So schätzen die Bürgermeister aus Lustenau und Höchst die Hochwasser-Lage ein

VN / 29.08.2023 • 12:57 Uhr
So schätzen die Bürgermeister aus Lustenau und Höchst die Hochwasser-Lage ein
Kurt Fischer, Lustenau (oben), und Stefan Übelhör, Höchst, haben den Rhein direkt an ihren Gemeinden. VN/Paulitsch, Stiplovsek

Vor allem am Montag war die Situation in beiden Gemeinden durchaus angespannt.

Lustenau, Höchst Eine gewisse Anspannung lag in der Luft. Als der Wasserpegel des Rheins immer mehr anstieg, gab es an den anliegenden Gemeinden schon die ein oder andere Sorgenfalte. Niemand wollte sich vorstellen, welche Folgen es hätte, wenn die äußeren Dämme brechen und die Region überschwemmt wird. Am Ende ist es einmal mehr glimpflich ausgegangen. Ausruhen möchten sich die Gemeinden darauf aber nicht.

“Es war ein guter Zeitpunkt, um allen mal wieder in Erinnerung zu rufen, welche Macht der Rhein hat”, sagt Stefan Übelhör, Bürgermeister von Höchst. Er hatte sich auf der Rheinbrücke selbst ein Bild von dem reißenden Fluss gemacht. Da werde einem schnell klar, was das für ein Problem geben würde. “Deshalb sind wir auf jeden Fall interessiert daran, dass der Hochwasserschutz weiterkommt und Entscheidungen getroffen werden”, sagt Übelhör. Er sieht durchaus Bedarf, um nachzubessern.

Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus

In Lustenau griff am Montag der Katastrophenschutzplan. Bürgermeister Kurt Fischer wurde zum Einsatzleiter und der Arbeitsplatz aus dem Rathaus ins Feuerwehrhaus verlegt. Dort errichteten die Einsatzkräfte in kurzer Zeit die Zentrale. “Um 8 Uhr haben wir der Bezirkshauptmannschaft gemeldet, dass alles steht”, berichtet Fischer. Erfahrene Mitarbeitende seiner Verwaltung wurden zu Stabsleitern, die tragende Säule bildete die Feuerwehr.

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer bei einer Besprechung am Montag zur aktuellen Situation. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer bei einer Besprechung am Montag zur aktuellen Situation. VN/Paulitsch
Anschließend ging es für Fischer (re.) mit (v.l.) Christian Gantner, Norbert Totschnig und Markus Wallner zum Lokalaugenschein an den Rhein. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Anschließend ging es für Fischer (re.) mit (v.l.) Christian Gantner, Norbert Totschnig und Markus Wallner zum Lokalaugenschein an den Rhein. VN/Paulitsch

Vor allem die anfangs prognostizierte Spitze der Abflussmenge von 2700 Kubikmeter pro Sekunde hatte die Lustenauer in Alarmbereitschaft versetzt. Gegen Mittag gab es aber Entwarnung, mehr als 2000 erreichte der Fluss nicht. “Wir haben aber den Ernstfall als Übungsanlass genommen und waren sehr froh über den Ablauf.” Auch, wenn der Einsatz um 15.30 Uhr beendet wurde, gingen beispielsweise die Dammbeobachtungen noch bis 17 Uhr weiter.

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Vor einigen Jahren hatten die Lustenauer ihren Katastrophenschutzplan für Hochwasser neu konzipiert. Und einmal mehr haben die aktuellen Ereignisse gezeigt: “Wir haben wieder gemerkt, dass wir diesen Plan nicht nur auf dem Papier haben, sondern wir wissen, was zu tun ist”, erklärt Fischer.

Das Rheinvorland war am Montag überschwemmt und der Fluss trug eine große Menge an Treibholz mit sich. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Das Rheinvorland war am Montag überschwemmt und der Fluss trug eine große Menge an Treibholz mit sich. VN/Paulitsch

Am Dienstag hatte sich die Lage schon merklich entspannt. “Der Rhein geht zurück, fließt aber natürlich noch lange in den Vorländern”, sagt der Bürgermeister. Auch, wenn das Level bereits ins Hauptbett zwischen den Steindämmen gesunken sei. Gleich am Dienstagmorgen hatte er aufgrund des anhaltenden Regens noch mal einen Kontrollblick gemacht. Bis dato habe es aber keine größeren Probleme mit zum Beispiel vollgelaufenen Kellern gegeben.

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Training in Hard

Der Abfluss hat sich mittlerweile auf 1300 Kubikmeter pro Sekunde reduziert und soll im weiteren Verlauf wieder bei einem Normalwert von 1200 einpendeln. Auch der Wasserpegel des Rheins ist bereits um 70 Zentimeter gesunken. “Dann müssen noch die Vorländer ablaufen”, sagt Fischer. Die Trainingsplätze der Lustenauer Austria sind bis auf ein paar Pfützen beinahe schon wieder frei. Am Montag standen sie noch komplett unter Wasser. Trainiert wird diese Woche dennoch in Hard.

Die Plätze der Austria Lustenau erholen sich langsam wieder. <span class="copyright">VN</span>
Die Plätze der Austria Lustenau erholen sich langsam wieder. VN
Am Montag hatten sie noch so ausgesehen. <span class="copyright">Mayer</span>
Am Montag hatten sie noch so ausgesehen. Mayer

Insgesamt sei den Lustenauern zugutegekommen, dass zuletzt viel feiner Sand aus dem Fluss abgetragen worden sei. Der hätte sich sonst auf den Wiesen gesammelt und einiges an Aufräumarbeit bedeutet. Diesmal hält sich der Schaden aber in Grenzen. “In Anbetracht der ursprünglichen Lage am Montag gehört das aber zu den kleineren Problemen”, sagt Fischer mit einem Schmunzeln.

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