Vorarlberger Paddler (24) auf dem Bodensee vermisst

Zahlreiche Einsatzkräfte suchen seit Donnerstagabend verzweifelt nach einem Bregenzer.
Bregenz, Lochau Eine Suchaktion erschüttert die ganze Bodenseeregion seit zwei Tagen. Am frühen Donnerstagabend haben sich drei Männer aus Vorarlberg je ein Stand-up-Paddle-Board (SUP) ausgeliehen und sind vom Kaiserstrand in Lochau in die See gestochen.
Dabei hatten sie keine Rettungs- oder Warnwesten an. Der Wind mit der Stärke sechs trieb sie immer weiter in die hohe See hinaus. „Dass der Wind aus Osten kommt, haben wir eher seltener hier. Normalerweise werden die Paddler und Boote eher in Richtung Ufer getrieben. Am Donnerstag war es eben das Gegenteil“, erörterte der Einsatzleiter der Seepolizei, Bernhard Aigner, gegenüber den VN.

Die Stand-up-Paddler hatten zudem die Sturmwarnung missachtet oder nicht bemerkt. Rund um den See gibt es dazu mehrere Leuchten, die in so einem Fall von Starkwind gelb aufblinken. „Das soll warnen und auffordern, sich in den sicheren Hafen zu begeben“, erläutert der Einsatzleiter. Einer der Männer war noch in der Lage, selbstständig mit dem Board ans Ufer zu schwimmen. Ein wenig später wurde der zweite Mann aus dem Wasser gerettet, sein SUP wurde ebenfalls geborgen. Die Suche nach dem dritten Mann im Alter von 24 Jahren dauerte bis in die Abendstunden und musste gegen 22.10 Uhr aufgrund der Dunkelheit abgebrochen werden. „Wegen des Windes und der Wellen entstand auch eine Schaumbildung auf dem See, sodass wir eine schlechte Sicht hatten“, erklärt Aigner. „Es war schon eine Herausforderung für die Männer, sich am Board überhaupt festzuhalten.“ Die Kombination von Wellengang und Panik ist äußerst gefährlich.

So ging die Suche nach dem 24-jährigen Mann aus Bregenz am Freitag weiter. Die größte Schwierigkeit dabei ist, dass der Suchbereich relativ groß ist. „Wir schränken die Suche im Radius von einem Quadratkilometer in der Bregenzer Bucht ein“, sagt Aigner. Das sind zweieinhalb bis drei Kilometer vom Ufer entfernt. „Wenn man sich die Bucht anschaut, ist das genau mittendrin.“ Dadurch, dass das Suchgebiet groß ausfällt, können keine Rettungstaucher eingesetzt werden. „Es ist zu groß und noch 60 Meter tief. Taucher können es auf einer Fläche von 50 mal 50 versuchen, aber sonst ist es unmöglich, da sie sich Meter für Meter ertasten müssen“, so der Kommandant.
Deswegen wurde ein Tauchroboter auf dem Feuerwehrboot installiert, um bei der Suche zu helfen. Wolfgang Falch, Inhaber der Firma „Sandy Air Corp“ hat diesen zur Verfügung gestellt. Mithilfe des Rundscan-Sonars des Roboters ist eine Unterwassersicht von 200 Metern möglich.

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Suche geht weiter
Am Freitagmorgen starteten die Rettungskräfte mit der Luftsuche durch den Polizeihubschrauber. „Das ist das Erste, was man macht.“ Auch ein Boot der Seepolizei war vor Ort. So kann es im Falle, dass man aus der Luft etwas erkennt, hingelotst werden. Bei der Suchaktion nach dem 24-Jährigen sind die Feuerwehr, die Wasserrettung sowie die Wasserpolizei im Einsatz. Ein Tauchroboter verstärkt ebenfalls die Suche. „Wir haben noch Hoffnung, ihn zu finden.“
