Warum man im Lustenauer Osten wider Willen auf das Auto angewiesen ist

Rund um die Rheinhalle fehlt es an Busverbindungen zu Bahnhöfen. Schuld daran ist auch der Mangel an Busfahrern.
Lustenau “Ich fahre generell viel mit dem Fahrrad und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch hier vom Feldkreuz gibt es einfach keine schnelle Busverbindung zum Lustenauer und zum Dornbirner Bahnhof. Es dauert alles zu lange”, sagt Anrainerin Solveig Riedesser (42). Will sie nach Dornbirn, nimmt sie entweder einen langen Fußweg bis zum Kreisverkehr an der Dornbirner Straße in Kauf oder – wenn es schnell gehen muss – schlichtweg das Auto. “Wir haben als Familie das Klimaticket gekauft und sind gewillt mit den Öffis zu fahren. Unser Ausgangspunkt hier am Rande von Lustenau macht es uns allerdings nicht leicht”, erklärt sie. So wie Riedesser geht es auch anderen Familien, die sich am Rand von Lustenau im Feldkreuz, dem Neuner und der Sägerstraße niedergelassen haben.

“In den vergangenen Jahren hat sich beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Lustenau viel getan. Dennoch gibt es Schwachstellen, wie man gerade in den peripheren Ortsteilen erkennen kann”, sagt Manfred Hagen (Grüne) vom Lustenauer Mobilitätsausschuss. Die Gegend entlang der Mühlefeld- und Sägerstraße ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Viele Familien sind hergezogen. Aber auch Betriebsansiedelungen rund um den Millennium Park, das Gymnasium, das Sportzentrum und der neu entstehende Bildungscluster Mühlefeld bringen eine große Frequenz in dieses Gebiet.

“Hier wäre es wichtig, dass die Menschen eine schnelle Erreichbarkeit zu den umliegenden Bahnhöfen Lustenau, Dornbirn und Hohenems haben”, erklärt Hagen. Auch für Mathias Blaser (ÖVP), Obmann des Mobilitätsausschusses, ist das Bedürfnis nach einer schnellen direkten Busverbindung in dieser Gegend nachvollziehbar. “Der Wunsch und auch der Bedarf von Seiten Lustenaus ist da. Wir haben dazu ein Konzept ausgearbeitet”, so Blaser.

Ähnlich wie Solveig Riedesser geht es den Anrainern Albert und Grete Lingg. Sie würden gerne ausschließlich den Zug wählen, überlegen sogar autofrei zu werden. Dies sei im Moment jedoch schwierig, wie sie erzählen.

Auch Frederic Rouviere versucht, vermehrt die Öffis zu nutzen. “Ich arbeite in Sulz. Wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre und alles glatt geht, dann brauche ich 70 Minuten zur Arbeit. Das geht einfach zu lange. Somit nehme ich das Auto. Das ist schade”, sagt er. Die Anrainer würden gerne mit den Öffis den Arbeitsweg bestreiten oder einfach nur mit ihren Familien einen Ausflug machen.

“Der Wille ist da. Doch eine schnelle Anbindung zu den Bahnhöfen fehlt”, sagt Petra Holzer. Sie wünscht sich eine Art Schnellbus. Ein Bus der auf direktem Weg vom Bahnhof Lustenau, über die Radetzky-Straße und das Mühlefeld schnurstracks nach Dornbirn zum Bahnhof fährt.
Auf VN-Nachfrage bei Geschäftsführer Michael Stabodin vom Landbus Unterland wird ersichtlich, dass auch sie bereits an einem Schnellbuskonzept gearbeitet haben. “Wir sind allerdings momentan für weitere Ausbauschritte ausgebremst. Grund dafür ist ein Lenkermangel bei den Bussen”, sagt Stabodin. BVS