
Der Fachkräftemangel macht auch vor dem LKH Bludenz keinen halt. Der neue Chefarzt Dr. Alois Süssenbacher hat aber bereits Pläne, das Krankenhaus in die Zukunft zu führen. Ein Sommermodell soll außerdem die Gynäkologie entlasten.
Das Landeskrankenhaus Bludenz feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen seit der Übernahme durch die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG). Dennoch stellt sich auch hier der Fachkräftemangel eine Herausforderung dar. Um dem entgegenzuwirken, wurde für die gemeinsame Abteilung der Gynäkologie sowie der Geburtshilfe des LKH Feldkirch und Bludenz ein Sommermodell beschlossen. Gleichzeitig hat der neue Chefarzt, Prim. Priv.-Doz. Dr. Alois Süssenbacher, bereits klare Pläne, um das Krankenhaus in die Zukunft zu führen.

“Innerhalb der Vorarlberger Spitalslandschaft hat das LKH Bludenz einen Fixplatz”, erklärt Dr. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der KHBG. “Allein topografisch ist der Standort wertvoll und das Krankenhaus ist zudem gut in das städtische Gesundheits- und Sozialquartier eingebettet.” In den letzten 20 Jahren wurden insgesamt rund 48,6 Millionen Euro investiert, um die Infrastruktur kontinuierlich zu verbessern. Heute erwartet Patientinnen und Patienten ein modernes Ambiente mit Medizintechnik auf dem neusten Stand.

Mit 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 141 Betten ist das LKH Bludenz gut aufgestellt. “Unser Team vor Ort ist großartig, das bestätigen auch die positiven Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten”, betont Fleisch. “Besonders während der Pandemie, als Bludenz zum Covid-Schwerpunktkrankenhaus wurde, haben die Mitarbeitenden Außergewöhnliches geleistet.” Das Krankenhaus erfüllt zudem seine Aufgabe als akademisches Lehrkrankenhaus für Studierende im klinisch-praktischen Jahr mit großem Engagement.

Eine wichtige Entwicklung für das Krankenhaus ist das gemeinsame Management durch Standortleiterin Fabiola Vallaster und die Verwaltungsdirektion des LKH Feldkirch. Dadurch können nicht nur Synergien genutzt, sondern auch Kompetenzen besser verteilt und eingesetzt werden. Die Pflegedirektion liegt seit Anfang 2022 in den Händen von Direktor Herbert Keim, der sich besonders auf die fachliche Weiterentwicklung der Pflege und die Qualitätssicherung konzentriert.

Insgesamt ist das Landeskrankenhaus Bludenz gut positioniert für die Zukunft. Neben der Grund- und Notfallversorgung möchte sich das Krankenhaus verstärkt auf die Bereiche Konservative Kardiologie, Unfallmedizin, Akutgeriatrie und Tageschirurgie konzentrieren.
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Eine bedeutende Veränderung erfährt das Krankenhaus mit der neuen ärztlichen Leitung: Prim. Priv.-Doz. Dr. Alois Süssenbacher, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, hat am 1. Juli die Leitung des Hauses übernommen. Dr. Süssenbacher, der sein Medizinstudium an der Universität Innsbruck absolvierte und Facharztausbildungen in Kardiologie und Intensivmedizin vorweisen kann, plant konkrete Projekte zur Weiterentwicklung des Krankenhauses.

Zu den Herausforderungen gehört der steigende Andrang in der Ambulanz und der Mangel an Fachärztinnen in der Onkologie. Um diesen Problemen zu begegnen, plant Dr. Süssenbacher eine Umstrukturierung des Ambulanzbereichs und den Aufbau einer Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation (AGR-Station). Des Weiteren wird die provisorische Onkologische Tagesklinik (OTK) neu strukturiert, um die steigende Anzahl von Krebspatienten angemessen versorgen zu können.
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Die Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Bludenz wird während der Sommermonate mit einem besonderen Modell angepasst. Aufgrund des Fachkräftemangels wird der Kreißsaal und die Mutter-Kind-Station von 14. Juli bis 14. August vorübergehend geschlossen. Entbindungen werden in dieser Zeit von den Teams der anderen Krankenhäuser in Vorarlberg begleitet. Die Schwangerenambulanz und die gynäkologische Ambulanz bleiben vom 15. Juli bis einschließlich 30. Juli geschlossen, während die Stilberatung für junge Mütter weiterhin verfügbar ist. Die Tageschirurgie bleibt mit angepassten OP-Zeiten regulär in Betrieb, während größere Operationen, die einen stationären Aufenthalt erfordern, in Bludenz während des genannten Zeitraums nicht durchgeführt werden.

Für Primar DDr. Burghard Abendstein, Leiter der häuserübergreifenden Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der LKH Feldkirch und Bludenz, ist der Personalmangel keine kurzfristige Angelegenheit. Um qualifizierte Ärztinnen langfristig im Krankenhaus zu halten, ist eine attraktivere Ausbildung in Verbindung mit einem interessanteren Arbeitsumfeld erforderlich.
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Mit einem neuen Chefarzt an der Spitze und innovativen Projekten zur Weiterentwicklung des Krankenhauses zeigt das Landeskrankenhaus Bludenz, dass es sich aktiv den aktuellen Herausforderungen stellt und für eine optimale Patientenversorgung in der Region sorgt.