Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg unter Volksschule aufgetaucht

Bei Bauarbeiten an der Volksschule Mitte in Bludenz wurde ein Bunker entdeckt. Wohin dieser genau führt, ist noch nicht bekannt. Das Bundesdenkmalamt untersucht das Relikt aus dem 2. Weltkrieg.
Bludenz Im Zuge der Bauarbeiten bei der Volksschule Mitte in Bludenz – die Volksschule Mitte bekommt für rund 22 Millionen Euro einen Erweiterungsbau – wurde ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.

Laut Stadtarchivar Stefan Stachniß sei es nicht unüblich, dass Schulen im Zweiten Weltkrieg Bunker gebaut haben, gerade, wenn sich diese in einem Bereich mit kritischer Infrastruktur befinden, also in der Nähe von Einrichtungen, die für das Gemeinwesen bedeutsam sind und bei deren Ausfall es zu Versorgungsengpässen sowie Störungen der öffentlichen Sicherheit kommen könnte.

Unterlagen zum Bunker hat Stefan Stachniß aber keine zur Hand, denn diesen Akt auf Anhieb zu finden, sei „wie eine Nadel im Heuhaufen“ – falls es einen Akt darüber überhaupt gibt, denn die Unterlagen über den Bau des Bunkers könnten genauso gut aus Sicherheitsgründen vernichtet worden sein.

Der Bunker ist ein sogenannter Deckungsgang. Deckungsgänge sind im Gegensatz zu Bunkern ein Zufluchtsort bei akuter Gefahr beispielsweise durch einen Luftangriff und nicht für einen längeren Aufenthalt gedacht. Dieser Deckungsgang erstreckt sich nach bisherigem Stand von der Schule in Richtung Kindergarten und hat sogar einen Kreuzungsbereich, bei dem ein weiterer Strang vom Sportplatz in Richtung Heilig-Kreuz-Kirche führt. Man habe den Stollen vom Bundesdenkmalamt untersuchen lassen, informiert Josef Ortner, zuständig für Hochbau beim Bauherren Tomaselli Gabriel Bau.

Der Bunker werde einfach wieder zugeschüttet, also nicht zerstört. Nur die Zugänge habe man zubetoniert, der Hohlraum bleibt somit weiterhin erhalten. Lediglich ein Teil des Bunkers muss aufgrund des Fernwärmeanschlusses abgerissen werden. Die Fernwärmeleitung streift den Bunker, kann aufgrund der Trassenführung auch nicht verschoben werden. Ansonsten komme man beim Bauen mit dem Bunker nicht in Berührung. „Wir sind fünf bis sechs Meter vom Bunker entfernt“, informiert Ortner.

Durch den Bunker hindurchgehen konnte man übrigens auch dann nicht, als der Zugang noch offen war, denn nach 15 bis 20 Metern sind die Gänge verschüttet gewesen.