bislang unbekannter Täter zu Fuß und schoss gezielt auf sie. Ein Mann wurde am Arm, ein anderer am Bein getroffen und schwer, aber nicht lebensgefährlich, verletzt. Aufgrund der am Tatort sichergestellten Patronenhülsen gehen die Ermittler davon aus, dass der Täter zumindest sechs Schüsse abgab. Der Täter konnte unerkannt in Richtung Lustenau flüchten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Täter Komplizen hatte, die ihm zur Flucht verhalfen.

Die in etwa 200 Gäste, welche sich zum Tatzeitpunkt im und um das Lokal befanden, wurden von der Polizei befragt.

Polizeisprecher Fabian Marchetti: "Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen." <span class="copyright">polizei</span>
Polizeisprecher Fabian Marchetti: "Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen." polizei

Keine Täterbeschreibung

Beide Opfer konnten mittlerweile förmlich zum Sachverhalt einvernommen werden. Die Einvernahmen brachten den Ermittlern jedoch keine Erkenntnisse zur Identifizierung des Täters. Eine Täterbeschreibung liegt somit nicht vor. Die Opfer werden in den nächsten Tagen erneut zum Sachverhalt einvernommen werden. Dazu Polizeisprecher Fabian Marchetti: „Die Kooperation mit den Opfern, Zeugen und ihrem Umfeld gestaltet sich für uns sehr schwierig und hat bisher nur spärliche Informationen eingebracht.“ Die Opfer würden behaupten, keine Verbindung zum Täter zu haben.

Schwierige Erhebungen

Dennoch konnten bereits einige Hinweise erlangt werden, die für die Kriminalisten entsprechende Ermittlungsansätze bieten. Nähere Details können diesbezüglich derzeit aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben werden.

Die Polizei bestätigte, inzwischen neue Beweismittel sichergestellt zu haben. <span class="copyright">VOL/Pletsch</span>
Die Polizei bestätigte, inzwischen neue Beweismittel sichergestellt zu haben. VOL/Pletsch

Beweismittel sichergestellt

Die Spezialisten der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Vorarlberg sicherten am Tatort bis in die frühen Morgenstunden Spuren und stellten Beweismittel sicher. Die kriminaltechnische Auswertung läuft derzeit auf Hochtouren und wird einige Tage in Anspruch nehmen. Fest steht, dass mindestens sechs Schüsse aus einer Waffe des Kalibers 9 mm abgegeben wurden.

Das Landeskriminalamt Vorarlberg geht davon aus, dass es eine Beziehung zwischen den Opfern und dem Täter gibt. Trotzdem wird weiter in alle Richtungen ermittelt und jeder Hinweis verfolgt. Dass willkürlich Personen angeschossen worden sind, schließen die Ermittler derzeit aus. Ein Opfer verfügt über die tschechische, das zweite Opfer über die österreichische Staatsbürgerschaft. Der dritte Beteiligte, welcher unverletzt blieb, ist ebenfalls österreichischer Staatsbürger.

Sonderkommission eingerichtet

Beim Landeskriminalamt Vorarlberg wurde eine Ermittlungsgruppe für die weiteren Nachforschungen zu den Hintergründen der Tat und zur Ausforschung des Täters sowie möglicher Komplizen eingerichtet. Sobald weitere Erkenntnisse zur Tat vorliegen, werden bekannt gegeben werden, berichtet die Polizei.

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