Honeck und Hornung verzaubern das Publikum

Internationale Wolfegger Konzerte wieder begeistert gefeiert.
Wolfegg Zum 33. Mal haben dieses Jahr die Internationalen Wolfegger Konzerte stattgefunden und wieder haben sie ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Ein Segen ist es für die kleine Gemeinde, dass ihr langjähriger künstlerischer Leiter Manfred Honeck ihr trotz internationaler Karriere die Treue hält, dass er mit Freuden nach Wolfegg kommt, wo er jungen Talenten eine Chance gibt und renommierte Orchester und Chöre in den ehrwürdigen Rittersaal und die barocke Pfarrkirche St. Katharina lockt.

Nach dem Kammerkonzert am Freitag mit dem jungen israelischen Pianisten Ariel Lanyi konzertierten am Samstag die Bamberger Symphoniker mit dem Cellisten Maximilian Hornung im ausverkauften Rittersaal. Schon zu Beginn reizte Honeck in der Ouvertüre zu Mozarts Oper „La clemenza di Tito“ kraftvoll die Kontraste aus. Auch in Schuberts Sinfonie Nr. 8 D 944 löste er in mitreißender Dynamik ein Wechselbad der Stimmungen aus bis zum rauschhaften Finale. Dazwischen spürte er in lieblich melodiösen Passagen dem Liederschöpfer Schubert nach.

Zupackend und schmeichelnd, betörend und kraftvoll gab sich Maximilian Hornung in Haydns Cellokonzert D-Dur op. 101. Auf hingebungsvollen Gesang des Cellos folgte im Rondo heitere, übermütige Koketterie und tänzerische Leichtigkeit, immer im Einklang mit dem Orchester, das Honeck sensibel ausbalancierte. Nachdem schon Hornung auf die begeisterten Bravorufe eine Zugabe folgen gelassen hatte, schenkte auch Honeck zuletzt den Zuhörern mit den Geigern ein Ständchen zum 60sten Geburtstag von Anne-Sophie Mutter.

Eine wunderbare Ruhe im Orchester ging beim Kirchenkonzert am Sonntag dem Symphonischen Chor Bamberg voraus, der pianissimo einsetzte: „Selig sind, die da Leid tragen …“ Beide Seiten von Johannes Brahms‘ Deutschem Requiem op. 45 – das Leid und die Seligkeit, die Trauer und den Trost – hat Honeck in großer Demut vor dem Werk vereint. Stimmen und Musik flossen ineinander, drangen tief ins Bewusstsein. Eindringlich fügten sich die Solisten Elsa Benoit und Yannick Debus in das intensive Gesamterlebnis.
Christel Voith