Ein König über drei (Bienen-)Völker

Miroslav Cvetkovic betätigt sich als Imker im Kloster St. Peter in Bludenz.
Bludenz Der Garten des Klosters St. Peter in Bludenz ist ein einladender Ort. Im weitläufigen und sorgsam gepflegten Gelände befinden sich mehrere Sitzgelegenheiten für Klostergäste, die zum Verweilen einladen.

Seit einiger Zeit gibt es dort außerdem eine naturbelassene Wiese, deren Farbenpracht sich harmonisch ins Gesamtbild des Klostergartens einfügt. Die Wiese entstand auf Anregung von Miroslav Cvetkovic, der von seiner Familie und Freunden „Mischa“ genannt wird. Mischa ist ein freundlicher und offenherziger Mensch. Schon beim Empfang beim hölzernen Toreingang des Klostergartens berichtet er über seine drei Bienenvölker, die im Klostergarten beherbergt sind. Die Begeisterung für sein Hobby, die Imkerei, ist sogleich spürbar.
Bienenluft als Anregung
Zum Imkern kam der gebürtige Serbe durch eine Sendung im Fernseher vor sechs Jahren: „Ich habe die Sendung ‚Bienenluft‘ mit Hans Musch gesehen und war von der heilenden Wirkung dieses Geräts fasziniert“, erinnert er sich. Sein Sohn Nikola Bartenbach präzisiert die Wirkweise: „Bei Bienenluft handelt es sich um ein Beatmungsgerät mit Filter, die Luft im Bienenstock wird eingeatmet und soll insbesondere bei Asthma, Schlafapnoe, Allergien und vielem anderen heilsam wirken.“

Mischa hat – wie es seinem Charakter entspricht – sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, Hans Musch mehrfach besucht und sich nach der Fernsehsendung auf die Suche nach einem Standort für Bienen gemacht: „Ich habe sodann mit Nikola ein Bienenhäuschen für drei Bienenvölker im Bremschl in Bürs aufgebaut. Aber dort war es viel zu kalt für die Bienen, temperaturmäßig fühlte es sich wie im Kaukasus an.“ Der rührige Pensionist begab sich wiederum auf die Suche nach einem neuen Standort für seine Bienen.

Standortsuche
In Serbien besitzt Mischa vier Hektar Land: „Ich bin mit dem Gerät Bienenluft nach Serbien geflogen. Aber Bienen müssen vor Ort betreut werden. Also nahm ich es auf dem Rückweg wieder mit“, berichtet er humorvoll. Durch Josef Konzett, einem Mitglied des Imkervereins Vorarlberg, kam er auf die Idee, beim Kloster St. Peter wegen eines Standorts anzufragen: „Dort stieß ich sofort auf offene Ohren und erhielt die Zusage unter der Auflage, dass ich 50 Prozent des Umsatzes von meinem Honig an das Kloster abgeben muss.“ Neben dem ursprünglichen Häuschen, das er bereits im Bremschl aufgebaut gehabt hatte, befindet sich nunmehr ein hölzernes Bienenhäuschen, das er von einem Imker in Brand gekauft hatte, idyllisch gelegen am Waldesrand.
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Die Behälter für die drei Bienenstöcke wurden von ihm liebevoll in kyrillischer Handschrift nach seinen Kindern Nikola, Filip und Lisa benannt. Miroslav Cvetkovic zeichnet auch eine besondere Art der Bescheidenheit aus: „Als Imker bin ich ein Neuling. Ich habe sehr viel von Josef Konzett gelernt, er ist einfach ein Profi bei allem, was Bienen anbelangt.“ Bei ihm ist alles bei der Imkerei Handarbeit: „Das Schleudern erfolgt bei mir von Hand, ich kann vier Kilogramm gleichzeitig drehen.“

Gelungene Integration
Der begeisterte Imker kann durchaus auch als Vorbild für eine perfekte Integration gewertet werden: „Ich kam am 26. November 1971 als Gastarbeiter nach Bludenz und wollte am nächsten Tag gleich wieder abreisen, weil ich Heimweh hatte. Aber jetzt, im Rückblick gesehen, bin ich sehr glücklich, hier geblieben zu sein. Ich habe viele Jahre als Maschinenführer bei der Firma Getzner gearbeitet, war aber auch sehr lange Jahre lang Fahrschullehrer und vor meiner Pensionierung 18 Jahre lang Versicherungskaufmann. Am wichtigsten ist mir jedoch mein Familienleben.“

Ursprünglich wollte der aufgeschlossene Bludenzer Theologie studieren, er hat sich intensiv mit den unterschiedlichen Religionen auseinandergesetzt: „Es gibt keine wirklich großen Unterschiede zwischen der serbisch-orthodoxen und der katholischen Religion.“ Doch vorab widmet er sich vorwiegend seiner Familie und den Bienen: „Letztes Jahr war kein gutes Bienenjahr, heuer habe ich jedoch schon 40 Kilo Honig ernten können, was mich sehr freut.“ Die Bienenvölker Nikola, Filip und Lisa werden auch weiterhin umsichtig durch Mischa betreut. BI