Die Nummer 1 in digitaler Kompetenz

VN / 01.09.2023 • 10:58 Uhr
Dr. Ronald Bieber, Geschäftsführer Österreichische Computer Gesellschaft, und Direktor Gerald Fenkart, Bundesgymnasium Bludenz.
Dr. Ronald Bieber, Geschäftsführer Österreichische Computer Gesellschaft, und Direktor Gerald Fenkart, Bundesgymnasium Bludenz.

Die Schüler und Schülerinnen des Bundesgymnasiums Bludenz sind digital versiert.

BLUDENZ Im Unterricht des Bundesgymnasiums Bludenz spielt die digitale Kompetenz der Schüler und Schülerinnen eine große Rolle. „Wir bieten unseren Schülern und Schülerinnen der Unterstufe schon lange den ECDL/ICDL an, aber auch im Oberstufenzweig Wirtschaft & Digitales wird der ECDL/ICDL als ein vertiefender Bildungsschwerpunkt eingesetzt“, erklärt Direktor Gerald Fenkart.
Die Abkürzung ECDL bedeutet Europäischer Computer Führerschein und ICDL International Certificate for Digital Literacy. Im vergangenen Schuljahr wurden 281 ECDL-Prüfungen erfolgreich abgeschlossen. Damit ist die Schule in Sachen digitale Kompetenz die Nummer 1 aller Schulen in ganz Vorarlberg.

Anerkannte Ausbildung

„Wir sind sehr dankbar für den ECDL. Für unsere Schüler und Schülerinnen erleichtert er später den Einstieg in das Berufsleben. Deswegen ist es für uns ein wichtiges Angebot, das wir unseren Schüler und Schülerinnen geben können“, betont Gerald Fenkart. „Die Internationalität dieses Zertifikates ist uns besonders wichtig. Damit geben wir unseren Schülern und Schülerinnen eine wertvolle und international anerkannte Zusatzausbildung in die Hand“, fügt der verantwortliche ECDL-Koordinator am Bundesgymnasium Bludenz, Marco Ulmer, hinzu. Aber auch die Firma illwerke vkw steht hinter diesem spezifischen Programm. „Viele Prozesse sind bei uns bereits digitalisiert. Ein Großteil der Abteilungen arbeitet papierlos. Es ist ein klarer Mehrwert für uns als Unternehmen, wenn wir gut ausgebildete junge Menschen von der Schule bekommen, die auch effizient und sicher am PC arbeiten können“, unterstreicht Richard Dür, Ausbildungsleiter der illwerke vkw die Wichtigkeit des ECDL-Zertifikats für sein Unternehmen.

Strukturelle Veränderung

Auch das Thema ChatGPT spielt im Unterricht vermehrt eine Rolle. „ChatGPT kann durchaus sinnvoll als Unterstützung oder zur Ideenfindung angewendet werden. Schwierig wird es dann, wenn ein schwacher Schüler einen ganzen Text von diesem Programm schreiben lässt und diesen mitunter überhaupt nicht versteht“, erläutert Gerald Fenkart seine Sichtweise zu diesem computergenerierten Programm. Aufsätze, die auf diese Weise entstehen, seien leicht von den Lehrkräften erkennbar: „Am besten wäre jedoch, statt ChatGPT den Lehrer um Unterstützung zu fragen, denn dieser ist sozusagen ein analoger ChatGPT.“ Bei den vorwissenschaftlichen Arbeiten wird ChatGPT jedoch eine Herausforderung bilden. „Wir tasten uns sorgsam an diese Thematik heran, mit der sich ja ganz Österreich beziehungsweise die ganze Welt auseinandersetzen muss“, sagt Gerald Fenkart.

Neue Unterrichtsmethoden

Es nütze nichts, davor ständig zu warnen, sondern es brauche eine gezielte Aufklärung über die sinnvolle Anwendbarkeit von Chat­GPT. Derzeit stehen jedoch andere Probleme an der Schule im Vordergrund: „Wir haben jetzt im Herbst einen neuen Lehrplan bekommen, der auch neue Unterrichtsmethoden und neue Schulbücher erfordert. Die verschiedenen Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen stehen dabei im Vordergrund. Die strukturellen Probleme durch die Umstellung werden uns wohl noch eine Weile beschäftigen.“ BI

Infos zum ecdl/icdl

Seit 25 Jahren organisiert die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) den ECDL (international ICDL – International Certificate for Digital Literacy genannt) in Österreich.

Jährlich starten knapp an die 15.000 SchülerInnen in mehr als 800 Schulen in Österreich den ECDL/ICDL.

Damit liegt Österreich im internationalen Vergleich unter mehr als 100 Ländern auf Rang vier. Nur Italien, Frankreich und Singapur sind vor Österreich platziert.