„Müssen unsere Naturjuwele schützen“

Ein hochkarätiges Podium beschäftigte sich mit dem 20-Jahr-Jubiläum Natura 2000 Klostertal.
Wald a. A. Nach der Einführung durch Obmann Christof Thöny, die die Themen „Die EU in der Region“, Leaderprojekte, EU-Programme, Erasmus und Projekte zur Zeitgeschichte des Tals umfasste, wurde von den Podiumsgästen das Thema EU-Projekte allgemein und Natura 2000 vorgestellt und diskutiert. Mit Franz Fischler (ehemaliger EU-Kommissar), Katharina Lins (Naturschutzanwältin) und Erich Schwärzler (ehemaliger Landesrat) bildeten die Gäste zu diesem Thema ein hochkarätiges Podium. Durch den interessanten Abend führte Moderatorin Ruth Swoboda (inatura).

Im Bereich des Klostertals liegen Teile des Natura-2000-Gebiets Verwall, des größten zusammenhängenden Schutzgebiets in Vorarlberg. Zudem befindet sich mit den Klostertaler Bergwäldern ein zweites derartiges Schutzgebiet zur Gänze im Klostertal. Es zählt neben dem Verwall zu den bedeutendsten seiner Art in Vorarlberg. Die Unterschutzstellung jährt sich zum 20. Mal, weshalb der Museumsverein Klostertal die beiden Gebiete im Rahmen einer Ausstellung im Frühsommer bereits in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hat.
Anfangs noch ein Schreckgespenst
Bei Natura 2000 handelt es sich um ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten. Diese haben das Ziel, besondere Arten und Lebensräume dauerhaft zu erhalten. Die natürlichen Lebensräume Europas sollen durch die Unterschutzstellung dauerhaft gesichert werden. Als rechtliche Grundlagen sind dafür innerhalb der Europäischen Union die Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie beschlossen worden.

„Am Anfang war Natura 2000 ein Schreckgespenst, doch durch den Lernprozess für alle Seiten wurde dieses Projekt für den Naturschutz ein großer Erfolg“, so Katharina Lins. Erich Schwärzler berichtete über das damalige Empfinden seitens der Landwirtschaft, welche diese Maßnahmen als groben Eingriff empfanden. Man habe schlussendlich einen gemeinsamen Weg gefunden und man sei auf die Natura-2000-Gebiete in Vorarlberg stolz.
Im Speziellen die Natura-2000-Gebiete Montafon/Klostertal waren bis zur Gründung des Naturschutzvereins im Jahr 2013 aufreibend und spannend. Franz Fischler erklärte den Besuchern die umfassenden Vorgänge auf EU-Ebene und blickte positiv in die Zukunft.

Wünsche für die Zukunft
Die bestehenden Gebiete bewirtschaften, dass der Zweck erfüllt wird, Vernetzung, Information, Nachdenken, Grenzen und Begrenzungen, Kommunikation und Vertrauen – diese Wünsche der Podiumsteilnehmer sollen für die zukünftige Arbeit rund um das EU-Projekt gelten. Für Erich Schwärzler ist auch die Aufrechterhaltung der Almbewirtschaftung wichtig.
„Die jungen Menschen verabschieden sich von der Landwirtschaft. Wir müssen Grundlagen schaffen, dass die Almbewirtschaftung in Zukunft gesichert ist“, warnt Schwärzler. „Vorarlberg ist eine Vorbildregion auf EU-Ebene, aber es gibt immer etwas zu tun, man darf nicht stehen bleiben“, freut sich Fischler über die gute Arbeit im Land. Regionsmanager Christian Kuehs verfolgte ebenfalls die interessanten Podiumsbeiträge.

Naturjuwel und Naturvielfalt
Er leitet seit dem Jahr 2017 das Regionsmanagement Klostertal/Montafon und schätzt die aktiven Projekte und die Kommunikation mit den Menschen in den Tälern. „Wir müssen unsere Naturjuwele, die Naturvielfalt in unserer Region, pflegen und schützen. Mit der entsprechenden Vernunft aller betroffenen Seiten, mit Grenzen und Mut gehen wir einen guten Weg“, sind sich alle einig.
Mit den Bürgermeistern Hans Peter Pfanner (Innerbraz), Thomas Zudrell (Silbertal), Rita Kilzer, Werner Walser (Altbürgermeister), Leo Walser (ehemaliger Bezirkshauptmann) und dem Landtagsabgeordneten Christoph Thoma wohnten der Podiumsdiskussion einige Ehrengäste im Tenn des Klostertal Museums bei. DOB