
Nicht nur positive Entwicklungen in der Hochreute
In Hörbranz sind die Sicherungsarbeiten nun voll angelaufen. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.
Hörbranz Der Hangrutsch in der Hochreute bewegt sich immer noch, aber er bleibt langsam. Derzeit rutscht der Messpunkt beim Hof um bis zu 15 Millimeter pro Tag gen Tal. Er ist und bleibt jener der 14 Messpunkte, der am stärksten wandert.

Auch wenn es damit nur mehr ein Bruchteil der eineinhalb Meter pro Tag sind, die hier auch schon gemessen wurden, bleibt der Druck auf die vier betroffenen Gebäude groß. Am Mittwoch musste man nun das dritte Gebäude aufgeben, erklärt Bürgermeister Andreas Kresser. “Die Schieflage ist unübersehbar, wenn man sich dem Gebäude nähert”, erklärt er. Inzwischen betrage die Neigung an die eineinhalb Meter. Dementsprechend musste der Sachverständige am Mittwoch bestätigen, was sich die vergangenen Tage abzeichnete: Das Gebäude muss abgerissen werden. Neben dem bereits teilweise abgetragenen Hof ist es das dritte Wohnhaus, das nicht zu retten ist.

Parallel laufen nun die dauerhafteren Sicherungsmaßnahmen des Hangs durch die Lawinen- und Wildbachverbauung an. Direkt unter der Abbruchstelle wird der Drainagegraben ausgehoben. Dieser wird auf einer eineinhalb Meter breiten Sohle drei Meter tief sein, jeweils eineinhalb Meter sollen die schrägen Kanalwände das Wasser aus dem Boden sickern lassen. Der so insgesamt viereinhalb Meter breite Graben wird mit grobem Schotter gefüllt werden. Dieser Entwässerungsgraben ist die Voraussetzung, um einen Schutzdamm aufschütten zu können, der die Siedlung am Pfänderhang vor weiteren Steinschlägen und Muren schützen soll.