Dieses “Naturjuwel” hat wieder geöffnet

Der Bludenzer Schlossgarten Gayenhofen wurde nach 20 Jahren aus dem Dornröschenschlaf geholt. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die kleine Ruheoase mitten im Stadtzentrum nun wieder für die Bevölkerung zugänglich.
Bludenz Der Schlossgarten ist nach 20 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und endlich wieder für die Bludenzer und Bludenzerinnen zugänglich. Am Mittwoch wurde der Schlossgarten nach umfangreichen Sanierungsarbeiten feierlich eröffnet. Zu verdanken ist das vor allem Alfons Feuerstein, der zusammen mit dem Tourismusverein den Anstoß für die Sanierung des Schlossgartens gegeben hat.



Über 20 Jahre war der Schlossgarten verschlossen gewesen. Die Gründe waren Vandalismus und Drogenkonsum. Alfons Feuerstein wollte das nicht so hinnehmen und hat vor vier Jahren bei einer Eröffnung in Schlins den damaligen Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser gefragt, ob er sich für ihn fünf Minuten Zeit nehmen könnte. Im Gespräch habe Rüdisser versprochen, dass er sich der Sache annehmen würde, erzählt Alfons Feuerstein. Doch dann kam es zu einem Wechsel der Landesregierung.


Den neuen Landesrat Marco Tittler hat Alfons Feuerstein ebenfalls bei einer Geschäftseröffnung kennengelernt. Auch Marco Tittler hat Alfons Feuerstein zugesichert, dass er ihm bei dieser Geschichte zur Seite stehen werde. Corona habe das ganze Projekt weiter verzögert, doch gut Ding braucht Weile, weshalb nun endlich der neu gestaltete Schlossgarten der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. „Heute stehen wir vor einem Werk, das sich sehen lassen kann. Es ist nicht selbstverständlich, dass das Land dafür so viel Geld in die Hand genommen hat“, sagt Alfons Feuerstein.


300.000 Euro Sanierungskosten
Während der Arbeiten in der Parkanlage wurde der schlechte Zustand des Mauerwerks sichtbar. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren daraufhin erforderlich. Im September wurde dann der Garten gestaltet und im heurigen Frühjahr der letzte Teil der Mauer saniert. Die Sanierungskosten ohne Mauersanierungen belaufen sich auf ca. 300.000 Euro. Diese werden vom Land Vorarlberg, Abteilung Hochbau getragen.
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„Wir freuen uns, dass nach so langer Zeit der malerische Schlossgarten im Herzen unserer Stadt wieder für die Bevölkerung und auch Touristen geöffnet wird. Ein großes Dankeschön an das Land Vorarlberg“, so Simon Tschann. Nach der Fertigstellung übergibt und überlässt das Land Vorarlberg den neu gestalteten Schlossgarten der Stadt Bludenz als öffentlich zugängliche Parkanlage. Die Stadt Bludenz übernimmt die Pflege des Schlossgartens, sperrt diesen abends zu und morgens auf, um Vandalismus vorzubeugen.


Marco Tittler freut sich über das gelungene Projekt: „Wenn wir die Möglichkeit haben, Naherholungsplätze im Innenstadtbereich zu schaffen, sollten wir es machen. Ruhe und Erholung braucht es in dieser Zeit mehr denn je.“ Bei der Planung habe man darauf geachtet, dass die Sichtbeziehungen passen. Mit der Bepflanzung setze man darüber hinaus das ganze Jahr über Akzente, damit sich Bienen und Schmetterlinge wohlfühlen. „Ich habe keinen Grund gesehen, hier nicht zu investieren.“ Jetzt könne der Naherholungsraum „neu erblühen“. Tittler bedankt sich bei den ausführenden Firmen und dem Bundesdankmalamt für die gute Zusammenarbeit. „Ich bin überzeugt, dass wir hiermit ein weiteres Naturjuwel geschaffen haben.“


Kaplan Mathias Bitsche segnete im Anschluss den Schlossgarten, mit den Worten: „Es ist ein Ort, wo Jung und Alt herkommen können, um zu verweilen. Ein Ort, wo man sich begegnet. Und Begegnungen sind die entscheidenden Momente des Lebens.“ In Zukunft sind in dieser versteckten Oase kleinere Veranstaltungen geplant, wie Vorlesungen oder Konzerte.

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Eigentlich kann man sagen, dass „die Geschichte der Stadt Bludenz auf dieser Parzelle angefangen hat“, sagt Bürgermeister Simon Tschann, denn der Schlossgarten hat tatsächlich die Grundstücksnummer 1 im Grundbuch.

