
Mit dem Bau der neuen Saminabrücke soll die Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft gestärkt werden.
Frastanz Dienstagmorgen, 8 Uhr früh: Bürgermeister Walter Gohm wartet bereits gespannt am Platz des ehemaligen Musikheims in Frastanz auf den Mobilkran, der in wenigen Minuten die neue Saminabrücke versetzt. Zu ihm gesellt haben sich einige Schülerinnen und Schüler der HTL Rankweil rund um Bautechniklehrer Arnold Schmid. Gemeinsam mit der Firma Dobler Holzbau haben sie sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Bau der neuen Holzbrücke beschäftigt.

Sanierungsarbeiten
Schon seit längerer Zeit steht fest, dass die bestehende Saminabrücke an der L67 beim Rathaus saniert werden muss. Baustart für dieses Projekt ist voraussichtlich im Herbst 2023. Die Fertigstellung wäre Mitte 2024 geplant. Während der Sanierungsarbeiten wird der motorisierte Verkehr großräumig umgeleitet. Für Fußgänger und Radfahrer war daher zunächst ein provisorischer Holzsteg vom Land vorgesehen.

Vonseiten der Gemeinde kam anschließend der Vorschlag für eine dauerhafte Fuß- und Radwegverbindung. “Wir wollten eine nachhaltige Lösung und keinen Holzsteg, den man nach zwei Jahren wieder abreißt. Außerdem ist der Vorplatz der neuen Brücke das einzige Grundstück, das in Besitz der Marktgemeinde ist und über einen direkten Zugang zur Samina verfügt”, verrät Bürgermeister Walter Gohm. Nun wird das Geld, welches das Land als zuständiger Straßenerhalter für die Errichtung eines Holzstegs hätte aufwenden müssen, der Marktgemeinde als Kostenbeitrag für den Neubau zur Verfügung gestellt.

HTL-Projekt
Mit der Idee für den Bau einer neuen Brücke trat die Gemeinde ebenfalls an Arnold Schmid, Bautechniklehrer an der HTL Rankweil, heran. „Wir möchten damit auch eine Brücke schlagen zwischen Schule, Gemeinde und der Wirtschaft“, betont Gohm. Der Grundstein für die Schaffung einer weiteren Saminabrücke wurde gelegt und die Schüler an der HTL Rankweil begannen mit der Planung ihres Projektes. Die Statik haben die Schüler rund um HTL-Lehrer Schmid dann aber doch den Profis überlassen: So kümmerte sich ein Zivilingenieurbüro um diese fundamentalen Berechnungen.

Im Herbst 2022 starteten dann die Vorarbeiten in der HTL Rankweil und etwa zeitgleich auch die Fertigung des gesamten Tragewerks. “In der Schule haben wir die gesamten Bodenelemente sowie die Fassade angefertigt. Nachdem das Tragewerk nach Frastanz transportiert und von Dobler Holzbau abgebunden wurde, haben wir die Fassade vor Ort angebracht. Den Bodenbelag bringen wir an, sobald die Brücke versetzt wurde”, erklärt Noel Fleisch (16), Schüler an der HTL.

Vorarlbergs größter Mobilkran
Nun ist es endlich soweit: Der größte Mobilkran, der in Vorarlberg verfügbar ist, hievt die Brücke am zukünftigen Vorplatz hoch und versetzt sie in die Widerlager. Zahlreiche Anrainer und Passanten bleiben stehen, um das Spektakel genaustens zu beobachten. Auch für einige Schülerinnen und Schüler der HTL ist dieser Moment ein besonderer. “Hoffentlich passt sie hinein”, witzeln die Schüler und warten gespannt, bis die Brücke in ihre Position gerückt ist.
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Bautechniklehrer Arnold Schmid, Bürgermeister Walter Gohm und allen Beteiligten ist die Freude ins Gesicht geschrieben, als die neue Fuß- und Radwegverbindung geschaffen ist. “Mit diesem Projekt konnten die Schülerinnen und Schüler das theoretische mit der Praxis verbinden”, freut sich Schmid über diese Möglichkeit.


Um das Erscheinungsbild der neuen Saminabrücke zu komplettieren wird in den nächsten drei bis vier Wochen auch noch ein Verbindungsweg sowie ein Vorplatz errichtet. Dieser soll zum spazieren, verweilen und zum lauschen der Samina einladen. “Feierlich eröffnet wird die Brücke im Herbst 2023, zur Benutzung freigegeben wird sie allerdings schon früher”, verrät Bürgermeister Walter Gohm abschließend.
kennzahlen der neuen saminabrücke
Spannweite 18 Meter
Außenabmessung 20 Meter lang, 6 Meter breit und 4,4 Meter hoch
Verbaute Holzmenge Gesamt 51,5 Kubikmeter
Stahlteile und Wiederlager 4,4 Tonnen
Gesamtgewicht 30 Tonnen















