Ideen für neues Hotel in Vandans gesucht

Die Gemeinde Vandans hat eine Machbarkeitsstudie für das ehemalige Seniorenheim in Auftrag gegeben. Das Areal ist ideal für ein Hotelprojekt, doch die Gemeinde will nicht irgendein Hotelprojekt dort haben, sondern eines, das der Bevölkerung einen Mehrwert bietet.
Vandans Was soll mit dem alten Seniorenheim an der Skipiste passieren, das seit 2019 leer steht? Diese Frage beschäftigt die Gemeinde Vandans, weshalb sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Dem Seniorenheim geht eine längere Geschichte voraus. 2009 hat die Gemeinde das Seniorenheim gekauft, nachdem der damalige Betreiber Konkurs gegangen ist. So konnten die Senioren dort weiterhin wohnen. Vandans hat daraufhin Gespräche mit der Stiftung Liebenau geführt, die bereits drei Standorte im Montafon hatte: Bartholomäberg, Schruns und St. Gallenkirch. Die Stiftung Liebenau hatte aber deutlich gemacht, dass sie nur so lange das Seniorenheim Vandans betreiben wolle, bis der neue Standort des Seniorenheims in Bartholomäberg eröffnet wurde. Seit 2019 steht nun das Seniorenheim in Vandans leer und soll baldmöglichst eine sinnvolle Nachnutzung erfahren.

Es gab schon mehrere Ideen, eine davon, die schon ausgereift war, war, dass Tui dort zusammen mit den illwerken vkw ein Hotel bauen wollte. Dies ist aber am Widerstand der Anrainer gescheitert. Daraufhin hat die illwerke vkw zusammen mit Falkensteiner das Hotel in Latschau verwirklicht. Auch Ex-Skirennläufer Rainer Schönfelder wollte dort schon ein 3-Sterne-Hotel errichten, doch die Gemeindevertretung hat das Hotelprojekt abgelehnt. „Es muss einen Mehrwert für die Bevölkerung geben“, erklärt Bürgermeister Florian Küng. Das Hotelprojekt wäre aber entkoppelt vom Ortszentrum gewesen, heißt, die Gäste lassen kein Geld in der Region liegen, weshalb dieses Projekt keinen Mehrwert für den Ort gehabt hätte. Gewünscht ist ein Hotel mit einem öffentlichen Restaurant sowie mit einem Wellnessbereich, den auch Einheimische mitnutzen können.
„Bis jetzt haben wir mit Investoren geredet und dann entschieden, ob wir dieses Hotelprojekt wollen oder nicht“, sagt Florian Küng. Doch viele wollen Appartementhäuser errichten. Der Investor mache das, wo er am meisten Kapital herausschlägt und was am schnellsten umgesetzt werden kann, es sei denn, die Gemeinde gibt die Rahmenbedingungen vor. Genau das will die Gemeinde jetzt tun. „Ich bin Bürgermeister und kein Hotelentwickler“, sagt Florian Küng. Deshalb hat die Gemeinde das Büro Kohl & Partner aus Innsbruck mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Büro Kohl & Partner kennt die Strukturen im Montafon nur zu gut, immerhin hat das Büro auch den Beherbergungsmasterplan für Montafon Tourismus erarbeitet.

Die Studie soll sich mit der Frage beschäftigen, was an dem Standort am sinnvollsten ist. Nachdem die Gemeindevertretung die Machbarkeitsstudie beschlossen hat, kann die Gemeinde mit Investoren in Kontakt treten. Die Phase 1 der Studie (Aufbereitung der konzeptionellen und wirtschaftlichen Vorprüfung mit Analyse von Potenzialen und einer Entwicklung von Konzeptalternativen sowie Umsetzungsempfehlungen) wird über den Winter abgeschlossen sein, dann wird es eine Grundsatzentscheidung in der Gemeindevertretung geben. „Es muss zur Talstation und zum Ortszentrum passen und keine Konkurrenz zum Ortszentrum darstellen“, zählt Florian Küng Kriterien auf.
Nach Abschluss der Phase 1, die 10.800 Euro kostet, kann die Gemeinde in die Phase 2 gehen. Das bedeutet, dass Workshops und Arbeitstreffen zur Weiterentwicklung bzw. Optimierung des Projektes in unterschiedlichen Kompetenzbereichen anstehen werden. In der Phase 3 geht man dann aktiv auf Investorensuche.

Gemeinderat Christian Egele erklärte den Gemeindevertretern in der Gemeindevertretungssitzung, warum man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben will. „Wir erarbeiten Grundlagen und kein konkretes Projekt“, so Christian Egele. „Wir müssen nicht nur den Standort des Seniorenheims betrachten, sondern auch die von der Talstation bis ins Ortszentrum bestehende Struktur anschauen“, sagte Küng. „Ich sehe da viele Chancen in der Entwicklung. Wir definieren erst das Projekt und gehen dann auf Investorensuche. Dieser Standort ist prädestiniert für eine touristische Nutzung.“
Markus Pfefferkorn schaltete sich auch in die Diskussion mit ein: „Wir sind in der Fraktion auf keinen grünen Zweig gekommen.“ Er fragte, warum man nicht erst den Bebauungsplan abwarte. Florian Küng entgegnete: „Bis wir in Berührung mit dem Bebauungsplan kommen, haben wir alles richtig gemacht und das Projekt an einen Investor verkauft.“ Christian Egele betonte, dass die Machbarkeitsstudie ergebnisoffen sei, dass also jedes Szenario untersucht werde. Daraufhin fragte Nadine Kasper, ob das Ergebnis am Ende nicht qualitativer wäre, wenn man Grenzen festlegt, was Florian Küng aber verneinte: „Wen man zu viele Vorgaben macht, dann schränkt man einen ein. Das Büro gibt nur Umsetzungsempfehlungen ab, doch die Entscheidung fällt die Gemeindevertretung.“
An der Liegenschaft seien viele interessiert. „Das Seniorenheim hätte ich schnell verkauft bekommen“, meinte Florian Küng. Besonders interessant sei dieses Grundstück für Investoren, weil es keine Auflagen gibt. Das wiederum ist aber gefährlich für die Gemeinde. „Ein Chaletdorf hätten wir sofort da drinnen, aber das will ich nicht.“ Etwas Nachhaltiges soll her. Am Ende beschloss die Gemeindevertretung mit vier Gegenstimmen, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.