Eine besondere Unterstützung wird mobil

Jupident schließt eigene Kinderbetreuung und geht stattdessen in die Kindergärten.
Schlins Nach fünf Jahren ist der Heilpädagogische Kindergarten der Stiftung Jupident in Schlins Geschichte. Als Grund für die Schließung gibt Jupident-Geschäftsführer Manfred Ganahl (60) den ungünstigen Standort an, der weite Wege und jährliche Taxikosten von rund 80.000 Euro verursacht habe, wie er auf VN-Nachfrage erklärte. In der Einrichtung wurden Mädchen und Buben mit Förderbedarf aufgenommen, betreut und dann wieder in den Regelkindergarten integriert. „Das Angebot wurde sehr geschätzt“, berichtet Ganahl. Deshalb soll es nahtlos weitergehen, aber in anderer Form. Statt die Kinder nach Schlins kommen die Elementarpädagoginnen künftig zu den Kindern in deren Betreuungseinrichtung. „Das entspricht auch mehr dem Inklusionsgedanken“, begründet Manfred Ganahl. Los geht es im September, Anfragen aus Kindergärten gibt es bereits.
Inklusives Konzept
Der Standort beim Jupident war von Anfang an nur eine Notlösung. „Wir haben lange nach einer Alternative gesucht, aber leider nichts gefunden“, erzählt Manfred Ganahl. Aus dem vergeblichen Bemühen erwuchs schließlich die Idee eines mobilen Angebots. In Kooperation mit den Abteilungen für Elementarpädagogik sowie Soziales und Integration im Landhaus entstand ein inklusives Konzept, das auf der Betreuung und Begleitung vor Ort basiert. „Kindergärten, die Unterstützung im heilpädagogischen Bereich benötigen, können eine solche bei uns anfordern“, erklärt Ganahl. Dafür wurden sechs Vollzeitstellen genehmigt. Der Jupident-Geschäftsführer rechnet mit dem Einsatz von acht bis 10 Mitarbeiterinnen, bei denen es sich um Fachpersonen mit pädagogischen Grundausbildungen handelt, etwa Elementar- und Sonderpädagoginnen.

Niederschwellige Hilfe
Das Nachfolgeangebot des Heilpädagogischen Kindergartens nennt sich JUMI. Die Abkürzung steht für „Jupident – Mobile Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtung für Inklusion und Integration“. Die Leitung obliegt Michaela Müller, Teamleiterin ist Melanie Ströhle. Begleitet werden Kinder von drei bis sechs Jahren, die sich in belastenden Lebenssituationen befinden oder andere Probleme haben. In jedem Fall ist jedoch die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. „Wir möchten eine schnelle und vor allem niederschwellige Hilfe für das Kind und das Personal im Kindergarten gewährleisten“, betont Manfred Ganahl. Die Kinder, die den Heilpädagogischen Kindergarten in Jupident besuchten, blieben im Durchschnitt drei bis vier Monate, ehe sie zurück in den Regelkindergarten kamen. Für die mobile Betreuung ist ein Zeitrahmen von eineinhalb Monaten veranschlagt. „Wir wissen nicht, ob das reicht“, räumt Ganahl ein. Es bestehe jedoch die große Bereitschaft, rasch nachzubessern, sollte dies nötig sein. Außerdem wird das auf vorerst fünf Jahre ausgelegte Projekt intensiv evaluiert.