Das Parkplatzproblem von Schruns

VN / 15.09.2023 • 16:30 Uhr
Bald fällt der Sternenparkplatz weg. Wie allerdings die 70 Parkplätze kompensiert werden sollen, steht noch in den Sternen.
Bald fällt der Sternenparkplatz weg. Wie allerdings die 70 Parkplätze kompensiert werden sollen, steht noch in den Sternen.

Noch immer ist nicht geklärt, wie die rund 60 wegfallenden Parkplätze durch den Neubau der Volksschule Schruns kompensiert werden sollen.

Schruns Noch immer sind nicht alle Details bezüglich neuer Volksschule in Schruns geklärt. Noch völlig offen ist die Parkplatzsituation. Wird es eine öffentliche oder private Tiefgarage geben, oder doch gar keine? Verzichtet man auf neue Parkplätze und schließt sich stattdessen der Silvretta Montafon (SiMo) an und nutzt die Parkplätze der Hochjochbahn mit? Diese Fragen werden in einer der nächsten Gemeindevertretungssitzungen diskutiert, denn zur Debatte stehen ein Parkleitsystem und ein Parkraumkonzept für ganz Schruns, die zusammen mit der SiMo und Besch+Partner ausgearbeitet werden sollen. Vor Baubeginn muss die Gemeindevertretung die Parkplatzsituation geklärt haben.

Gratis parken wird es in Zukunft nicht mehr geben.
Gratis parken wird es in Zukunft nicht mehr geben.

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Auch die Kosten könnten noch weiter steigen. „In den letzten drei Jahren gab es bei Bauprojekten eine Kostensteigerung von 30 Prozent. Hinzu kommt die Zinserhöhung“, sagt Bürgermeister Jürgen Kuster. Die Kosten für die Volksschule Schruns wurden vor drei Jahren ermittelt, das Budget – der mittelfristige Finanzplan – dahingehend aufgestellt. „Aber mit solchen Preissteigerungen habe ich nicht gerechnet“, sagt Jürgen Kuster. „Die Zinssteigerung haben wir nicht so hoch kalkuliert.“ Große Einsparpotenziale beim geplanten Neubau bleiben dem Bürgermeister aber nicht übrig – außer eben bei der geplanten Tiefgarage und ihrer Größe.

Ob die Gemeinde 50 Parkplätze auf dem Hochjochparkplatz bekommt, ist noch offen. Möglich wäre es.
Ob die Gemeinde 50 Parkplätze auf dem Hochjochparkplatz bekommt, ist noch offen. Möglich wäre es.
"Klar muss man immer beide Seiten sehen. Ich kann die Platznot der Volksschule voll verstehen und finde es auch wichtig, dass die Schrunser Kinder einen geeigneten Lernort bekommen. Aber für die Geschäftswelt in Schruns ist es klar ein Nachteil, denn viele Kundschaften schätzen den Parkplatz sehr." Ruth Gollob-Kieber, 60 Jahre, von Ruth K.
"Klar muss man immer beide Seiten sehen. Ich kann die Platznot der Volksschule voll verstehen und finde es auch wichtig, dass die Schrunser Kinder einen geeigneten Lernort bekommen. Aber für die Geschäftswelt in Schruns ist es klar ein Nachteil, denn viele Kundschaften schätzen den Parkplatz sehr." Ruth Gollob-Kieber, 60 Jahre, von Ruth K.

Eine öffentliche Tiefgarage sei laut Kuster mehr oder weniger vom Tisch. „Davon haben uns der Architekt Josef Fink und der Gestaltungsbeirat abgeraten“, erklärt Jürgen Kuster. Mit einer öffentlichen Tiefgarage habe man zu viel Verkehr an der Schule. Das Nadelöhr beim Gemeindeamt und Posthotel Taube, wo viele Schüler durchlaufen, mache es nicht besser. Baut man eine Schule neu, so soll diese möglichst autofrei werden. „Rein technischen gesehen, würden 50 Parkplätze unter der Schule hineinpassen.“ Doch lieber möchte Jürgen Kuster, dass man bestehende Parkflächen erweitert oder diese besser nutzt. So könnte die Gemeinde eben diese 50 Parkplätze auch auf dem Parkplatz der Hochjochbahn von der SiMo bekommen. Von dort sei es nicht viel weiter in die Innenstadt als vom Sternenparkplatz aus.

"So rund 60 Parkplätze gibt es auf dem Sternenparkplatz und das mitten im Ortskern. Auch wenn die angedachte Tiefgarage realisiert wird, liegt sie doch noch etwas weiter von meinem Geschäft weg als der derzeitige Parkplatz. Für mich als Geschäftsinhaber schlichtweg eine Katastrophe."<br>Thomas Jenny, 56 Jahre, Büro- und Schulbedarf Jenny
"So rund 60 Parkplätze gibt es auf dem Sternenparkplatz und das mitten im Ortskern. Auch wenn die angedachte Tiefgarage realisiert wird, liegt sie doch noch etwas weiter von meinem Geschäft weg als der derzeitige Parkplatz. Für mich als Geschäftsinhaber schlichtweg eine Katastrophe."
Thomas Jenny, 56 Jahre, Büro- und Schulbedarf Jenny

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Thema wird kontrovers diskutiert

Drei Workshops mit den Wirtschaftstreibenden sind geplant, um ein Parkraumkonzept für Schruns auszuarbeiten. Das Thema Parkplätze wird in Schruns kontrovers diskutiert. Jürgen Kuster ist durchaus bewusst, dass die Geschäftstreibenden auf dem Land um jeden Kunden kämpfen. „Auf dem Land will noch jeder mit dem Auto direkt vor dem Geschäft parken, doch das wird es nicht mehr geben“, sagt Kuster. Man müsse sich die Frage stellen, ob ein Parkplatz mitten im Dorf überhaupt Sinn mache. Für ihn ist klar, dass es keine Gratisparkplätze in Schruns mehr geben wird. Ein Parkleitsystem soll den Autofahrern dabei helfen, freie Parkplätze – vor allem in der Tiefgarage – zu finden. Jürgen Kuster hofft, dass die Gemeindevertretung „das Paket“ noch vor Weihnachten abgesegnet.

"Also ich bin völlig dagegen, dass der Sternenparkplatz wegkommt. Gerade am Wochenende gehe ich gerne mal ins Ortszentrum und da kann man auf dem Sternenparkplatz gratis parken. Wo soll ich dann das Auto hinstellen, außer in die Tiefgarage, wo man bezahlen muss?" Maria Stocker, 69 Jahre, Pensionistin
"Also ich bin völlig dagegen, dass der Sternenparkplatz wegkommt. Gerade am Wochenende gehe ich gerne mal ins Ortszentrum und da kann man auf dem Sternenparkplatz gratis parken. Wo soll ich dann das Auto hinstellen, außer in die Tiefgarage, wo man bezahlen muss?" Maria Stocker, 69 Jahre, Pensionistin
"Wenn der Sternenparkplatz weg ist, dann frage ich mich, wo man in Schruns überhaupt noch parken kann. Mir fällt so spontan gar nichts ein, außer einige Parkmöglichkeiten etwas außerhalb vom Ortszentrum. Aber ich habe auch kein Auto und deshalb ist es für mich kein so wichtiges Thema." Susanne Pöchler, 44 Jahre, Angestellte
"Wenn der Sternenparkplatz weg ist, dann frage ich mich, wo man in Schruns überhaupt noch parken kann. Mir fällt so spontan gar nichts ein, außer einige Parkmöglichkeiten etwas außerhalb vom Ortszentrum. Aber ich habe auch kein Auto und deshalb ist es für mich kein so wichtiges Thema." Susanne Pöchler, 44 Jahre, Angestellte