Hier gab es emotionale Momente beim Alpatrieb

VN / 12.09.2023 • 17:07 Uhr
Das Älpler-Ehepaar Andrea und Andreas Wieser mit ihrem Team kamen glücklich von der Alpe zurück.<span class="copyright">ALLE BILDER: EST</span>
Das Älpler-Ehepaar Andrea und Andreas Wieser mit ihrem Team kamen glücklich von der Alpe zurück.ALLE BILDER: EST

66 Melkkühe kehrten am vergangenen Samstag von der Alpe Nova zurück.

St. Gallenkirch „Zu Mariä Geburt fliegen die Schwalben und die Schüler furt“, sagt ein Sprichwort. Der Sommer geht zu Ende, die Tiere kehren von der Alm zurück und die Schule beginnt.

Alpe Nova als Markenzeichen von Stickliabi gestickt.
Alpe Nova als Markenzeichen von Stickliabi gestickt.
Das Älpler-Ehepaar Andrea und Andreas Wieser mit Team kommen mit den Kühen ins Tal.
Das Älpler-Ehepaar Andrea und Andreas Wieser mit Team kommen mit den Kühen ins Tal.

Kürzlich fand bei strahlendem Spätsommerwetter der Alpabtrieb von der Alpe Nova statt. Dort, wo im Winter Tausende Skifahrer das Skigebiet nutzen, liegt die Alpe Nova auf 1736 Metern Seehöhe mit 400 Hektar Weidefläche.

Andrea Wieser mit Kuh Leni.
Andrea Wieser mit Kuh Leni.

Eine Schar von Gästen und Einheimischen wartete gespannt auf die Ankunft der Kühe. Endlich, um die Mittagszeit, kamen die Stars am Parkplatz Garfrescha an und wurden herzlich begrüßt. Es waren emotionale Momente und so manchem ging das Herz auf, als die mit Maien und Plömpama (Glocken) geschmückten Kühe eintrafen und auf die angrenzende Weide gingen, wo die Besitzer und Freunde der Tiere warteten.

Die brave Kuh Leni.
Die brave Kuh Leni.

Es gab Umarmungen und die Kühe wurden für ihre Leistung gelobt. Rund 90 Tage durften die Kühe die frische Luft und das freie Leben mit würzigen Kräutern genießen.

Das Älplerteam von der Alpe Nova.
Das Älplerteam von der Alpe Nova.
Die Walser Feger spielten auf.
Die Walser Feger spielten auf.
Im Festzelt wurde gefeiert.
Im Festzelt wurde gefeiert.

Älplerteam leistete ganze Arbeit

Begleitet wurden sie von dem Älpler-Ehepaar Andreas und Andrea Wieser, ihrem Team und einigen Helfern, die geschmückte Hüte mit roten Nelken aufhatten. Der geschmückte Hut ist eine Ehre und nur die Älpler dürfen ihn tragen. „Wir hatten einen guten Sommer, einmal gab es viel Schnee, einmal weniger, das sind immer schwierige Tage für uns. Ansonsten sind wir sehr zufrieden“, sagt Älplerin Andrea Wieser.

Andrea Wieser mit Praktikantin Michelle.
Andrea Wieser mit Praktikantin Michelle.

Die Kuh Melissa wurde zur schönsten Kuh gekürt. Und pink war die Milchstöfflerin, sie hatte die beste Milchleistung. Leni war mit dem Herrgottsbild besonders geschmückt. Aus der frischen Alpenmilch wurde Sura Kees, Sauerrahmbutter und Schnittkäse hergestellt.

Die brave Kuh Fee mit Elena.
Die brave Kuh Fee mit Elena.
Stickliabi – Vroni Tschofen mit Team.
Stickliabi – Vroni Tschofen mit Team.

Zum Team von Andreas und Andrea Wieser gehören Sohn Roman und Tochter Elena, die schon als Baby auf der Alpe waren, sowie Hirte Jonas Wallner und Kleinhirte Pius Keckeis. Michelle, Natalie und Theresa waren Praktikantinnen.

Älplerin Michelle freut sich über die brave Kuh Fee.
Älplerin Michelle freut sich über die brave Kuh Fee.

Es darf gefeiert werden

Der Alpabtrieb hat eine große Tradition. Es ist wie ein Zahltag der Älpler, haben sie sich doch rund 100 Tage für die Alpe, für die Tiere und für das Bewirtschaften der Alpfläche eingesetzt. Groß und Klein trafen sich im Festzelt, die Walser Feger spielten auf und bei den verschiedenen Marktstände, wie der von der Stickliabi, konnten die Besucher stöbern.

Die Praktikantinnen Michelle, Natalie und Theresa genossen ihre Zeit auf der Alpe.
Die Praktikantinnen Michelle, Natalie und Theresa genossen ihre Zeit auf der Alpe.

Die Molke wird an die Bauern verteilt, dann wird die Alpe winterfest gemacht. „Wir danken dem Herrgott, dass alle und unsere Kühe gesund geblieben sind und freuen uns schon auf den nächsten Sommer“, sagt Älplerin Andrea Wieser dankbar.

Die Kühe treffen endlich ein.
Die Kühe treffen endlich ein.

Sie und ihr Mann verbringen bereits den 21. Sommer auf der Alpe Nova. Schließlich haben sie sich genau am 9. September 2000 beim Alpabtrieb ineinander verliebt und sind seit 2004 verheiratet. Im Winter arbeitet Andrea in der Metzgerei Salzgeber, Andreas ist Pistenraupenfahrer bei der Silvretta Montafon. EST