Kilian und die Husky-Bande

VN / 01.12.2023 • 17:20 Uhr
Auf die Plätze, fertig los und hinein in den Schneespaß mit Toni und seinen Huskys. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Auf die Plätze, fertig los und hinein in den Schneespaß mit Toni und seinen Huskys. VN/Steurer

Russ-Preisträger Toni Kuttner erfüllt wieder winterliche Kinderträume.

Bürserberg Eine Winterlandschaft wie aus dem Bilderbuch und ein Husky-Gespann, das elegant durch den frisch gefallenen Schnee pflügt: Es ist ein geradezu erhabener Anblick. Stille Freude beschert auch das Wissen, dass die Hunde im Dienst kranker Kinder unterwegs sind. Russ-Preisträger Anton „Husky-Toni“ Kuttner und seine Vierbeiner sind wieder in ihrem Element. Sehnsüchtig hat er auf den Schnee gewartet, um die Schlitten auspacken und Kinderträume erfüllen zu können. Einer der ersten Gäste auf der Tschengla war Kilian. Der 16 Monate alte Bub hat schon einen langen Leidensweg hinter sich. Fünf Wochen nach der Geburt wurde bei ihm ein Neuroblastom diagnostiziert. Der Tumor konnte entfernt werden, die Sorgen um das Kind sind geblieben. Ein Tag mit Husky-Toni und seinen Hunden verschaffte der Familie aus Schruns eine Verschnaufpause vom nicht immer einfachen Alltag.

Bei Toni Kuttner und seinen Gästen kommt der Spaß nicht zu kurz.
Bei Toni Kuttner und seinen Gästen kommt der Spaß nicht zu kurz.

In Lebensgefahr

Aus dem Kamin der Hütte steigt Rauch auf. Toni Kuttner hat eingeheizt. Die Besucher sollen es nach der zünftigen Schlittenfahrt warm haben. Joe Fritsche von „Stunde des Herzens“ hat der Familie von Kilian den Ausflug auf die tiefverschneite Tschengla vermittelt. Die Eltern, Severine (39) und Michael Schranz (37), sind seit der Erkrankung ihres Jüngsten mit Fritsche in Kontakt. „Es ist wichtig, in einer solchen Situation solche Menschen zu haben“, erzählt die Mutter, während Kilian lachend durch die Hütte tobt. Seine schwere Erkrankung ist dem munteren kleinen Kerl kaum anzumerken. Damals waren es für einen Säugling ungewöhnliche Atemgeräusche, die Severine hellhörig machten. Eine Untersuchung im Landeskrankenhaus Feldkirch brachte die erschütternde Diagnose: ein Neuroblastom, das auf Lunge und Luftröhre drückt. Beim Neuroblastom handelt es sich um eine Krebserkrankung des Nervensystems, die hauptsächlich Kinder bis zum sechsten Lebensjahr betrifft. Bei Kilian bestand sogar akute Lebensgefahr.

Gut eingepackt geht es für Mutter und Söhne durch die Winterlandschaft.
Gut eingepackt geht es für Mutter und Söhne durch die Winterlandschaft.

Kilian wurde notfallmäßig in die Uniklinik nach Innsbruck gebracht, wo er fünf Wochen im künstlichen Koma lag. Nach einer Chemotherapie gelang es, den anfangs inoperablen Tumor zu entfernen. Für die Familie war es eine belastende Zeit. Auch der ältere Sohn Magnus (4) litt. „Wir versuchten, soweit möglich, für ihn eine Normalität aufrechtzuerhalten“, berichtet Severine von schwierigen Wochen. Inzwischen muss Kilian alle drei Monate zur Kontrolle nach Innsbruck, und auch die Nebenwirkungen der Chemotherapie gilt es zu beobachten. Ansonsten verläuft das Leben der Familie wieder in einigermaßen geregelten Bahnen. Jeder noch so kleine Entwicklungsschritt, den Kilian macht, bedeutet für Severine und Michael ein Geschenk.

Toni Kuttner und seine Huskys in ihrem Element, sehr zur Freude der Passagiere.
Toni Kuttner und seine Huskys in ihrem Element, sehr zur Freude der Passagiere.

Kleine Musher in Aktion

Während der Holzofen drinnen eine wohlige Atmosphäre verströmt, versucht Toni Kuttner draußen die ungeduldige Hundeschar zu bändigen. Zehn Energiebündel warten auf ihren Einsatz. Jeder Husky will mit und tut das entsprechend lautstark kund. Doch Toni hat die Ruhe weg, klinkt einen nach dem anderen in das Gespann ein. Am Ende stehen da fünf Hundepaare, die es kaum erwarten können, Schnee unter den Pfoten zu spüren. Kilian und Magnus schauen fasziniert zu. Beide sind warm angezogen und mit Skibrille ausgerüstet. „Eine Empfehlung von Toni“, bemerkt die Mutter lächelnd. Dann, endlich, ist es soweit. Die Eltern machen es sich abwechselnd mit den Söhnen im Schlitten bequem und auf Kommando geht sie ab, die sprichwörtliche Post. Später dürfen sich auch Magnus und Kilian an einem kleinen Schlitten als Musher versuchen. „Gut machen sie das“, stellt Toni Kuttner gerührt fest. Die Freude in den Augen der Kinder zu sehen, ist für ihn, der diese Initiative über Spenden finanziert, der größte Lohn. Am Wochenende dürfen 14 vom Netz für Kinder betreute Mädchen und Buben Husky-Tonis Kindertraum erleben.

Magnus, Severine und Kilian zeigten keine Berührungsängste.
Magnus, Severine und Kilian zeigten keine Berührungsängste.

Infos und Anfragen unter www.husky-toni-kindertraum.at; Spendenkonto: Hypo Bank Bludenz, IBAN: 5800 0135 8090 5018; BIC: HYPVAT2B, Verwendungszweck: Spende Husky Tonis Kindertraum

Huskys sind wahre Energiebündel und können es kaum erwarten, durch den Schnee zu pflügen.
Huskys sind wahre Energiebündel und können es kaum erwarten, durch den Schnee zu pflügen.
Severine Schranz-Rudigier mit ihrem Jüngsten, Kilian.
Severine Schranz-Rudigier mit ihrem Jüngsten, Kilian.
Kilian beim Trockentraining mit dem kleinen Schlitten.
Kilian beim Trockentraining mit dem kleinen Schlitten.
Kilian und Magnus fühlen sich sofort wohl in der Hütte von Toni Kuttner.
Kilian und Magnus fühlen sich sofort wohl in der Hütte von Toni Kuttner.
Magnus und Kilian als Mini-Gespann unterwegs.
Magnus und Kilian als Mini-Gespann unterwegs.