Rätsel um gerissene Lämmer in Fontanella

VN / 30.08.2023 • 18:15 Uhr
Eines der beiden Lämmer, die von einem noch nicht identifizierten Tier gerissen wurden. <span class="copyright">Konzett</span>
Eines der beiden Lämmer, die von einem noch nicht identifizierten Tier gerissen wurden. Konzett

Wolfsalarm nun auch im Großen Walsertal? Nach Fund von Kadavern hegt Wildbiologe Hubert Schatz eher Zweifel.

Fontanella Am Montagabend sah Jürgen Konzett, Landwirt in Fontanella, auf der Weide am idyllischen Seewaldsee nach seinen Schafen. „Es war alles in bester Ordnung“, schilderte er später den VN. Doch am nächsten Morgen sollte sich das Blatt abrupt wenden.

Schock am Morgen

„Als ich um 7 Uhr nachsah, war die ganze Herde verstreut. Direkt am Ufer des Seewaldsees fand ich dann zwei gerissene Kadaver von Lämmlein. Vier weitere waren verschwunden. Das hat mich sehr mitgenommen. Und es nimmt mich noch heute mit.“

Jürgen Konzett (r.) mit seinem Sohn Marco vor seiner Schafherde. <span class="copyright">ländle.at</span>
Jürgen Konzett (r.) mit seinem Sohn Marco vor seiner Schafherde. ländle.at

In dem Landwirt dämmerte sofort der Gedanke, dass ein Wolf seine Herde heimgesucht und die Lämmer gerissen haben könnte. Ja, er war sich angesichts des Zustandes der Kadaver sogar sicher. Umgehend informierte der Schafzüchter seinen Cousin und den Bürgermeister von Fontanella, Werner Konzett, über den grausigen Fund. Alsbald war auch der Vorarlberger Wildbiologe Hubert Schatz vor Ort. Um sich ein Bild zu machen und die Möglichkeit eines Risses durch einen Wolf einzuschätzen.

Am Ufer des Seewaldsees in Fontanella fand Jürgen Konzett die beiden Kadaver der Lämmlein. <span class="copyright">Heike Bechtold</span>
Am Ufer des Seewaldsees in Fontanella fand Jürgen Konzett die beiden Kadaver der Lämmlein. Heike Bechtold

Keine DNA-Analyse möglich

Doch vorher hatte Jürgen Konzett hatte unbewusst einen Fehler gemacht, wie er selbst einräumt: „Ich habe die Kadaver der Lämmlein genommen und entsorgt. Dadurch ist es unmöglich geworden, eine DNA von ihnen zu entnehmen.“

Das bedauerte auch Hubert Schatz. Der Wildbiologe konnte sich nur die Fotos der gerissenen Lämmlein ansehen. Auch wenn man nichts völlig ausschließen könne, vermutet Schatz kein Großraubtier hinter dem Schafsriss. „Dafür kann ich keine eindeutigen Hinweise erkennen und halte es eher nicht für wahrscheinlich“, betonte der Experte gegenüber den VN. Er selbst tendiere eher auf einen Fuchs.

Wildbiologe Hubert Schatz hält eher einen Fuchs als "Täter" wahrscheinlich.<span class="copyright"> Vn/steurer</span>
Wildbiologe Hubert Schatz hält eher einen Fuchs als "Täter" wahrscheinlich. Vn/steurer

Alles in den Stall

Konzett jedenfalls lässt nun Vorsicht walten. „Ich bringe die ganze Herde für die Nacht in den Stall und lasse sie nur noch am Tag auf die Weide.“

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