Erstklässler-Boom: Diese Volksschule wird sogar erweitert statt geschlossen

Die Volksschule und der Kindergarten Gantschier werden noch in diesen Sommerferien erweitert. Ein 45 Quadratmeter großer Anbau muss her, damit ab dem neuen Schuljahr alle Volksschüler einen Platz haben.
Gantschier Der Ortsteil Gantschier boomt – zumindest was die Kinderzahlen betreffen. Daher muss ausreichend Raum für die Kinder im Kindergarten und in der Volksschule Gantschier geschaffen werden. Die Volksschule Gantschier hatte vor vielen Jahren bereits vier Volksschulklassen. Ein Klassenraum wurde dann adaptiert und für eine zweite Gruppe des Kindergartens Gantschier zur Verfügung gestellt. Nun reichen die verbliebenen drei Volksschulklassen nicht mehr aus, denn im kommenden Jahr werden 17 Kinder nach jetzigem Stand die erste Volksschulklasse besuchen. „Eine solch hohe Zahl an Erstklässlern gab es schon sehr lange nicht mehr“, sagt Bürgermeister Martin Vallaster.

In der zweiten Klasse werden neun Kinder unterrichtet, die dritte Klasse besuchen elf Kinder und in der vierten Klasse werden neun Kinder ihr letztes Jahr an dieser Schule besuchen. „Somit gehen wir davon aus, dass insgesamt 46 Kinder an der Volksschule Gantschier unterrichtet werden. Die Gemeindevertretung Bartholomäberg hat sich daher entschieden, dass ein zusätzlicher Raum für den Unterricht geschaffen werden muss.“
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Der Anbau erfolgt an der Westseite des Volksschul- und Kindergartengebäudes und hat ein Ausmaß von 45 Quadratmetern. Das Unternehmen Rhomberg Bau hat sich angeboten, den Klassenraum als Generalunternehmer in den Sommerferien zu realisieren. Im gleichen Zuge soll auch ein Raum im Kindergarten Gantschier für die Pädagoginnen zur Vorbereitung geschaffen und ein Teil des Kindergartens Gantschier mit einer neuen Beleuchtung ausgestattet werden.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
“Gute Lösung gefunden”
Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf circa 275.000 Euro. Seitens des Landes Vorarlberg wird eine Förderung in Höhe von ca. 50 Prozent in Aussicht gestellt. „Durch die Investition können wir unsere Kinder in der Volksschule und im Kindergarten Gantschier bestens unterrichten bzw. betreuen“, sagt Martin Vallaster. „Wir haben hier eine sehr gute Lösung zusammen mit Architekt Gerhard Gruber gefunden.“ Mit dieser ist es möglich, dass die Kinder denselben Gang und die Garderobe gemeinsam nutzen können. Das Vorhaben ist mit der Landesbildungsdirektion abgesprochen. Somit hat in Zukunft auch ein Jahrgang mit einer kleineren Kinderzahl die Möglichkeit, in einem attraktiven Klassenzimmer unterrichtet zu werden.

Die Bauverhandlung findet am 2. August statt, die kommissionelle Verhandlung mit der Landesbildungsdirektion bereits am 24. Juli. „Die beiden Ämter unterstützen uns sehr und schaffen es trotz Ferienzeit Termine für uns zu finden, dafür sind wir der Bezirkshauptmannschaft Bludenz und der Landesbildungsdirektion Vorarlberg sehr dankbar. Wir wissen dies überaus zu schätzen.“ Der Vorbereitungsraum für die Pädagoginnen vom Kindergarten Gantschier wird angrenzend an die Gruppenräume des Kindergartens separat entstehen, hier wird ein bestehender Raum adaptiert.

„Unverzichtbares Herzstück“
Mit der Erweiterung der Volksschule Gantschier setzt die Gemeinde Bartholomäberg bewusst ein Zeichen gegen Schulschließungen im ländlichen Raum. Wie bereits mehrfach berichtet, mussten die Volksschulen Partenen und Wald am Arlberg aufgrund von Lehrermangel schließen. „Für uns wäre es undenkbar, die Volksschule Gantschier zu schließen. Die Volksschule Gantschier ist ein unverzichtbares Herzstück unseres sehr lebhaften und engagierten Ortsteiles Gantschier. Die Kinder sind unsere Zukunft und hier lohnt es sich immer alles dafür zu tun, dass sie bei uns ein gutes Bildungsangebot in schönen Räumlichkeiten haben. Wir werden es trotz der kurzen Zeit schaffen, das Projekt umzusetzen. Mit vereinten und gebündelten Kräften ist vieles möglich“, so Martin Vallaster.