Warum es jetzt wegen einer kleinen Dorfschule großen Ärger gibt

VN / 04.07.2023 • 17:40 Uhr
Auch im kommenden Schuljahr bleibt die Volksschule Wald am Arlberg geschlossen. <span class="copyright">DOB</span>
Auch im kommenden Schuljahr bleibt die Volksschule Wald am Arlberg geschlossen. DOB

Die Volksschule Wald am Arlberg bleibt auch im kommenden Schuljahr geschlossen, obwohl die Gemeinde Dalaas acht Lehrpersonen gefunden hätte. Eltern, Schüler und Bürgermeister fühlen sich von der Bildungsdirektion im Stich gelassen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Volksschule Dalaas für einen geregelten Schulbetrieb nicht genug Räume zur Verfügung hat.

Wald a. A. Der Einsatz der Eltern, die Bemühungen des Bürgermeisters, wachsende Schülerzahlen, Versetzungsanträge von Lehrern – all diese Anstrengungen haben nichts gebracht – die Türen der Volksschule Wald am Arlberg, Ortsteil von Dalaas, bleiben auch im kommenden Schuljahr zu.

Die jetzige Infrastruktur der Volksschule Dalaas reicht für einen geregelten Schulbetrieb im Herbst nicht aus. <span class="copyright">DOB</span>
Die jetzige Infrastruktur der Volksschule Dalaas reicht für einen geregelten Schulbetrieb im Herbst nicht aus. DOB

„Wir haben alles darangesetzt, dass unsere Schüler im Herbst hier wieder in ihrer Schule am Ort unterrichtet werden, aber die Bildungsdirektion hat uns im Stich gelassen“, findet der enttäuschte Bürgermeister Martin Burtscher deutliche Worte. Im vergangenen November hatte er das Thema „Volksschule Wald a. A.“ wieder in Angriff genommen. Mit der Bildungsdirektion wurde vereinbart, dass alles darangesetzt wird, die Kleinschule wieder zu öffnen. Gemeinsam mit der Gemeinde Dalaas wollte die Bildungsdirektion sogar einen Infoabend abhalten. „Nachdem dabei auch die betroffenen Eltern ihren Standpunkt darlegen wollten, wurde dieser Termin aber von der Bildungsdirektion abgesagt“, ärgert sich der Bürgermeister.

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Acht Lehrpersonen gefunden

Nach mehreren Telefonaten, meistens ausgehend vom Gemeindechef, wurde Martin Burtscher schließlich mitgeteilt, dass es bei einer etwaigen Öffnung keine Schulleiterstelle in Wald am Arlberg geben werde. „Somit ist uns eine potenzielle Kandidatin abgesprungen und wir mussten weitersuchen“, sagt der Gemeindechef. Im Verlauf der Lehrersuche, die aus Eigeninitiative der Eltern und des Bürgermeisters gestartet wurde, wurden acht Lehrpersonen gefunden, die sich für die Stelle interessiert hätten. Sie wurden indes allesamt – aus verschiedenen Gründen – von der Bildungsdirektion abgelehnt.

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Eine weitere Möglichkeit die Schule zu retten, sahen Bildungsdirektion und Gemeinde in der Führung einer Expositur – doch auch dies scheiterte. „Wir müssen nun akzeptieren, dass die Schule in Wald am Arlberg weiterhin geschlossen bleibt, doch die Gemeinde Dalaas steht nun vor weiteren Problemen. Die jetzige Infrastruktur der Volksschule Dalaas reicht nicht für einen geregelten Schulbetrieb im Herbst aus und da stehen wir nun allein da“, erklärt der Bürgermeister. Da die 1. Klasse aufgrund der hohen Schülerzahl (26) geteilt wird, muss u. a. der Mehrzweckraum als Klassenzimmer umfunktioniert werden. Das heißt wiederum, dass einige Vereine keinen Proberaum, die Musikschule keinen Unterrichtsraum, die Kindergartenkinder keinen Bewegungsraum und die Gemeinde keinen Sitzungsraum oder Raum für Verhandlungen hat.

<p class="caption">Die Waldner Schüler und Lehrer haben vergebens nach neuem Personal gesucht. <span class="copyright">DOB</span></p>

Die Waldner Schüler und Lehrer haben vergebens nach neuem Personal gesucht. DOB

“Gemeinde steht vor einem Scherbenhaufen”

„Die Gemeinde steht vor einem Scherbenhaufen. In Dalaas haben wir zu wenig Platz, in Wald am Arlberg steht dagegen ein Schulgebäude mit modernen Klassenzimmern leer. Ich kann die Vorgangsweise der Bildungsdirektion einfach nicht verstehen“, bekräftigt der Bürgermeister und fordert „ein persönliches Gespräch mit Erklärungen und einem gemeinsamen Suchen nach Lösungen.“ Die sollten möglich sein.

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In einem Gespräch mit Schullandesrätin LSth. Barbara Schöbi-Fink (ÖVP, 62) erläuterte diese einige Punkte in der verfahrenen Situation. Sie widersprach auch einigen Stellungnahmen seitens der Gemeinde und versicherte, dass sie sich immer bemüht habe, eine geeignete Lösung für die Waldner Volksschüler zu finden. „Wir wissen, dass wir uns sehr viel Zeit gelassen haben. Wir wollten alle Möglichkeiten prüfen, doch eine Wiederöffnung der Schule ist aus den bekannten Gründen – wie Lehrermangel – leider nicht möglich. Wir wollen aber Bürgermeister Martin Burtscher nicht im Stich lassen und werden baldmöglichst ein persönliches Gespräch mit ihm führen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, bekundet Barbara Schöbi-Fink. DOB

Momentan steht die Volksschule Wald a. A. still. Ob sie jemals wieder öffnen wird, ist ungewiss. <span class="copyright">DOB</span>
Momentan steht die Volksschule Wald a. A. still. Ob sie jemals wieder öffnen wird, ist ungewiss. DOB