Heftiger Föhnsturm wütete vor allem im Raum Feldkirch

Freitagvormittag kam es zu Feuerwehreinsätzen im Minutentakt. Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt.
Feldkirch Zu einem ersten Einsatz kam es um 8.35 Uhr im Kapellenweg, als ein Baum auf ein Hausdach krachte. Dann gingen die Alarmierungen quer über das Stadtgebiet weiter. Immer wieder vermeldeten die Piepser der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) umgestürzte Bäume, die Straßen verlegten.
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Auch Häuser waren betroffen. In der St.-Antoniusstraße wurde um 9.50 Uhr ein Dachfenster ausgerissen, am Oberen Riegel löste sich ein Blechdach. Auch in der Sebastian-Kneipp-Straße wurde ein Ziegeldach abgedeckt.
Beim Kunert-Industriepark musste sich die Feuerwehr bei einer Baustelle um auf die Straße geschleuderte Schaltafeln kümmern. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr zu einem abgedeckten Dach an der Adresse Graf-Hugo-Wuhrgang gerufen. Dabei handelte es sich um ein Wellpappedach, dessen lose Teile etwas aufgerüttelt wurden. Die Feuerwehr rückte mit zwei Einsatzfahrzeugen sowie zehn Männern an, um die Gefahrenstelle zu sichern. Die losen Teile des Daches wurden abgetragen und in Sicherheit abgelegt. Zwischenzeitlich ist die Gefahrenstelle bereits geräumt.

Bahnstrecken unterbrochen
Auf der Bahnstrecke zwischen Feldkirch und Buchs stürzte ein Baum auf die Oberleitung, sodass diese riss. Deshalb sind auf dieser Strecke voraussichtlich bis 18 Uhr keine Fahrten möglich.

Kurz vor 10 Uhr hieß es seitens der RFL: „Es wird dringend mehr Mannschaft benötigt.“ Beim Bahnhof Altenstadt riss der starke Wind einen Balken der Schrankenanlage auf die Oberleitung. Auch die Bahnstrecke zwischen Bregenz und Lauterach ist derzeit unterbrochen. Hier wehte der Föhn ein Blech auf die Oberleitung. Über die Dauer der Unterbrechung kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden. Die Züge warten die Sperre vorerst ab.
Kindergarten evakuiert
Um 10.17 Uhr wurde die Feuerwehr zum Waldkindergarten in die Treietstraße nach Rankweil gerufen. Mehrere Bäume drohten, auf den Kindergarten zu stürzen, 16 Kinder und drei Erwachsene mussten in Sicherheit gebracht werden.

Der Föhnsturm richtete auch am Stadion des SC Tisis in der Grießstraße in Feldkirch schwere Schäden an. Tore wehten durch die Luft, schwere Spielerbänke wurden über den nun demolierten Zaun auf die Straße geweht. Zusätzlich wurde der Turm mit der Zeitschaltuhr umgeweht, die aber zum Glück noch funktioniert und sicher abgelegt wurde. Die Feuerwehr räumte die davongeflogenen Spielerbänke von der Straße. „Ich rechne, den demolierten Zaun nicht eingerechnet, mit bis zu 5000 Euro Schaden“, erklärte Platzwart Walter Hüttmayer.

Weitere Einsätze wurden auch aus Bregenz und Lustenau gemeldet. In Bregenz hing bei der ÖBB-Haltestelle eine Plane in der Oberleitung.
Dixiklo auf der Straße
Beim Feuerwehrhaus Feldkirch-Tisis wurden zwei Spielbänke mit jeweils einem Gewicht von 500 Kilogramm auf die Fahrbahn geschleudert, weitere Einsätze wurden auch aus Bregenz und Lustenau gemeldet. In Bregenz hing bei der ÖBB-Haltestelle eine Plane in der Oberleitung, in Hörbranz stürzte ein Dixiklo auf die Straße.

Kurzes Blackout in Teilen Vorarlbergs
Wie Johannes Hofer, Sprecher von Vorarlberg Netz, den VN bestätigte, kam es um 10.30 Uhr sturmbedingt zu mehreren Stromausfällen im Land. „Insgesamt waren 15.000 Haushalte ohne Strom, besonders betroffen waren das Gebiet Hopfreben in Schoppernau und Dornbirn-Haselstauden, wo bei einem Transformator der Schutzschalter ausgelöst hatte“, sagte Hofer den VN. Man habe jedoch sofort auf einen zweiten Transformator umgeschaltet, weshalb die Störung nach nur eineinhalb Minuten beseitigt werden konnte. Bei rund 70 Haushalten in Schoppernau fiel der Strom allerdings bis 13.45 Uhr aus. In Satteins musste für drei betroffene Haushalte ein Notstromaggregat installiert werden. Ursache für die Störungen waren vor allem Bäume, die auf Freileitungen gefallen waren.
Keine Verletzten
Gegen 14 Uhr wurden in Vorarlberg laut Information der RFL bereits mehr als 80 Feuerwehreinsätze und mindestens 60 gemeldete Sachschäden in Vorarlberg registriert, der Schwerpunkt lag im Bezirk Feldkirch. Über verletzte Personen gingen keine Meldungen ein.