Erneute Tierschutzanzeige gegen Bauernhof

Verein gegen Tierfabriken nimmt den nächsten Betrieb mit fragwürdigen Zuständen ins Visier.
Bregenz Riesige Reifen, Ersatzteile, Rohre und Fahrzeuge stehen am Hof. Das Heu liegt im Regen. Was von außen einer Mülldeponie ähnelt, ist in Wirklichkeit ein Bauernhof im Bezirk Bregenz. Aus der Nähe hört man schon die Rinder aufbrausen. Beim Betrachten des Stalls würde man nicht mal auf die Idee kommen, dass ungefähr 150 bis 200 Tiere darin untergebracht sind. Doch genau das ist laut dem Verein gegen Tierfabriken (VGT) der Fall. Daher haben die Tierschützer Anzeige erstattet.



Eine Gruppe von Muttertieren, deren Kälber und größere Mastrinder sind demnach in dem Stall untergebracht. Und das offenbar unter schlimmen Bedingungen. „Den Rindern fehlt eine trockene Liegefläche, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Es ist alles von Kot und Urin bedeckt“, erzählt Sandy Peng, Aktivistin vom Verein gegen Tierfabriken Vorarlberg. Außerdem stehen die Tiere so nah beieinander, dass sie nicht die Möglichkeit haben, sich hinzulegen oder wieder aufzustehen. „Die Klauen sind komplett gerötet, ihre Pflege wurde vernachlässigt“, sagt Peng.

Auch die Hörner seien teilweise sehr lang gewachsen und blutig. „Die Tiere kommen so nicht zum Futter. Denn sie müssen den Kopf durch Metallstäbe manövrieren, um an das Essen zu kommen.“ Einige Rinder seien sogar mangelernährt, wie die Aktivisten berichten. Der VGT hat einmal mehr einen Betrieb in Vorarlberg aufgedeckt, in dem die Tiere augenscheinlich unter unzumutbaren Zuständen leben müssen. „Die Tiere müssen umgehend versorgt werden“, sagt die Aktivistin.


Ein Besuch am Hof endet für die VN-Reporter noch am Eingangstor. Die zuständigen Landwirte möchten keine Stellung beziehen und verweisen aufs Veterinäramt. Doch das wirft noch mehr Fragen auf, denn einige Anrainer haben bestätigt, dass der Bauernhof bereits mehrmals bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft gemeldet wurde. „Der Betrieb wurde in den letzten Jahren mehrmals den Behörden gemeldet und es ist immer noch nichts passiert. Ich zweifle langsam am Kontrollsystem“, erklärt Peng.

Auf Anfrage heißt es seitens der BH Bregenz, dass die Anzeige gegen den Hof am Mittwochmorgen eingegangen sei. Die Vorwürfe werden genau geprüft. Dem Tierhalter seien früher schon Verbesserungsaufträge erteilt worden. Aktuell konnten bislang indes „keine schwerwiegenden Verstöße“ festgestellt werden.
