Arlbergtunnel ab Freitag wieder geöffnet – doch nur für kurze Zeit

Der erste Teil der Fahrbahnsanierung ist abgeschlossen. Weitere Maßnahmen stehen bevor.
Darum geht’s:
- Der Arlbergtunnel ist nach sechs Monaten Bauzeit wieder geöffnet
- Die neue Betonfahrbahn und Tunnelbeschichtung verbessern die Beleuchtung und das Sicherheitsgefühl
- Weitere Bauarbeiten auf der Vorarlberger Seite im nächsten Jahr geplant
Langen am Arlberg Es ist angerichtet: Ab Freitag ist der Arlbergtunnel nach knapp sechs Monaten Baustelle wieder für den Straßenverkehr geöffnet. Ab etwa 9 Uhr steht für den Weg von Vorarlberg ins Tirol und zurück die schnellste Route zur Verfügung – wenn auch nur für ein paar Monate. Das Fazit für die Bauphase fällt in jedem Fall positiv aus.

“Wir sind über die Arbeiten sehr zufrieden”, sagt Asfinag-Projektleiter Tobias Cologna. Auch, wenn die Zeit sehr knapp gewesen sei. “Das war eine Meisterleistung, dass wir das geschafft haben.” Immerhin bringt die Arbeit im Tunnel so manche Herausforderung mit sich: “Alle Arbeiten greifen ineinander und sind hintereinander geschaltet. Da lässt sich nichts beschleunigen”, erklärt Cologna. Dazu kommt, dass im Tunnel eben der Platz und die Zufahrten begrenzt sind.
Sichtbarer Unterschied
Der Projektleiter ist sich sicher, dass Autofahrende ab Freitag die Unterschiede feststellen werden. Denn die neue Betonfahrbahn ist mit einer helleren Gesteinsart vermischt worden, damit die Abstrahlwirkung von Licht im Tunnel verbessert wird. Das spart laut Asfinag mehr als 200.000 Kilowattstunden pro Jahr an Strom für die Beleuchtung und erhöht obendrein das subjektive Sicherheitsgefühl bei Verkehrsteilnehmenden durch mehr Helligkeit. Dazu kommt, dass an den Seitenwänden insgesamt 110.000 Quadratmeter einer speziellen Tunnelbeschichtung aufgezogen wurden. Vorteil: Der Tunnel wirkt heller und Schmutz kann leichter entfernt werden.


Der Kontrast wird besonders zu sehen sein, da bisher eben nur die Tiroler Seite des Tunnels saniert wurde. Auf der Vorarlberger Seite stehen die Bauarbeiten im kommenden Jahr an. Dann wird der Tunnel von 15. April bis 22. November 2024 erneut komplett gesperrt. Letztlich sollen alle 16 Kilometer Fahrbahn des längsten Straßentunnels Österreich erneuert worden sein. Knapp 45 Jahre nach der Eröffnung des Tunnels war das auch an der Zeit.
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Über 100 Millionen Euro investiert
Insgesamt nimmt die Asfinag 75 Millionen Euro für die Bauarbeiten in die Hand. Neben der Fahrbahn wurde zum Beispiel auch die Entwässerung überarbeitet. Dazu kommen 30 Millionen Euro für die Erneuerung der Mautstelle St. Jakob. Nicht von ungefähr spricht Asfinag-Bau-Geschäftsführer Andreas Fromm von einer Mega-Baustelle. Zu Spitzenzeiten waren immerhin über 200 Arbeiter im Einsatz.

Sie haben den Plan: Projektleiter Tobias Cologna (l.) und Autobahnmeister Stefan Falch. VN/Paulitsch
Für die Bauarbeiten bestand ziemlicher Zeitdruck. Denn ab Montag ist die Bahnstrecke zwischen Ötztal und Bludenz bis 6. November wegen Instandhaltungsarbeiten für Fernverkehrszüge gesperrt. Bis dahin musste der Tunnel für Lkw und Autos also wieder frei sein.
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Im Winter laufen nun die Hintergrundarbeiten für das kommende Jahr. “Wir sind gerade dabei, uns anzuschauen, welche Abläufe wir optimieren können”, verrät Cologna. Eines wird aber gleich bleiben: “Die Umleitungsstrecke hat gut funktioniert.” Heißt: Autos können über den Arlbergpass ausweichen, der Schwerverkehr muss weitere Wege in Kauf nehmen. Die gute Nachricht: Die neue Fahrbahn soll dann erst mal für etwa 30 Jahre halten.