Wie aus Holz noch umweltfreundlicher Gas, Strom und Wärme wird

VN / 14.06.2023 • 16:15 Uhr
Wie aus Holz noch umweltfreundlicher Gas, Strom und Wärme wird
Holzbiomasse könnte ein entscheidender Teil der Energiewende werden. LKV/Ammann, Canva

Andreas Scherer macht vor, wie Wärme-und Stromerzeugung bei gleichzeitiger CO2-Reduzierung möglich ist.

Von Elisabeth Achammer

NENZING Ein Großteil der energetisch genutzten Holzbiomasse geht derzeit in die Wärmeversorgung, doch LK-Präsident Josef Moosbrugger betont: “Mit der Pyrolysetechnik steht eine neue geniale Technik zur Verfügung, mit der neben Wärme auch Strom gespeichert wird.” Im Gegensatz zur Holzverbrennung, welche CO2-neutral ist, profitiert die Holzverstromung von einem weiteren Vorteil: Sie ist CO2-negativ. Das wird durch den Prozess bei der Pyrolyse möglich gemacht.

“Gamechanger” für die Zukunft?

Die anstehende Waldwoche bietet den Anlass, sich verstärkt mit der Bedeutung und Entwicklung unserer Wälder im Zeichen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Aspekt davon ist die Bereitstellung von nachhaltigen Baumaterialien und Energiequellen. Eine vielversprechende Option zur Energiegewinnung ist die Nutzung von Holzbiomasse, bei der sowohl Wärme als auch Strom erzeugt werden können und gleichzeitig eine Reduzierung von CO2-Emissionen möglich ist. Diese Entwicklung hat das Potenzial, in Zukunft zur Energiewende beizutragen.

In der Pyrolyseanlage wird aus Holz sowohl Wärme als auch Strom gewonnen. <span class="copyright">VN</span>
In der Pyrolyseanlage wird aus Holz sowohl Wärme als auch Strom gewonnen. VN

Holz wird unter Ausschluss von Sauerstoff umgewandelt. Anfangs ist eine Energiezufuhr erforderlich, aber im Verlauf des Prozesses wird auch Energie freigesetzt, die als Fernwärme genutzt werden kann. Das Holzgas, das dabei entsteht, wird verwendet, um mit einem Generator Strom zu erzeugen. Die während des Prozesses entstehende Pflanzenkohle kann über mehrere tausend Jahre als CO2-Speicherung dienen, was bedeutet, dass CO2 langfristig aus der Atmosphäre entfernt wird.

Andreas Scherer (rechts) sorgt mit seiner Pyrolyseanlage für den Jahresstrom von 120 Haushalten. <span class="copyright">Ammann</span>
Andreas Scherer (rechts) sorgt mit seiner Pyrolyseanlage für den Jahresstrom von 120 Haushalten. Ammann

Nicht günstig, aber nachhaltig

Auf dem Hof von Andreas Scherer in Beschling wird dieser Lösungsweg bereits in der Praxis umgesetzt. Ein paar Kühe weniger und dafür eine kleine Holzverstromungs- und Pyrolyseanlage mehr. Die Anlage verwandelt die Holzbiomasse in Strom und Wärme und macht es ihm bereits möglich, das ganze Dorf damit zu versorgen. “Wir sind für den Jahresstrom von 120 Haushalten hier im Dorf verantwortlich”, erklärt er. Neulich kam auch das Möbelhaus ganz in der Nähe dazu. Das ist ebenfalls mit der Wärmemaschine verbunden. Moosbrugger ist sich bewusst, dass die Energieversorgung durch Holz nicht die günstigste ist, doch “Qualität hat ihren Preis und es ist mit Abstand die nachhaltigste Lösung”. Ebenso gibt er zu verstehen: “Holz als CO2-neutraler Energieträger liefert krisensichere Wärme aus der Region, bietet Wertschöpfung in der Region und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz für die Region.”