Warum die Blumenegg-Gemeinden nächstes Jahr mit mehr Verkehr rechnen müssen

Auf der L190 entsteht ein neuer Kreisverkehr, und die L193 Richtung Ludescher Industriegebiet wird verbreitert. Beide Bauvorhaben sind im Sommer 2024 geplant. Während der Kreisverkehr unter Verkehr errichtet werden kann, muss für die Dauer der Arbeiten auf der L193 diese für jeglichen Verkehr gesperrt werden.
Nüziders Nächstes Jahr wird es für die Blumenegger Gemeinden etwas lauter, und zwar dann, wenn der Schwerverkehr durch Bludesch, Thüringen und Ludesch umgeleitet wird. Denn auf der L190 (Verbindung: Nenzing–Nüziders) auf Höhe der Kreuzung in Richtung Ludescher Industriegebiet soll nicht nur ein neuer Kreisverkehr gebaut, sondern auch die L193 bis zur Kuhbrücke verbreitert werden.


Die Idee, an der Kreuzung einen Kreisverkehr zu errichten, ist nicht neu, da die Kreuzung L190/L193 ein Unfallhäufungspunkt ist und daher baulich entschärft werden muss. Das Projekt zieht sich aber bereits seit zehn Jahren hin, berichtet Markus Neyer, Abteilung Straßenbau beim Amt der Vorarlberger Landesregierung. Es sei bis jetzt immer an der Grundablöse für die Umfahrungsstraße gescheitert. „Die Grundablöse war das Schwierigste am ganzen Projekt“, weiß Markus Neyer. Doch die Sache kam vor zwei Jahren wieder ins Rollen, als die Grundeigentümer gewechselt haben. „Mit den neuen Grundeigentümern hat’s dann geklappt.“


Das ist geplant
Den Kreisverkehr könne man gut „unter Verkehr“ bauen, da man eine provisorische, aber asphaltierte Umfahrungsstraße einrichten wird, die auch für Schwertransporte geeignet ist. „Der Kreisverkehr funktioniert gut und ist einfacher zu lösen als eine Ampelanlage. Da hat man kein Stop-and-Go und keine störenden Lichtquellen“, so Neyer.


Nachdem der Kreisverkehr gebaut worden ist, kommt das nächste große Bauvorhaben an die Reihe: Die Fahrbahn zwischen besagter Kreuzung und Kuhbrücke wird verbreitert. Deshalb wird dieser Streckenabschnitt nächsten Sommer für die Dauer der Sommerferien voll gesperrt. Eine Vollsperre sei deshalb sinnvoll, weil man dadurch die Bauzeit erheblich verkürzen könne, erläutert Markus Neyer. Außerdem lasse die Qualität nach, wenn man nur halbseitig bauen würde. „Es ist daher besser, alles auf einmal zu bauen.“


Die L193 vom neuen Kreisverkehr bis zur Kuhbrücke wird auf 7,50 Meter ausgebaut. Jetzt ist die Straße 5,90 Meter breit – zu schmal, dass zwei Lastwagen ohne Probleme aneinander vorbeifahren könnten. Begegnen sich zwei Lastwagen auf diesem Straßenabschnitt in der Geschwindigkeit, die dort erlaubt ist (80 km/h), müssen sie ins Bankett ausweichen. Die Brücke selbst wird so belassen, denn diese ist breit genug. „Das Baulos ist 830 Meter lang und endet vor der Brücke“, erklärt Markus Neyer. „Die Straße selbst ist der limitierende Faktor, das Nadelöhr, nicht die Brücke.“ Was aber im Baulos noch enthalten ist, ist die Radwegunterführung, die in diesem Zuge ebenfalls verlängert werden muss. Die Radfahrer können aber trotz Vollsperre geradeaus über die Straße weiterfahren.


Der Ausbau der L193 sowie der Kreisverkehr kosten insgesamt drei Millionen Euro. Die Vollsperre wird in die Sommerferien 2024 gelegt, da dort viele Arbeiter im Urlaub sind und die Betriebe ihre Schichten zurückfahren – so die Hoffnung. Mit dem Bau des Kreisverkehrs wird schon im Frühsommer begonnen, damit er rechtzeitig zu den Sommerferien fertig ist. VN-JUN