Idyllische Grenzerfahrung

VN / 18.08.2023 • 14:24 Uhr
Kurzer Halt an der Leiblach: Der darf und muss einfach sein. <span class="copyright">VN/Paulitsch, MM</span>
Kurzer Halt an der Leiblach: Der darf und muss einfach sein. VN/Paulitsch, MM

Im Allgäuer Leiblachtal finden Radler reizvolle Bedingungen vor.

Lindau Im Allgäu lasse es sich auch schön und gut radeln, wurde mir in letzter Zeit immer wieder einmal zugeflüstert. Na, dann auf ins Allgäu! Als “Teststrecke” habe ich mir die Leiblachtalradrunde ausgesucht. Leicht und für alle machbar und landschaftlich sehr reizvoll, was das Fehlen von Sehenswürdigkeiten vergessen macht. Grüne Wiesen und Wälder, weitläufige Obstplantagen, da und dort der Bodensee in Sichtweite und natürlich die Leiblach an der Seite, die in Schleifen gemächlich dahinmäandert: Das sind die lieblichen Ingredienzen dieser Fahrradtour. 

Nicht überall gibt es Schatten. Große Teile der Strecke liegen in der Sonne.
Nicht überall gibt es Schatten. Große Teile der Strecke liegen in der Sonne.
Idyllische Grenzerfahrung

Ruhe pur als Begleitung

In allen Beschreibungen wird als Startpunkt der Europaplatz in Lindau angegeben, womit der große Kreisel vor der Seebrücke zur Insel gemeint ist. Das lohnt sich derzeit aber nicht, weil eine riesige Baustelle das Fortkommen auf der Lade- und Eichwaldstraße stark behindert. Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen werden durch enge Umleitungen gelotst, wobei der Hinweis “Radfahrer bitte absteigen” kaum Beachtung findet. Im Stadtteil Zech queren wir Bahn und Bregenzer Straße und biegen dort in den mit dem Logo der Leiblachtalrunde gut ausgeschilderten Weg ein. Es geht zuerst noch durch Wohngebiet, dann hinaus aus Lindau und über die Autobahn. Danach eröffnet sich dem Radfahrer eine wunderbare ländliche Idylle. Ruhe pur begleitet uns. Rechts und links der Straße finden sich verstreut Bauernhöfe und Einfamilienhäuser. Deshalb fahren auf der Radstrecke auch Autos, allerdings nicht allzu viele. Im Herbst, wenn die Apfelernte ansteht, dürfte das möglicherweise ein bisschen anders sein. 

Die Apfelplantagen versprechen eine gute Ernte.
Die Apfelplantagen versprechen eine gute Ernte.
Der Schlachtener Weiher: Hier ist sogar eine Abkühlung erlaubt.
Der Schlachtener Weiher: Hier ist sogar eine Abkühlung erlaubt.

Durch Wald und Flur geht es nach Hergensweiler. Vorher passieren wir noch die geschichtsträchtige Diezlinger Brücke. Während der Pandemie war selbst dieser kleine Grenzübergang nach Vorarlberg abgeriegelt wie Fort Knox. An heißen Tagen lohnt sich ein Abstecher hinüber zur Anlage des Kneippvereins Hörbranz, um Füße, Hände oder das Mütchen zu kühlen. Bis Hergensweiler, wo es eine hübsche Kirche und ein Heimatmuseum gibt, sind einzelne Steigungen zu bewältigen. Dafür geht es anschließend fast nur noch bergab. Dieser Teil der Route ist ein aussichtsreicher mit bestem Blick auf den Bodensee.

Die Kirche in Hergensweiler lädt zum Verweilen ein.
Die Kirche in Hergensweiler lädt zum Verweilen ein.

Früher Fischweiher, jetzt Biotop

In Schlachters müssen wir ein Stück auf der Hauptstraße bleiben, ehe uns links ein Waldweg aufnimmt. Er führt am Schlachtener Weiher vorbei, einem kleinen See, der früher ein Fischweiher war und jetzt ein Biotop ist. An Weißensberg und Motzach vorbei fahren wir nach Lindau. Ich mühe mich durch die Baustelle mit dem Ziel, am Kaiserstrand eine Kaffeepause einzulegen. Ein Platzregen, der mich dastehen lässt wie ein begossener Pudel, verhindert das. Schön war es trotzdem.

Die ausgewiesenen Radwege sind in bester Ordnung.
Die ausgewiesenen Radwege sind in bester Ordnung.
Kurzer Abstecher über die Grenze ins heimatliche Vorarlberg.
Kurzer Abstecher über die Grenze ins heimatliche Vorarlberg.
Auf der Leiblachtalrunde sollte man sich nicht verfahren können.
Auf der Leiblachtalrunde sollte man sich nicht verfahren können.
Die Diezlinger Brücke hat eine bewegte Vergangenheit.
Die Diezlinger Brücke hat eine bewegte Vergangenheit.
Schafe auf weiten Fluren: Auch das begegnet dem Radfahrer auf der Leiblachtalrunde.
Schafe auf weiten Fluren: Auch das begegnet dem Radfahrer auf der Leiblachtalrunde.