Drei Vorarlberger Projekte mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet

Verleihung im Landhaus ehrte innovative und zukunftsfähige Ideen.
Bregenz Dieser Sommer hat einmal mehr gezeigt: die Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend sichtbar. Eine wichtige Maßnahme, um die Erderwärmung einzudämmen, liegt in der Mobilität. Jedes Jahr zeichnen die Landesregierung, der Verkehrsclub VCÖ und die ÖBB Mobilitätsprojekte aus. Am Mittwoch bekamen das Energieinstitut Vorarlberg, die Plan-b-Gemeinden und ein inklusives Projekt im Bregenzerwald die diesjährige Auszeichnung.
„Wie wir heute die Mobilität von morgen gestalten, ist immens wichtig, wollen wir die Ziele von Paris einhalten“, sagte Landesrat Daniel Zadra bei der Verleihung. „Der VCÖ-Mobilitätspreis holt jedes Jahr innovative und zukunftsfähige Projekte vor den Vorhang, die vorzeigen, was bereits heute möglich ist.“

Es sei von größter Bedeutung, rasch und stark den Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, betonte VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. „Global denken, lokal handeln, ist aktueller denn je. Auch im Verkehrsbereich. Unser heutiges Handeln bestimmt die Mobilität der Zukunft.“ Die Klima- und Energiekrise erfordere nachhaltige Änderungen im Mobilitätssektor. „Hierfür brauchen wir neue, kreative Lösungen, die wir im Rahmen des VCÖ-Mobilitätspreises auszeichnen“, sagte Erwin Nagele, Achsenmanager Vorarlberg, ÖBB-Infrastruktur AG.
Die drei ausgezeichneten Projekte
Der Arbeitsweg ist an Werktagen der häufigste Mobilitätszweck. Die Bedeutung für betriebliche Gesundheitsprogramme hat das Energieinstitut Vorarlberg im Rahmen des EU-Interreg-Programm AMIGO untersucht. Neun Unternehmen aus Vorarlberg, Liechtenstein und Schweiz haben betriebliches Mobilitätsmanagement und die betriebliche Gesundheitsförderung miteinander verknüpft. Aus Vorarlberg machten Haberkorn, illwerke vkw und das Landeskrankenhaus Hohenems beim Projekt mit. „Den Arbeitsweg zum Fitnessstudio machen“, lautete das Motto.

Ergebnis: Im Schnitt der neun Unternehmen wurde der Anteil des Autos am Pendelverkehr zur Arbeit um fünf Prozentpunkte von 54 auf 49 Prozent reduziert. Im Landeskrankenhaus Hohenems ist der Auto-Anteil auf 35 Prozent gesunken. 40 Prozent konnten während des Projekts motiviert werden, häufiger mit Fahrrad, Bahn oder Bus zur Arbeit zu fahren. Der Leitfaden, in dem die erfolgreichen Maßnahmen zusammengefasst sind, steht auf der Website des Energieinstituts Vorarlberg auch anderen Unternehmen zum Nachahmen zur Verfügung.
Der VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den ÖBB vorgenommen und vom Verkehrsverbund Vorarlberg und Rhomberg Bau unterstützt. Unter www.vcoe.at können aktuell mehr als 2500 vorbildliche Projekte in einer Online-Datenbank abgerufen werden. In dieser können sich Gemeinden, Schulen, Unternehmen und Wohnbauträger Tipps und Anregungen holen, wie Verkehrsprobleme klimaverträglich gelöst werden können.
In der Plan-b-Region spielt das Fahrrad für die Mobilität der Bevölkerung eine große Rolle. Der Anteil der Alltagswege, die in den sieben Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, beträgt im Schnitt 21 Prozent. Der Ausbau und die Verbesserung der Rad-Infrastruktur wird von den sieben Gemeinden forciert. Die seit zehn Jahren in der Straßenverkehrsordnung bestehende Möglichkeit, Fahrradstraßen umzusetzen, haben die sieben Gemeinden häufig genutzt: 18 Fahrradstraßen wurden bereits umgesetzt. In der Fahrradstraße haben Fahrräder Vorrang, Autos dürfen nur zu- und abfahren sowie die Straße queren.

Das Projekt inklusiv nachhaltig mobil im Bregenzerwald ermöglicht es Menschen mit Behinderung, öffentliche Verkehrsmittel selbstständig zu nutzen und sensibilisiert auch Kinder und Jugendliche in Bezug auf notwendige Hilfen für Fahrgäste. Zum einen werden Mobilitätstrainings für Menschen mit Behinderung angeboten, zum anderen werden Buslenkende geschult und Workshops mit SchülerInnen abgehalten. Das Projekt inklusiv nachhaltig mobil wurde von Regio Bregenzerwald in Kooperation mit der Lebenshilfe Vorarlberg und der Bildungsdirektion Vorarlberg im Jänner 2022 gestartet.
