Verkehrslösung für Brand in Sicht

Die Arbeitsgruppe der Gemeinden Brand, Bürserberg und der illwerke vkw hat eine Verkehrslösung für die Abwicklung des Baustellenverkehrs, der durch den Bau des Lünerseewerks II entsteht, gefunden. Die Brandner befürchteten eine massive Verkehrsbelastung durch das Ortszentrum. Nun wird der Baustellenverkehr bereits vor dem Ort abgeleitet.
Brand Bis das Lünerseewerk ll gebaut wird, vergehen noch ein paar Jahre, denn der Baustart ist erst für 2029 geplant. Doch schon jetzt machen sich die Brandnertaler Sorgen um den Baustellenverkehr, immerhin ist das künftige größte Pumpspeicherkraftwerk Österreichs durch das Zimbamassiv keine kleine Baustelle der illwerke vkw.
Seit über einem Jahr sind deshalb die drei betroffenen Gemeinden Bürs, Brand und Bürserberg mit den illwerken vkw im engen Austausch. Daher wurde auch eine Arbeitsgruppe mit Delegierten aus den Gemeindevertretungen, Bürgern und Projektverantwortlichen der illwerke vkw gegründet. Ziel aller Beteiligten ist es, dass Einheimische wie Gäste so wenig wie möglich von den Bauarbeiten mitbekommen. Der Brandner Bürgermeister, Klaus Bitschi, formuliert die wesentlichen Bedingungen: Zum einen soll die Lebensqualität der Bürger nicht unter dem Großprojekt leiden, zum anderen soll der Tourismus bestmöglich geschont werden, denn immerhin ist Brand eine Ganzjahresdestination. Jetzt habe man eine Variante gefunden, die alle Bedingungen berücksichtigt.


Gerd Wegeler, Mitglied des Vorstands der illwerke vkw, betont, wie wichtig der Bauablauf bei der Entwicklung eines solch großen Projekts wie das des Lünerseewerks ll ist. Für Bürs habe man schon eine gute Lösung für die Abwicklung des Baustellenverkehrs gefunden. Man sei in Gesprächen mit der Asfinag, denn geplant ist ein temporärer Autobahnanschluss, der direkt vom Stollen beim Bürser Umspannwerk auf die Autobahn führt. So müssen die Baustellenfahrzeuge nicht durch das Ortszentrum von Bürs fahren.

Für das Brandnertal haben Ingenieure intensiv an einer guten Verkehrslösung gearbeitet, die die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt. Ursprünglich war die Baustelle mit dem Zugangsstollen im Bereich Schattenlagant geplant. Das hätte aber mit sich gebracht, dass der ganze Baustellenverkehr durch das Nadelöhr Brand und in weiterer Folge auf der schmalen Straße Richtung Lünerseebahn hätte fahren müssen. Noch dazu wäre hier der Nachteil gewesen, dass die Straße im Winter für den Verkehr aufgrund des Schnees und der Lawinengefahr gesperrt ist.

Nun habe man aber eine bessere Lösung gefunden, bei der der Baustellenverkehr erst gar nicht durch das Ortszentrum von Brand durch muss. Die Baustellenzufahrt würde – von Brand aus kommend – auf der Landesstraße vor der Galerie rechts abbiegen. Bis jetzt ist dort nur eine Schotterstraße, die man in diesem Zuge ausbauen würde. Der Zugangsstollen liegt somit zwischen Bürserberg und Brand.

Als Nächstes werden Gespräche mit den Grundeigentümern geführt. „Wir wollen eine möglichst verträgliche Lösung für alle finden“, sagt Gerd Wegeler. Durch die Ableitung des Baustellenverkehrs noch vor dem Ortseingang von Brand können die Fahrten durch das Ortsgebiet um 85 Prozent reduziert werden. So könne man die Lärmbelästigung der Anwohner deutlich reduzieren und die Baustelle wäre sogar ganzjährig befahrbar, resümiert Gerd Wegeler.
