Zweite Halbzeit gestartet: Hochbetrieb an der Mega-Baustelle im Arlbergtunnel

VN / 09.08.2023 • 08:00 Uhr
Zweite Halbzeit gestartet: Hochbetrieb an der Mega-Baustelle im Arlbergtunnel
Asfinag-Projektleiter Tobias Cologna berichtet über den aktuellen Baufortschritt im Arlbergtunnel. VN/Paulitsch, Asfinag

Die Zeit drängt, denn bis Oktober muss alles fertig sein.

Langen am Arlberg Ein wenig beklemmend ist es schon. Nach rechts, links und oben begrenzt die Tunnelröhre den Raum. Und nun steht auch noch schweres Gerät auf der Fahrbahn. Viel Platz bleibt im Arlbergtunnel nicht mehr. Dennoch gehen hier etwa 200 Menschen rund um die Uhr ihrer Arbeit nach.

Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte ist geschafft, die Mega-Baustelle im Arlbergtunnel geht in die zweite Halbzeit. Das muss auch so sein, denn die Zeit drängt. Bis zum 6. Oktober soll der erste Teil der Arbeiten abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen sind optimistisch, dass das klappt.

Aktuell schiebt sich ein Betonfertiger durch den Arlbergtunnel. <span class="copyright">Asfinag</span>
Aktuell schiebt sich ein Betonfertiger durch den Arlbergtunnel. Asfinag

„Bisher läuft alles nach Plan, wir sind schon sehr weit”, sagt Asfinag-Projektleiter Tobias Cologna. Größere Schwierigkeiten seien bisher ausgeblieben. Natürlich komme es beim Bauen im Bestand mal zu Herausforderungen. Aber bisher konnte alles gelöst werden.

Beton wird recycelt

Entwässerung und Beschichtung sind bereits erledigt. Aktuell schiebt sich ein über 20 Meter langer Betonfertiger durch die Tunnelröhre – im Schneckentempo. 23.500 Kubikmeter Beton werden in zwei Schichten aufgetragen. Die Asfinag setzt auf Recycling. Rund 60 Prozent der alten Fahrbahn werden noch an der Baustelle wiederverwendet und in den Unterbeton eingebaut, nachdem das Material in einer Mischanlage aufbereitet wurde. Für den Oberbeton wird eine helle Gesteinskörnung verwendet. Vorteil: Durch den verbesserten Reflexionsgrad wird der Strombedarf für die Beleuchtung gesenkt.

Rund 200 Menschen arbeiten rund um die Uhr an der Baustelle. <span class="copyright">Asfinag</span>
Rund 200 Menschen arbeiten rund um die Uhr an der Baustelle. Asfinag

Bereits seit Ende April laufen auf der Tiroler Tunnelseite die Bauarbeiten. Die waren auch bitter nötig. Schließlich ist der Tunnel seit 1978 in Betrieb und die 14 Kilometer lange Fahrbahn wurde bisher nicht erneuert. Wo sich sonst etwa 8000 Fahrzeuge pro Tag durch die Röhre schieben, sind jetzt Bagger und Co. im Einsatz. 75 Millionen Euro lässt die Asfinag sich die Sanierung kosten, hinzu kommen weitere 30 Millionen für den Mautplatz St. Jakob.

Viel Platz bleibt neben dem schweren Gerät nicht mehr. <span class="copyright">Asfinag</span>
Viel Platz bleibt neben dem schweren Gerät nicht mehr. Asfinag

Der Aufwand ist groß und die Zeit drängt. Schließlich beginnen im Oktober die Arbeiten am parallel verlaufenden Schienentunnel. Dann muss der Weg für Lkw wieder frei sein. Aktuell wird der Verkehr über den Arlbergpass gelenkt. Der Schwerverkehr muss großräumig ausweichen. Zu größeren Behinderungen sei es laut Asfinag bisher nicht gekommen.

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Planung als große Herausforderung

Die Koordinierung der Mega-Baustelle sei für die Verantwortlichen die große Herausforderung. „Das erfordert eine sehr gute Planung”, sagt Cologna. Immerhin müssen alle Fahrten, die gesamte Logistik, über die zwei Tunnel-Portale begangen werden. Jeder muss genau wissen, was er zu tun hat.

Und damit es auch bei einem Notfall nicht unübersichtlich wird, ist jeder, der sich in den Tunnel begibt, mit einem Sender ausgestattet. Auch Besucher. Somit wüsste beispielsweise die Feuerwehr bei einem Einsatz sofort, wie viele Menschen gerettet werden müssen.

Martin Jäger, Andreas Fromm und Tobias Cologna (v.l.) sind vonseiten der Asfinag für die Baustelle verantwortlich. <span class="copyright">Asfinag</span>
Martin Jäger, Andreas Fromm und Tobias Cologna (v.l.) sind vonseiten der Asfinag für die Baustelle verantwortlich. Asfinag

Wenn alles nach Plan läuft, kommen Autofahrende dann ab Oktober in den Genuss des frisch sanierten Tunnelabschnitts. Bis dahin müssen sämtliche Sicherheitseinrichtungen des Tunnels voll funktionsfähig zur Verfügung gestellt werden. Die neue Fahrbahndecke gibt es aber eben nur auf der Tiroler Seite, die Vorarlberger Hälfte steht kommendes Jahr an. Die zweite Vollsperre des Arlbergtunnels beginnt am 15. April 2024 und wird bis Ende November 2024 dauern. Dann startet die Mega-Baustelle von vorn.

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