Wem gehört Vorarlberg: Die Wohnhäuser der illwerke vkw

VN / 28.06.2023 • 09:00 Uhr
Wem gehört Vorarlberg: Die Wohnhäuser der illwerke vkw
Die Siedlung Kaltenbrunnen in Gantschier ist eine der Wohnsiedlungen der illwerke. VN

Die illwerke vkw sind einer der größten Wohngrundbesitzer im Land. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Vorarlberg.

Bregenz, Vandans Die illwerke vkw kennt man vor allem als Betreiber von Kraftwerken und Stromnetzen. Doch sie haben auch Baugrundstücke, wie die Studie der Arbeiterkammer aufzeigt.

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Und zwar nicht einmal so wenig, wenn man der Studie glaubt: So seien die illwerke vkw der fünftgrößte Eigentümer von Wohnbaugrundstücken im Land, noch vor der Stadt Feldkirch oder Lustenau. 280.612 Quadratmeter bebautes wie unbebautes Wohnland seien im Besitz der illwerke vkw, so die Arbeiterkammer. Davon seien nur 30 Prozent verbaut.

Wem gehört Vorarlberg: Die Wohnhäuser der illwerke vkw
Die Siedlung Kaltenbrunnen in Gantschier. Blau hervorgehoben ist die als unbebaute Fläche geltende Gartenfläche der Siedlung. Die orangen Flächen darin sind die bebauten Bauparzellen und die Straße der Siedlung. Auf dem Grundstück 534/3 sieht man die heute übliche Widmungsweise: Die Bauparzellen sind nicht gesondert geführt, das gesamte Grundstück gilt als bebaut. Vorarlberg Atlas

Hier widersprechen die illwerke vkw und verweisen auf die gleiche Problematik wie die Vogewosi: Aufgrund der früheren Widmungspolitik täusche die Zahl der verfügbaren unverbauten Grundstücke. Ein Paradebeispiel ist die Siedlung Kaltenbrunnen in Gantschier. Die für das Personal gebauten Wohnhäuser der Siedlung stehen alle auf einem Baugrund, genauso groß wie die Grundmauern. Die gemeinschaftlichen Gartenflächen zwischen den Gebäuden gelten damit aber als unbebaute Grundstücke.

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Dies ist ein Erbe der früheren Praxis im Kataster, der auf Kaiser Franz I. zurückgeht und immerhin ein Alter von bis zu 210 Jahren aufweist. Hier gab es lange die Praxis, die Bauparzellen separat zu den Grundstücken selbst einzuzeichnen, die einen rot, die anderen schwarz. Dies änderte sich vor einigen Jahrzehnten, seitdem wird bei neuen Bebauungen nicht mehr zwischen Bauparzelle und Grundstück unterschieden. Der Altbestand überdauerte jedoch und führt dazu, dass auf manchen Grundstücken der Altbau eine eigene Grundbuchnummer führt und separat vom bebauten Grundstück erfasst wird.

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Auch die illwerke vkw geben an, dass aufgrund dieses Erbes des Grundkatasters die Angaben der Studie etwa doppelt so hoch sind wie die tatsächlichen Grundreserven des Unternehmens bei den Wohnbauflächen. Diese Reserven haben für den heimischen Landesenergieversorger vor allem zwei Funktionen: Einerseits sind Mitarbeiterwohnungen ein klares Pro-Argument beim Wettbewerb um Fachkräfte – nicht zuletzt im Hochpreisland Vorarlberg. Andererseits dienen solche Grundstücke als strategische Reserve, um notfalls Tauschgrundstücke anbieten zu können, um Erweiterungen oder Neubauprojekte an den Wunschstandorten realisieren zu können.