Die Vorsorge kommt wieder in Schwung

VN / 13.10.2023 • 06:00 Uhr
<p class="caption">Auch kleinste Tumoren können bei der Mammografie entdeckt werden.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker"><span class="copyright">dpa</span></span></p>

Auch kleinste Tumoren können bei der Mammografie entdeckt werden. dpa

Rund sieben Millionen Euro investiert die ÖGK Vorarlberg heuer in Früherkennungsmaßnahmen.

Dornbirn Es geht wieder aufwärts, zumindest was die Vorsorgeuntersuchungen betrifft, die während der Pandemie bekanntlich beinahe zum Erliegen gekommen sind. „Offenbar konnten die Vorarlberger Ärztinnen und Ärzte jetzt, nach der Corona-Stresszeit und der daraus folgenden Zeit der Aufarbeitung von anstehenden Behandlungen, wieder vermehrt Ressourcen für die Vorsorge und Früherkennung freimachen. Das freut mich sehr“, äußert sich ÖGK-Landesstellenvorsitzender Manfred Brunner zufrieden über die gute Entwicklung in allen relevanten Angeboten. Im vergangenen Jahr investierte die ÖGK-Landesstelle rund 6,4 Millionen Euro in die Vorsorge. Setzt sich der positive Trend heuer fort, rechnet Brunner mit einem Aufwand von 7,2 Millionen Euro.

Post von der ÖGK

Zwischen 2002 und 2019 wurden in Vorarlberg jährlich 37.872 allgemeine Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Mit 38.314 lag 2019, das Jahr vor Corona, sogar leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Die aktuell vorliegenden Zahlen spiegeln das erste Halbjahr 2023 wider. Der Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2019, als die Pandemie noch weit weg war, macht jedenfalls sicher: Die Vorsorge ist wieder im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen. Besonders deutlich sind die Zunahmen bei den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen (11 Prozent) sowie bei der Darmkrebsvorsorge (20 Prozent). Die Mammografie verzeichnet eine Steigerung von knapp sechs Prozent. Aufholbedarf besteht noch bei der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung (1 Prozent). Was sie betrifft, erhalten in den kommenden Wochen rund 15.000 Vorarlberger Post von der ÖGK mit der Einladung, sich im eigenen Interesse einem kostenlosen Gesundheitscheck zu unterziehen.

ÖG-Landesstellenvorsitzender Manfred Brunner ist mit der Entwicklung bei den Vorsorgeuntersuchungen sehr zufrieden.  <span class="copyright">APA/BARBARA GINDL</span>
ÖG-Landesstellenvorsitzender Manfred Brunner ist mit der Entwicklung bei den Vorsorgeuntersuchungen sehr zufrieden. APA/BARBARA GINDL

Kostenfreies Angebot

Das Vorsorgeangebot in Vorarlberg ist umfänglich. Die allgemeine Vorsorgeuntersuchung kann ab 18 einmal pro Jahr kostenlos in Anspruch genommen werden. Das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm ist für Frauen ab 40 kostenfrei. Nur einen Termin braucht es auch für die Gebärmutterhalsvorsorge (PAP-Abstrich), die einmal jährlich empfohlen wird. Die Darmkrebsvorsorge mittels Stuhltest ist im Rahmen der Gesundenuntersuchung kostenlos, für die Darmkrebsvorsorge per Darmspiegelung gilt dies für Personen ab 50 alle zehn Jahre. „Nur in Vorarlberg gibt es seit 2007 ein eigenes Darmkrebsvorsorge- und Früherkennungsprogramm“, merkt Manfred Brunner ergänzend an. Die Bemühungen um eine bundesweite Ausrollung scheiterten bislang.

Die Hautkrebsvorsorge ist im Rahmen der allgemeinen Vorsorge ebenfalls kostenfrei, bei einem Verdacht erfolgt eine Überweisung zum Facharzt. Eine allenfalls notwendige kurative Behandlung übernimmt dann die Sozialversicherung. Den PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung können Männer ab 45 kostenlos beanspruchen. Gleiches gilt für eine Aufklärung und, wenn nötig, Zuweisung zum Urologen.

Ergibt die allgemeine Vorsorge einen Verdacht auf ein gesundheitliches Problem, etwa eine auffällige Hautveränderung oder eine familiäre Vorbelastung, wie es bei Krebs der Fall sein kann, oder sind kürzere Beobachtungsintervalle nötig, handelt es sich um bezahlte Früherkennungsmaßnahmen bzw. bezahlte kurative Leistungen. „Möchte jemand eine Vorsorge darüber hinaus in Anspruch nehmen, ist dies eine Privatleistung und selbst zu bezahlen“, erklärt Brunner.

Entwicklung der Vorsorge

Erstes und zweites Quartal        2019                    2023

Allgemeine VU:                             19.621                19.823

Gynäkologische VU                      14.009                15.559

Mammographie                             8.361                  8.860    

Darmkrebsvorsorge                       1.892                  2.271